Neu: OP-Versicherung für Hunde und Katzen.

Was in einer Hundeapotheke nicht fehlen darf

Ob nun eine Schnittwunde beim Heimwerken, eine kleine Verbrennung beim Kochen oder doch ein Magen-Darm-Infekt. In all diesen Fällen greifen wir auf unsere gut gefüllte Hausapotheke zurück. Die Hausapotheke ist für uns so selbstverständlich wie eine Krankenversicherung. Aber sind Sie auch darauf vorbereitet, wenn Ihr Schlappohr ein medizinisches Problem hat?

Erfahrene Hundehalter:innen schwören auch bei ihren Vierbeinern auf eine Hausapotheke. Wenn auch Sie Ihrem Schlappohr im Ernstfall optimal helfen möchten, ist die Hundeapotheke Pflicht. Erfahren Sie in diesem Ratgeber, was hinein gehört, worauf Sie verzichten sollten und warum ein Erste-Hilfe-Kurs speziell für Hunde eine optimale Ergänzung ist.

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Warum überhaupt eine Hundeapotheke?

Viele Neuhundehalter:innen gehen etwas blauäugig in diesen neuen Lebensabschnitt. Schon nach wenigen Monaten haben Sie unter Garantie bereits erste Bekanntschaft mit der Tierärztin oder dem Tierarzt gemacht, die sich um Allergien oder kleinere Verletzungen kümmern mussten. Warum eine Hundeapotheke sinnvoll ist, liegt also eigentlich auf der Hand.

Oder gehen Sie jedes Mal zum Arzt, wenn Sie sich eine kleine Verletzung zugezogen haben? Ähnlich ist es bei unseren Fellnasen. Viele leichte Erkrankungen oder beim Toben zugezogene Verletzungen können Sie schnell selbst versorgen. Das spart Zeit und letztlich auch eine Menge Geld. Aber Achtung: Bei ernsthaften Verletzungen oder Erkrankungen sollten Sie nach der Erstversorgung immer eine Tierärztin bzw. einen Tierarzt aufsuchen.

Aber muss es denn wirklich eine spezielle Hundeapotheke sein? Reichen da nicht einfach Mittel aus der Humanmedizin? Die Antwort lautet „jein“. Einige Dinge wie Wundmaterial können Sie sicherlich nutzen.

Dennoch hat Ihr Hund spezielle Bedürfnisse, die durch spezielle Mittel abgedeckt werden müssen. Zudem ist eine strikte Trennung allein aus hygienischen Gründen schon eine Selbstverständlichkeit. Oder würden Sie sich ernsthaft Fieberthermometer und Zeckenzange mit Ihrem Hund teilen?

Die richtige Ausstattung für Verletzungen

Sowohl beim Spielen mit Artgenossen als auch bei Entdeckungstouren in der Natur sind kleinere, oberflächliche Wunden schnell passiert. Um diese zuhause oder im besten Fall gleich vor Ort zu behandeln, benötigen Sie Verbandsmaterial. Damit decken Sie die Wunden nach der Reinigung ab, sodass sie sich nicht mit Erregern infizieren können. Die Basis sollte immer ein Desinfektionsmittel ohne Alkohol sein.

Diese Desinfektionsmittel brennen nicht und stellen für Ihr Tier daher keinen Stress dar. Alternativ können Sie auch zu Jod-Salbe greifen. Diese können Sie sogar bei kleineren Wunden im Bereich des Mauls anwenden. Das Reinigen der Wunde und das Auftragen der Salbe erleichtern Sie sich durch Wattepads und Wattestäbchen. Ebenfalls in die Hundeapotheke gehört konkret folgendes Verbandsmaterial:

  • Mullbinden
  • Sterile Kompressen
  • Verbandsschere
  • Wasserfeste Pflasterstreifen
  • Klammerpflaster
  • Selbstklebende Binden (als Knabberschutz)
  • Alternativ eine Babysocke
  • Einmalhandschuhe
  • Rettungsdecke zum Wärmeerhalt

Tipp:

Hat sich Ihr Hund an der Kralle verletzt, ist ein besonderes Equipment gefragt. Um etwa das Fell zwischen den Krallen zurückzuschneiden, benötigen Sie eine geeignete Schere. Hinzu kommen eine Krallenschere oder Krallenfeile.

