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Letzter Ausweg tierärztlicher Notdienst

Wer zahlt und was muss ich im Notfall beachten?

Notfälle lassen sich nicht planen und kommen immer dann, wenn wir sie am wenigsten erwarten und gebrauchen können. Das ist bei unseren Haustieren nicht anders als bei uns Menschen. Da, wo wir den Rettungsdienst alarmieren oder selbst die Notaufnahme aufsuchen, springt bei unseren Fellnasen der Tierarzt ein.

Bildquelle: Adobe Stock / bmf-foto.de

19. November 2021

Aber was, wenn sich der Notfall nachts oder an Feiertagen außerhalb der Praxiszeiten ereignet? Für genau solche Fälle gibt es den tierärztlichen Notdienst. Aber wann ist eine Erkrankung überhaupt ein Notfall? Wie genau läuft eine tierärztliche Notfallbehandlung ab? Wer hat überhaupt Dienst? Und was kostet die Notfallleistung? Diese und viele weitere Fragen möchten wir Ihnen im Folgenden beantworten.

Hilfe gibt es für Haustiere in Deutschland Tag und Nacht

Während das Tierärztewesen in anderen Ländern eher lückenhaft ausgeprägt ist, gibt es hierzulande ein vergleichsweise dichtes Sicherheitsnetz für Fellnasen. Auch wenn die Praxen der meisten niedergelassenen Tierärzte zum Beispiel in der Zeit zwischen 20 Uhr und 6 Uhr bzw. an Sonn- und Feiertagen geschlossen haben, ist die Versorgung für Notfälle gewährleistet.

Diese Aufgabe übernimmt in jeder Region ein tierärztlicher Notdienst. Dabei handelt es sich um Tierärzte sowie ausgebildetes tiermedizinisches Personal in Tierkliniken sowie in Bereitschaftspraxen. Andere Tierärzte wiederum haben im Rahmen der Notdienstzeiten eine Rufbereitschaft. Ruft also jemand wegen eines akuten Notfalls an, besetzt der Tierarzt samt dem Bereitschaftspersonal seine Praxis.


Tipp:

Um im Notfall optimal vorbereitet zu sein, sollten sich Tierhalter regelmäßig über den vor Ort tätigen tierärztlichen Notdienst informieren und die Telefonnummer im Smartphone abspeichern. So verlieren Sie im Notfall keine wertvolle Zeit.


Was ist ein Notfall und wie erkenne ich ihn?

An der Frage, was ein Notfall ist, scheiden sich die Geister. Durch die enge Bindung und die hohe emotionale Belastung schätzen viele Halter die Leiden Ihrer Vierbeiner deutlich dramatischer ein, als sie tatsächlich sind. Das führt wie auch in der Humanmedizin dazu, dass die Notaufnahmen der Tierkliniken zu Stoßzeiten überfüllt sind.

Und teuer wird es für Halter auch, denn die Notdienstgebühren liegen weit über den Gebührensätzen zu den üblichen Praxisöffnungszeiten. Die Definition, was ein Notfall ist, unterscheidet sich übrigens nicht anhand der Tageszeit. Ein kleiner Cut am Ballen ist weder am Tag noch in der Nacht ein dringender Notfall. Um zu erkennen, ob es sich um einen potenziell lebensbedrohlichen Notfall handelt, können Sie unter anderem die folgenden Anzeichen und Hergänge als Referenz nutzen:

  • Starke oder unstillbare Blutung
  • Schwerer (Verkehrs-)Unfall
  • Verletzungen am Auge
  • Plötzlich auftretende Lähmungen der Beine
  • Verbrennungen
  • Hitzschlag
  • Verbrühungen
  • Kontakt mit Giften
  • Verschlucken von Fremdkörpern
  • Zunehmende Schwäche
  • Krampfanfälle
  • Extrem blasse Schleimhäute
  • Atemnot
  • Bewusstlosigkeit
  • Anhaltender blutiger Durchfall
  • Anhaltendes blutiges Erbrechen

Was macht ein Tierarzt im Notfall?

Ein Notfall definiert sich durch seine potenzielle Lebensbedrohlichkeit. Dementsprechend besteht die Hauptaufgabe des Tierarztes darin, das Leben Ihres Haustieres zu retten bzw. dessen Zustand für die Weiterbehandlung zu stabilisieren. Welche Maßnahmen dafür geeignet sind, hängt vom jeweiligen Notfall ab, umfasst aber keine unnötigen Routinemaßnahmen. Das Spektrum der Notfallbehandlung umfasst unter anderem:

  • Verabreichen von Schmerzmitteln
  • Blutungen durch Verbände stoppen
  • Vernähen von Fleischwunden
  • Anlegen kreislaufstabilisierender Infusionen
  • Durchführung bildgebender Verfahren (Röntgen, CT, MRT, Ultraschall)
  • Spritzen eines Antidots (Gegenmittel) bei Vergiftungen
  • Reanimationsmaßnahmen (Herzdruckmassage, Beatmen, Defibrillieren)
  • Durchführen von Notoperationen

Tierärztlicher Notfall: Wie genau läuft das ab?

