Kastration bei der Katze: Alles zu Alter, Gründen, Kosten und Methoden

Kommt eine Katze trächtig nach Hause, entsteht plötzlich eine Verantwortung für den potenziellen Nachwuchs. Aus diesem Grund lassen viele Frauchen und Herrchen ihre Katze kastrieren oder sterilisieren. Eine unkastrierte Kätzin kann sechs bis zehn Junge pro Jahr zur Welt bringen.

Deshalb besteht in einigen Städten und Gemeinden bereits eine Kastrationspflicht für Freigängerkatzen die den medizinischen Eingriff unumgänglich macht. Was auf die Katze zukommt und was überhaupt hinter einer Kastration oder Sterilisation steckt, erklären wir in diesem Ratgeber.

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Das Wichtigste auf einen Blick:

• Unterschieden wird zwischen Kastration und Sterilisation. Während bei der Kastration Hoden bzw. Eierstöcke entfernt werden, durchtrennt die Tierärztin bzw. der Tierarzt bei der Sterilisation lediglich Samen- und Eileiter.

• Die Kosten für eine Kastration belaufen sich auf ca. 130 Euro für eine Katze und etwa 80 Euro für einen Kater. Je nach Versicherung übernimmt die Katzenkranken-versicherung die Kosten.

• Die Kastration sollte mit Beginn der Geschlechtsreife durchgeführt werden. Ein zu früher Eingriff würde Nachteile mit sich bringen, ein zu später Eingriff birgt das Risiko einer Schwangerschaft.

• Die Vorteile der Kastration sind vielfältig. Teilweise ist der Eingriff gesetzlich vorgeschrieben. Zudem verlieren Kater ihr Markierverhalten und Katzen werden nicht mehr rollig.

Ablauf: Die Kastration der Katze im Überblick

Die Kastration ist ein chirurgischer Eingriff, der die Unfruchtbarkeit des Tieres einschließlich der ausbleibenden Hormonproduktion bewirkt. Sowohl Katzen als auch Kater kommen hierfür infrage, wobei die Tierärztin oder der Tierarzt entweder die Eierstöcke oder die Hoden operativ entfernt. Beide Eingriffe finden unter Vollnarkose statt.

Bei der Katze erfolgt ein Schnitt durch die Bauchdecke unterhalb des Bauchnabels. Die Eierstöcke werden nacheinander vorgelagert, abgebunden und entfernt. Für die Wundnaht kommt ein selbstauflösendes Nahtmaterial zum Einsatz, das einen zweiten Eingriff überflüssig macht.

Bei der Kastration von Katern entfernt der Tierarzt zunächst das Fell um die Hoden durch Zupfen. Nach der Desinfektion erfolgt die Unterbindung der Gefäße und Samenleiter durch zwei Schnitte. Zuletzt werden die Hoden abgetrennt, wobei der Eingriff so klein ist, dass keine Wundnaht entsteht. Sowohl Kater als auch Katze können sich nach dem Eingriff nicht mehr fortpflanzen.

Deutscher Tierschutzbund

Kastration und Sterilisation der Katze – Was ist der Unterschied?

Sobald eine Katze zeugungsunfähig ist, spricht der Volksmund von einer Kastration. In den meisten Fällen ist das richtig, aber es gibt auch Sterilisationen. Was genau ist der Unterschied?

Bei einer Kastration werden Teile der Geschlechtsorgane entfernt, bei einer Sterilisation sozusagen nur „abgeklemmt“. Die Tierärztin bzw. der Tierarzt durchtrennt die Eileiter bzw. Samenleiter und verödet deren Enden. Im Gegensatz zur Kastration bleibt die Produktion der Geschlechtshormone erhalten, aber die Zellen gelangen nicht mehr in die Eierstöcke oder Hoden. Das Sexualverhalten bleibt also auch bei der Sterilisation erhalten, was den großen Unterschied zwischen den beiden Methoden ausmacht.

Wenn Herrchen und Frauchen das Verhalten ihrer Katze also nicht ändern wollen, ist die Sterilisation die richtige Entscheidung. Medizinischer Standard ist hingegen die Kastration, was daran liegt, dass beispielsweise das Markierverhalten der Kater oder mögliche Erkrankungen der Eierstöcke bzw. Hoden als Nebenwirkung direkt ausgeschlossen werden können.

Methoden der Sterilisation

Bei der Sterilisation erfolgt eine Unterbrechung des Transports von Spermien oder Eizellen. Bei Katern ist ein Eingriff an den Samenleitern und bei Katzen ein Eingriff an den Eileitern erforderlich.

Hierfür stehen drei verschiedene Methoden zur Verfügung. Bei der Ligatur verschließen Tierärztin oder Tierarzt die entsprechenden Kanäle. Bei der Resektion werden sie durchtrennt und bei der Ektomie vollständig entfernt.