Praktische Helferlein gegen fiese Parasiten

Hunde haben leider häufig mit Parasiten zu kämpfen. Es gibt kaum Hundehalter:innen, die ab dem Frühjahr nicht mit einer wahren Zeckenplage zu kämpfen haben. Selbst Spot-ons und Zeckenhalsbänder bieten oft keinen vollständigen Schutz. Zeckenzange und Pinzette gehören daher unbedingt in die Hundeapotheke.

Warten Sie mit der Zeckenentfernung keinesfalls erst auf den nächsten Tierarzttermin. Je schneller die Zecke draußen ist, desto geringer ist die Infektionsgefahr mit Borreliose und Babesiose. Damit sich Zecken und andere Parasiten (zum Beispiel Grasmilben, Flöhe und Co.) gar nicht erst über Ihren Vierbeiner hermachen, gehören auch Abwehrmaterialien in die Hundeapotheke. Ob Spot-on, Kautablette oder doch lieber ein akut auftragbares Abwehrspray – das entscheiden Sie selbst.

Und wenn wir schon einmal dabei sind, kann auch eine Entwurmungskur im Bestand nicht schaden. Ebenfalls vorhanden sein sollte auch Flohshampoo sowie ein abwehrendes Spray, mit dem Sie die Liegeorte Ihres Hundes sowie andere Orte wie die Couch behandeln können.

Medikamente, Salben und Lösungen

Mittlerweile gibt es auch in der Tiermedizin eine ganze Menge an Medikamenten und Salben, die frei verkäuflich sind. An dieser Stelle möchten wir uns einmal auf die wirklichen Basics konzentrieren. Homöopathische Mittelchen wie Bachblüten klammern wir bewusst aus.

  • Kochsalzlösung: Die isotonische Kochsalzlösung ist ideal, um Wunden zu reinigen. Zudem eignet sie sich ebenfalls, um Augen und Nase Ihres Vierbeiners zu spülen.
  • Wund- und Heilsalbe: Klar, nicht für jeden Kratzer müssen Sie mit Ihrer Fellnase medizinische Hilfe in Anspruch nehmen. Bei kleineren Verletzungen wie Kratzern oder Schürfwunden hilft eine spezielle Wund- und Heilsalbe für Hunde. Alternativ funktionieren auch eine handelsübliche Bepanthen-Salbe sowie Zinksalbe sehr zuverlässig.
  • Kohletabletten: Kohletabletten (alternativ Kohlepulver) sind besonders vielseitig einsetzbar. In erster Linie leisten sie bei akutem Durchfall hervorragende Dienste, um die Konsistenz des Kots wieder etwas zu verfestigen.

    Achtung: Verabreichen Sie Ihrem Vierbeiner bitte keine Kohletabletten, wenn er Fieber hat. Kohletabletten und Kohlepulver können ebenfalls als erste Hilfemaßnahme bei Verdacht auf eine Vergiftung helfen, während Sie den Weg zur Tierärztin bzw. zum Tierarzt antreten. Die Kohle hilft dabei, etwaige Giftstoffe zu binden.
  • Mittel gegen Reiseübelkeit: Viele Hunde reagieren mit Übelkeit und Erbrechen auf lange Fahrten im Auto oder im Zug. Auch wenn Sie nicht gerade einen längeren Urlaub planen, sollte ein Mittel gegen Reiseübelkeit immer griffbereit sein. Umso wichtiger ist es, wenn Sie wissen, dass sich Ihr Schlappohr beispielsweise beim Autofahren gerne einmal sein Futter durch den Kopf gehen lässt.

Tipp:

Medikamente für spezielle Krankheiten sollten Sie (sofern notwendig) auch immer im Haus haben. Was beim Verabreichen zu beachten ist, erklärt Ihnen gerne ihre Veterinärin bzw. ihr Veterinär. Das Gleiche gilt auch für Schmerzmittel. Hier kommt es nämlich sowohl auf die Eignung für das Tier als auch auf die Dosis an.