Trotz aller Tragik muss auch ein Notfall strukturiert ablaufen. Nur so kann das tierärztliche Personal Ihrem Haustier optimal helfen. Kommt es zu einer Akutsituation, wählen Sie die Nummer des diensthabenden Tierarztes. Schildern Sie, um welche Tierart es sich handelt, was passiert ist und welche Symptome auftreten. Der Vorabanruf dient gleich mehreren Zwecken. Einerseits bekommen Sie gleich wichtige Informationen an die Hand, wie Sie weiter verfahren müssen und was Sie selbst tun können.

Auf der anderen Seite kann sich das medizinische Team bereits auf den kleinen Patienten einstellen. Teilen Sie dem tierärztlichen Notdienst dabei unbedingt mit, wann Sie etwa in der Praxis bzw. in der Klinik eintreffen werden.

Notfall-Checkliste:

  • Um welches Tier geht es?
  • Was ist genau passiert?
  • Wie ist der Zustand des Tieres?
  • Welche Symptome hat Ihr Tier?
  • Gibt es bekannte Vorerkrankungen?

Achtung: Hausbesuche gibt es nur in Ausnahmefällen!

Bei uns Menschen kommt der Rettungsdienst nach Hause. Auch der hausärztliche Notdienst tut dies, sofern es notwendig erscheint. In der Veterinärmedizin sind Hausbesuche jedoch selten. Hausbesuche sind in der Regel nur nach Rücksprache mit dem Tierarzt und unter bestimmten Bedingungen möglich. Das liegt einerseits an der beschränkten Anzahl an Notfallpraxen. Andererseits sind die notwendigen Gerätschaften und Medikamente für die optimale Behandlung ausschließlich in der Tierarztpraxis bzw. in der Tierklinik vorhanden. Ein Hausbesuch kostet also häufig wertvolle Zeit, die so zum Beispiel für lebensrettende Operationen verlorengeht.


So transportieren Sie Ihr Haustier am besten zum tierärztlichen Notdienst

Sie haben den tierärztlichen Notdienst erreicht und wollen sich auf den Weg zur Praxis machen. Doch wie machen Sie dies am besten, um das aufgeregte Tier so schonend wie möglich zu transportieren? Nun, das hängt von der Tierart ab.

Wichtig ist jedoch für alle Tiere: Nehmen Sie einen Helfer mit, der Sie zur Praxis fährt, während Sie sich um das Tier kümmern. Alles andere hängt davon ab, ob es sich bei dem Patienten um einen Hund, eine Katze, einen Nager oder einen Vogel handelt:

  • Hund: Insbesondere für kleinere Hunde ist die Transportbox das geeignetste Mittel für den Transport zur Praxis. Da verletzte Tiere zum Beißen neigen, bietet sich zum Schutz des Personals und zum Zweck einer optimalen Behandlung ein Maulkorb bzw. eine Maulschlinge an. Besteht der Verdacht auf einen Knochenbruch oder gar eine Wirbelsäulenverletzung ist es wichtig, dass Ihr Hund auf einer festen Unterlage Platz nimmt und im Auto fixiert wird. Ansonsten drohen weitere Verletzungen.
  • Katze: Insbesondere verletzte Katzen können zu wahrhaftigen Kratzbürsten und Beißmonstern mutieren. Heben Sie Ihr Tier daher vorsichtig in einer Decke eingewickelt in einen gut zugänglichen Korb oder in eine Transportbox. Nehmen Sie das Tier sowohl während der Fahrt als auch im Wartezimmer nicht auf den Arm.
  • Nager und Vögel: Nager und Vögel sind am besten in einer Nagertransportbox aufgehoben. Sichern Sie die Box, sodass sie im Auto nicht verrutschen kann. Anders als bei Katzen und Hunden können Sie hier auf eine Begleitung verzichten. Wichtig: Dunkeln Sie die Transportbox mit einem Tuch oder einer Decke ab, um das Tier zu beruhigen.

Wartezeit bei nicht lebensbedrohlichen „Notfällen“

Leider berichten Tierärzte immer wieder davon, dass „Notfälle“ deutlich weniger dramatisch sind, als Sie am Telefon geschildert werden. Insbesondere wenn es sich um keine lebensbedrohliche Situation handelt, sollten Sie selbst beim tierärztlichen Notdienst mit Wartezeiten rechnen. Ebenso wenig wie der Transport mit dem Rettungswagen ins Krankenhaus für uns Menschen eine Vorzugsbehandlung nach sich zieht, ist es auch beim tierärztlichen Notdienst.