Das richtige Alter für die Kastration der Katze

Es ist ratsam, Katzen vor Erreichen der Geschlechtsreife unfruchtbar zu machen. Da das Ziel der Kastration die Eindämmung der Wildkatzenpopulation ist, trägt jeder ausbleibende Wurf zur Eindämmung neuer Streuner bei.

Die Geschlechtsreife erreichen Kater zwischen dem achten und dem zehnten Lebensmonat. Katzen werden meist schon nach dem sechsten Monat geschlechtsreif. Deshalb ist das richtige Alter für eine Kastration vor der vollendeten Geschlechtsreife. Katzen, die zu früh kastriert werden, neigen dagegen zu einer stagnierenden Entwicklung, einem stumpferen Fell, einem höheren Endmaß und Harnsteinen.

Eine Kastration wird daher mit Beginn der Geschlechtsreife empfohlen. Die ersten Anzeichen sind leicht zu erkennen. Die Katzen beginnen damit, sich an Beinen oder Gegenständen zu reiben, während Kater in ihrem Revier stark riechenden Urin verteilen.

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Kosten der Sterilisation und Kastration bei der
Katze

Wie bei allen Eingriffen in der Tierarztpraxis entscheidet auch bei einer Kastration die Gebührenordnung der Tierärzte (GOT) über die Kosten, die Frauchen oder Herrchen zu tragen haben. Der Handgriff der Kastration schlägt bei einem Kater mit 19 Euro zu Buche, bei einer Katze hingegen mit 58 Euro. Hinzu kommen die Kosten für die Narkose und für Medikamente, sollten diese notwendig werden.

Grob geschätzt lässt sich somit von Gesamtkosten in Höhe von 80 Euro für den Kater und 130 Euro für die Katze ausgehen. Soll der Kätzin zusätzlich die gesamte Gebärmutter entfernt werden, steigt der Rechnungsbetrag um etwa 70 Euro.

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Im Leben einer Katze kann es zu vielen Situationen kommen, in denen ein medizinischer Eingriff notwendig wird. Das summiert sich zu hohen Kosten, die sich leider nicht im Voraus planen lassen. Aus diesem Grund kann es sinnvoll sein, eine Katzenkrankenversicherung abzuschließen.

Diese übernimmt je nach Vertrag die Kosten für Operationen, Behandlungen oder Vorsorge. Auch die Kosten für die Kastration sind in einigen Policen enthalten. Bei PETPROTECT erhalten Sie beispielsweise im Tarif Exklusiv+ 150 Euro Zuschuss für die Kastration Ihrer Katze!

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Nach der Kastration: Wissenswertes zur Nach-
sorge

Bei der Kastration handelt es sich um einen Standardeingriff, der für die Tiere keine großen Einschränkungen mit sich bringt. Die Besitzer können bei der Wundversorgung und Fütterung etwas mithelfen. Besondere Vorsicht ist unmittelbar nach der Narkose geboten.

Verhalten: Da die Katze eine Vollnarkose erhalten hat, kann sie nach der Operation orientierungslos sein. In dieser Situation sollte sie sich unter Aufsicht befinden. Um die Temperatur zu regulieren, wird die Katze eine warme Decke schätzen. Wichtig ist auch, dass Freigängerkatzen das Haus erst wieder verlassen, wenn die Wundfäden entfernt sind.

Wundversorgung: Beim Kater entsteht nur eine kleine Wunde, die völlig ohne Wundnaht auskommt und daher nicht weiter beachtet werden muss, wenn sich keine besonderen Auffälligkeiten zeigen. Bei der Katze sieht das etwas anders aus. So wird die Mieze wahrscheinlich einen Body oder eine Halskrause tragen, damit sie nicht an der Kastrationswunde leckt. Nutzen Tierärztin oder Tierarzt keine selbstauflösenden Fäden, ist ein zweiter Besuch in der Praxis nach etwa zehn bis zwölf Tagen erforderlich.

Ernährung: Der Energiebedarf der Katze sinkt nach der Kastration um etwa 30 Prozent der Kalorien. Da der Hunger jedoch gleich bleibt, ist eine angepasste Ernährung ratsam. Dafür gibt es spezielles Futter für kastrierte Katzen. Alternativ kann man einfach die Futtermenge entsprechend dem Energiebedarf reduzieren. Zudem sollten Frauchen und Herrchen darauf achten, die Medikamente in der empfohlenen Dosis zu verabreichen.