Was Haustierhalter:innen für Medikamente ausgeben

Bei all den Medikamenten, die in der Hundeapotheke Platz finden können, sind natürlich auch die Kosten interessant. Während manche Heimtierhalter:innen hier kaum etwas ausgeben, geben andere Halter:innen für ihre Fellnasen jährlich mehr als 100 Euro im Jahr für Medikamente aus. Im Rahmen einer Untersuchung wurden mehr als 500 Halter:innen nach genau diesen Ausgaben befragt. Das Ergebnis: Fünf Prozent der Befragten legen maximal zehn Euro jährlich für Medikamente auf den Tisch. Rund ein Drittel hingegen zahlt mehr als 100 Euro jährlich.

Datenquelle zur Grafik

Das betrifft sowohl das Auffüllen der Hausapotheke als auch die notwendige Beschaffung von Medikamenten für chronische Erkrankungen. Letzteres geht enorm ins Geld und belastet langfristig die finanziellen Möglichkeiten. Mit einer Tierkrankenversicherung können Sie dieses finanzielle Risiko deutlich mindern. Informieren Sie sich noch heute über die Leistungen der Hundekrankenversicherung von PETPROTECT und profitieren Sie je nach Tarif von bis zu 100 Prozent Kostenerstattung.

Was sonst noch in die Hundeapotheke gehört

Neben einigen Medikamenten und Verbandsmaterialien gehören viele weitere nützliche Dinge in die Hundeapotheke. Diese Gegenstände erleichtern Ihnen den Umgang mit einem kranken Hund enorm. Einige Mittel sollten Sie zum Beispiel auf längeren Touren sogar immer im Rucksack haben, um Ihrem Tier im schlimmsten Fall direkt helfen zu können:

  • Fieberthermometer: Ein Thermometer gehört zur absoluten Grundausstattung. Nur so können Sie zuverlässig feststellen, ob Ihr Vierbeiner wirklich Temperatur hat. Beim Hund spricht man im Übrigen ab 40 Grad Celsius von Fieber. Durch dieses einfache Mittel können Sie beispielsweise in der Tierarztpraxis bereits wertvolle Hinweise geben. Ideal ist ein Digitalthermometer, mit dem Sie die Körpertemperatur kontaktlos im Ohr messen können.
  • Taschenlampe: Eine leuchtstarke Taschenlampe gehört in jede Hundeapotheke. Sie erleichtert nicht nur die erste Inspektion von Ohren, Nase und Rachenraum. Gerade bei Hunden mit dunklem Fell und schwarzen Krallen ist sie ein praktischer Helfer bei der Zeckensuche sowie beim Krallenschneiden. Bei Letzterem hilft die Taschenlampe beim Identifizieren der empfindlichen Blutgefäße innerhalb der Krallen.
  • Rettungsdecke: Eine Rettungsdecke darf in keiner Hundeapotheke fehlen. Leidet Ihr Hund unter schwerem Durchfall und Erbrechen, kann die Decke durch ihre Wärme zumindest den Kreislauf unterstützen. Gerade bei Outdoor-Abenteuern ist sie für den Wärmeerhalt im Notfall jedoch besonders wichtig.
  • Maulkorb: Verletzte und kranke Tiere reagieren mitunter aggressiv auf Annäherung und Berührungen. Vor allem dann, wenn sich fremde Personen (zum Beispiel die Tierärztin / der Tierarzt) nähern, kann es brenzlig werden. Selbst wenn Sie den liebsten Hund der Welt haben, empfehlen wir Ihnen dringend die Anschaffung eines Maulkorbs.
  • Krallenzange: Eine Hundeapotheke kommt natürlich nicht nur dann zum Einsatz, wenn Ihr Hund verletzt oder krank ist. Auch Artikel für den Pflegebedarf können Sie gleich mit einsortieren. Dazu gehört auch die Krallenzange zum regelmäßigen Kürzen der Hundekrallen. Alternativ können Sie auch feines Schleifpapier verwenden. Das tolerieren viele Hunde deutlich besser als die grobe Krallenzange.
  • Notfallnummern: Im Notfall können Sie natürlich nicht einfach die 112 anrufen, um Hilfe zu bekommen. Davon einmal ausgenommen, dass Ihr Hund beim Wandern einen steilen Abhang hinunter gestürzt ist und gerettet werden muss. Ansonsten gehören aber diverse Notfallnummern nicht nur ins Smartphone, sondern auch ganz klassisch auf Papier in die Hundeapotheke. Mindestens enthalten sein sollte die Nummer Ihrer Tierärztin bzw. Ihres Tierarztes sowie der nächstgelegenen Tierklinik. Beachten Sie dies bitte auch immer, wenn Sie sich mit Ihrer Fellnase im Urlaub befinden.