Abhängig von der Kategorisierung Ihres Tiers liegt die Wartezeit zwischen wenigen Minuten und mehreren Stunden. Aber keine Angst: Ein echter Notfall wird auch umgehend behandelt. Abhängig vom gesundheitlichen Zustand nach der Notfallbehandlung kann es sein, dass Ihr Tier zur weiteren stationären Behandlung an eine Tierklinik überwiesen wird.

Benötige ich weitere Unterlagen?

Wir haben uns mittlerweile daran gewöhnt, überall unser Krankenkassenkärtchen mitzuführen. Wirklich notwendig ist sie in einem echten Notfall aber nicht. Auch wenn Ihr Tier einen Unfall erleidet, gibt es Wichtigeres als Dokumente wie den Impfpass. Diesen können Sie im Zweifelsfall immer noch nachreichen.

Wenn es sich beispielsweise um eine Vergiftung mit einem Medikament oder einem Reinigungsmittel handelt, bringen Sie nach Möglichkeit bitte die Verpackung mit. Andernfalls können Sie den Namen des Mittels bereits am Telefon schildern. Weiterführende Unterlagen benötigen Sie für den tierärztlichen Notdienst nicht.

Kosten: Wie hoch sind die Notdienstgebühren?

Kommen wir zum Knackpunkt der Angelegenheit, den Kosten für den tierärztlichen Notdienst. Die gute Nachricht ist, dass die Behandlungskosten auf der gesetzlich geregelten Gebührenordnung für Tierärzte (GOT) beruhen. Die schlechte Nachricht ist jedoch, dass die Kosten im Notdienst deutlich höher liegen als im Regeldienst. Zudem muss die Rechnung bei den meisten Notdiensten unmittelbar beglichen werden.

Grundsätzlich rechnen Tierärzte nach dem 1-fachen, 2-fachen oder 3-fachen Satz ab. Im tierärztlichen Notdienst gilt der 2-fache GOT-Satz mittlerweile als Mindestsatz. Hinzu kommt eine pauschale Notdienstgebühr in Höhe von 50 Euro. Dass die Kosten im tierärztlichen Notdienst zum Teil deutlich höher liegen, liegt auch daran, dass Tierärzte im Notdienst bis maximal zum 4-fachen GOT-Satz abrechnen dürfen.

Hinzu kommt bei allen Beträgen die Mehrwertsteuer. Zum Vergleich: Während eine einfache Injektion zum 1-fachen Satz 5,77 Euro (zzgl. MwSt.) kostet, sind es im 4-fachen Satz bereits 23,08 Euro (zzgl. MwSt.) Gerade bei aufwendigeren Notfällen kann hier leicht ein vierstelliger Betrag fällig werden.

Abendsprechstunde oder Notdienstfenster?

Wann die Notdienstgebühr fällig wird, hängt von der Uhrzeit ab. Seit der letzten Änderung der Gebührenordnung im Jahr 2020 gelten folgende Zeiten als Notdienstzeiten:

  • Werktags (18 Uhr bis 8 Uhr)
  • Wochenenden (Freitag 18 Uhr bis Montag 8 Uhr)
  • Feiertage (0 Uhr bis 24 Uhr)

Tierarztpraxen können jedoch von dieser Regelung abweichen. Wenn eine Tierarztpraxis etwa reguläre Abendsprechstunden oder Samstagssprechstunden anbietet, gelten die normalen Konditionen. Insbesondere bei Ihrem Haustierarzt sollten Sie sich gleich im Vorfeld darüber informieren.

Fahren Sie mit einem kleinen Notfallpatienten also um 19 Uhr zu Ihrem Tierarzt, der am Mittwochabend regulär bis 20 Uhr eine Sprechstunde anbietet, müssen Sie keine Notdienstaufschläge zahlen.

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Wie Sie sehen, kann es im Notfall teuer werden. Doch wer möchte schon aus finanziellen Gründen nein sagen, wenn es dem pelzigen Liebling in einer kritischen Situation schlecht geht? Mit der Hunde– und Katzenkrankenversicherung von PETPROTECT müssen Sie sich gar nicht erst mit diesem Problem befassen.

Unabhängig davon, ob Sie sich für den Komfort-, Premium- oder Exklusiv-Tarif entscheiden, leistet PETPROTECT bei Tierarztkosten bis zum 4-fachen GOT-Satz. Informieren Sie sich jetzt über die Tierkrankenversicherung von PETPROTECT und sichern Sie Ihr Haustier und Ihren Geldbeutel optimal ab. Immerhin kommen Notfälle immer dann, wenn man am wenigsten mit Ihnen rechnet.

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