Gründe für Kastration der Katze

Es gibt diverse Gründe, eine Katze kastrieren zu lassen. Die Motive können praktischer Natur sein, auf einer gesetzlichen Verpflichtung beruhen oder moralische Hintergründe besitzen. Die folgende Liste enthält einige Beispiele und Vorteile, die mit der Kastration von Katzen verbunden sind.

  1. Eindämmung der Überpopulation: Die Zahl der Straßenkatzen nimmt rasant zu, sodass vielerorts an die Moral der Katzenhalter appelliert wird. Nur wenn möglichst viele Freigänger kastriert werden, lässt sich die Überpopulation der Streunerkatzen eindämmen.
  2. Gesetzliche Rahmenbedingungen beachten: Viele Städte und Gemeinden haben bereits eine Kastrationspflicht für Katzen erlassen. Die Kastration kann also schon aus rechtlichen Gründen notwendig sein.
  3. Lebenserwartung erhöhen: Studien haben gezeigt, dass die Kastration die Lebenserwartung von Katzen um bis zu fünf Jahre erhöhen kann. Das liegt daran, dass das Infektionsrisiko bei der Paarung und die Konkurrenzkämpfe zwischen Katern wegfallen.
  4. Markierungsverhalten unterbinden: Das Markierverhalten von Katern ist selbst Frauchen und Herrchen ein Dorn im Auge. Der Urin in der Wohnung riecht sehr unangenehm, sodass die Kastration eine gute Lösung ist, um das Markierungsverhalten abzustellen.
  5. Rolligkeit verhindern: Weibliche Katzen können während der Rolligkeit ein sehr aufdringliches Verhalten an den Tag legen. Sie reiben sich an Beinen und Gegenständen oder geben laute Schreie von sich. Wird die Hormonproduktion durch eine Kastration unterbunden, ist die Katze nicht mehr rollig.
  6. Wesensveränderung: Besonders Kater können ein aggressives Wesen haben. Beeinträchtigt dies das Zusammenleben im Alltag, ist eine Kastration eine gute Lösung, da Kater nach der Operation ruhiger und verträglicher sind.

Kastrationspflicht bei Katzen

Dreizehn Bundesländer haben gemäß § 13b TierSchG per Landesverordnung eine Rechtsgrundlage für eine Kastrationspflicht für Katzen erlassen. Danach können die einzelnen Städte und Gemeinden selbst entscheiden, ob sie eine solche Pflicht für Katzen einführen.

Inzwischen gibt es in fast 800 Städten und Gemeinden eine Kastrationspflicht, die meist für Freigängerkatzen gilt. Bei Nichtbeachtung droht zunächst ein Verwarnungs-, später ein Bußgeld.

Fazit: Die Kastration bei der Katze als Eingriff mit vielen Vorteilen

Dank der Aufklärungsarbeit der Tierschutzvereine werden die Vorteile der Katzenkastration immer bekannter. Die Überpopulation kann durch eine Kastration eingedämmt werden und auch das tägliche Zusammenleben von Frauchen und Herrchen mit ihrem Tier wird entspannter.

Für die Katzen bedeutet der Eingriff keinen großen Einschnitt. Zum Teil profitieren sie sogar von den Folgen. Da sich auch die Kosten und Risiken in Grenzen halten, ist eine Kastration also durchaus empfehlenswert. Im Nachgang sollten Katzenhalter auf eine angepasste Ernährung achten und sich ansonsten auf ein schönes Zusammenleben ohne ungewollten Katzennachwuchs im Haushalt freuen.

FAQ: Kastration bei der Katze

Die wichtigsten Fragen und Antworten
zur Kastration bei der Katze

Eine Wesensänderung kann eintreten, ist aber als positiver Nebeneffekt zu sehen. Nach der Kastration geben Kater ihre Revierkämpfe und das Markieren mit Urin auf. Die Katze ist nicht mehr rollig und somit sanfter im Verhalten.

Normalerweise wird eine Katze nach der Kastration nicht mehr rollig. Es kann jedoch Ausnahmen geben – und zwar immer dann, wenn nach der Operation Eierstockgewebe im Körper verbleibt, das weiterhin Hormone produziert.

Vor der Kastration ist lediglich darauf zu achten, dass die Katze nüchtern ist. Etwa sechs bis acht Stunden vor dem Eingriff sollte die Katze nicht mehr fressen. Andernfalls könnte das Tier die Nahrung erbrechen, sodass im schlimmsten Fall Futter in die Luftröhre gelangen könnte.

Die Kastration ist ein chirurgischer Eingriff unter Vollnarkose. Das ist immer mit einem kleinen Risiko verbunden. Außerdem kann es sein, dass die fehlende Hormonproduktion die Katze anfangs verwirrt und aggressiv macht. Mit etwas Geduld wird sich das aber legen. Ein weiteres Risiko ist die Entzündung der Wundnaht.

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