Das hat nichts in der Hundeapotheke zu suchen!

Neben all den Utensilien und Medikamenten, die unbedingt in eine Hundeapotheke gehören, gibt es auch Dinge, die darin nichts verloren haben. Allem voran stehen Medikamente aus der Humanmedizin. Leider gehen viele Tierhalter:innen davon aus, dass sie ihrem Schlappohr gegen Schmerzen auch einfach eine Ibuprofen-Tablette geben können.

Das ist für unsere Vierbeiner jedoch enorm gefährlich und führt insbesondere bei häufigerer Gabe zu schwersten Organschäden. Schmerzmittel wie Aspirin, Diclofenac, Paracetamol und Ibuprofen sind daher strengstens verboten. Sprechen Sie bitte mit Ihrer Tierärztin bzw. Ihrem Tierarzt, welche Präparate sich für Ihr Tier eignen. Ebenfalls tabu sind Beruhigungsmittel, Antiallergene sowie Hustensäfte (vor allem solche mit Phenylephrin oder Pseudoephedrin) aus der Humanmedizin.

Besuchen Sie einen Erste-Hilfe-Kurs für Hunde

Ein Erste-Hilfe-Kurs ist hierzulande für jeden Pflicht, der ein Kraftfahrzeug über die Straße bewegen möchte. Aber wüssten Sie, was im Notfall zu tun ist, wenn Ihr Hund nicht mehr atmet oder sich an einem Fremdkörper verschluckt? Nein? Aber keine Angst, das geht den meisten Tierhaltern so. Umso wichtiger ist ein spezieller Erste-Hilfe-Kurs für Hundehalter:innen.

Immerhin ist die Anatomie des Hundes doch ein wenig anders, sodass längst nicht alle Handgriffe von Mensch zu Tier übertragbar sind. Tatsächlich bieten klassische Hilfsorganisationen wie das Deutsche Rote Kreuz, die Johanniter oder der ASB auch Kurse für lebensrettende Sofortmaßnahmen bei Hunden an. Klicken Sie sich doch einfach mal durch das Angebot der Organisationen in Ihrer Nähe.

Checkliste: Die Hundeapotheke auf einen Blick

Es ist ganz schön viel, was in so eine Basis-Hundeapotheke gehört. Damit Sie beim Packen nichts vergessen, wollen wir an dieser Stelle die wichtigsten Bestandteile noch einmal als kompakte Checkliste zusammenfassen:

  • Desinfektionsmittel (alkoholfrei)
  • Mullbinden
  • Sterile Kompressen
  • Verbandsschere
  • Wasserfeste Pflasterstreifen
  • Klammerpflaster
  • Selbstklebende Binden
  • Alternativ eine Babysocke
  • Einmalhandschuhe
  • Rettungsdecke zum Wärmeerhalt
  • Pinzette
  • Zeckenzange / Zeckenkarte
  • Antiparasitenmittel (Tabletten oder Spot-Ons)
  • Flohshampoo
  • Insektenspray
  • Kochsalzlösung
  • Wund- und Heilsalbe
  • Kohletabletten / Kohlepulver
  • Mittel gegen Reiseübelkeit
  • Fieberthermometer
  • Taschenlampe
  • Maulkorb
  • Krallenzange / Feile / Schleifpapier
  • Notfallnummern
  • Individuelle Medikamente (nach Absprache mit dem Tierarzt)

Tipp:

Viele Dinge wie beispielsweise Mullbinden, Kompressen, eine Verbandsschere oder die Rettungsdecke müssen Sie nicht erst neu kaufen. Verwenden Sie einfach das Material aus einem alten Verbandskasten aus Ihrem Auto. Das spart Geld und vermeidet obendrein unnötigen Müll.