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Dogtrekking

Was Sie für gemeinsame Abenteuer in der Wildnis benötigen

Können Sie sich etwas Schöneres vorstellen, als mit Ihrem Schlappohr durch die Natur zu streifen und dabei intensive Ruhe und atemberaubende Ausblicke zu genießen? Einfach die Seele baumeln lassen und endlose Stunden über Wiesen, durch Felder und über Bergpässe wandern. Schlicht eine gute Zeit mit der Fellnase verbringen und dabei den Kopf frei bekommen.

Wenn das genau Ihr Ding ist, dann sollten Sie einmal einen Blick auf das Dogtrekking werfen. Erfahren Sie in diesem Ratgeber, wie die Trendsportart funktioniert, welche Hunde sich besonders dafür eignen und was Sie für das Dogtrekking brauchen.

Was Sie für gemeinsame Abenteuer in der Wildnis benötigen

Was ist Dogtrekking und wo liegt der Unterschied zum Canicross?

Dogtrekking, was soll denn das schon wieder für eine neumodische Trendsportart sein? Wer glaubt, dass es sich lediglich um das Wandern mit Hund handelt, der liegt nicht unbedingt meilenweit daneben, trifft es aber dennoch nicht ganz genau. Erfunden wurde das Dogtrekking tatsächlich von dem Bergsteiger Jaroslav Kvasnica als Freizeitvergnügen.

Mit der Zeit entwickelte sich daraus ein echter Hundesport, der ungefähr seit dem Jahr 2000 international ausgeführt wird. Seit 2012 gibt es sogar einen Pokalwettbewerb mit Teilnehmern aus ganz Europa. Nichtsdestotrotz ist das Dogtrekking vor allem in Spanien, Belgien, Österreich, Polen, der Slowakei und Tschechien beliebt.

Datenquelle zur Grafik

Hierzulande steckt der Sport allerdings noch in den Kinderschuhen. Grundsätzlich geht es beim Dogtrekking darum, dass Sie mit Ihrer Fellnase große Distanzen in der Natur bewältigen. Man könnte Dogtrekking daher auch als „Weitwandern mit Hund“ übersetzten. Typisch für das Dogtrekking sind Strecken von mehr als 80 Kilometern, die Sie an ein bis zwei Tagen absolvieren müssen.

Bewegen Sie sich zum Beispiel in bergigem Terrain, reduziert sich die Strecke im Verhältnis zu den anfallenden Höhenmetern. Damit ist das Dogtrekking der krasse Gegenentwurf zum Canicross. Canicross ist so etwas wie die Sprintdistanz mit einer Streckenlänge von nur zwei bis sechs Kilometern. Kurz gesagt, Dogtrekking ist also etwas für ausdauernde Naturfreunde. Canicross hingegen ist die Sprintvariante für Adrenalinjunkies.

Diese Eigenschaften sollten Sie mitbringen

Auch wenn es auf den ersten Blick nicht so scheint, ist das Dogtrekking eine sehr herausfordernde und trainingsintensive Hundesportart. Gleichzeitig stellt das Dogtrekking vergleichsweise geringe Anforderung an den Aufwand, den Sie betreiben müssen. Grundsätzlich einmal sollten Sie sich gerne lange in der Natur aufhalten. Auch schlechtes Wetter sollte Ihnen nichts ausmachen.

Immerhin kann das Wetter bei einer so langen Tour trotz akribischer Planung schon einmal umschlagen. Physische Belastbarkeit ist dabei eine der Grundvoraussetzungen, zumal Sie die Ausrüstung für sich selbst und Ihren Hund über die ganze Strecke hinweg tragen können müssen. Neben den körperlichen Voraussetzungen ist auch der Kopf beim Dogtrekking gefordert.

Lange Strecken mitten im Gelände wollen gut geplant sein. Der Umgang mit Karte, Kompass und GPS ist daher Pflicht. Warum Karte und Kompass? Ganz einfach, weil auch technische Hilfsmittel wie das GPS oder Ihr Smartphone einmal versagen können. Und wer will dann schon orientierungslos mehrere Kilometer weit von der nächsten Ortschaft entfernt sein?

Eignet sich mein Hund für das Dogtrekking?

Dogtrekking stellt hohe Ansprüche an die Kondition von Mensch und Tier. Dementsprechend sollte auch Ihr Hund kein Bewegungsmuffel sein. Insbesondere für flache Routen ist eine gute Ausdauerfähigkeit in der Regel ausreichend. Möchten Sie mit Ihrem Hund jedoch in alpines Gelände vordringen, kommen Anforderungen wie Ruhe, Gelassenheit und Trittsicherheit hinzu.

Schreckhaft oder gar ängstlich sollte Ihr Hund also ebenfalls nicht sein. Gleichzeitig sollte Ihr Tier eine relativ hohe Reizschwelle für die Reaktion auf Umweltreize haben. Speziell in steilem Gelände steigt sonst das Unfallrisiko enorm an. Für ausgemachte Sturköpfe ist das Dogtrekking ebenfalls nichts. Der Hund muss schon Freude daran haben, eng mit Ihnen als Hundeführer zusammenzuarbeiten.

Erfüllt Ihr Vierbeiner diese Anforderungen, können beinahe alle Rassen Spaß am Dogtrekking finden. Ungeeignet ist Dogtrekking für spezielle Rassen, die durch ihre Anatomie schnell außer Atem und damit in eine gesundheitsbedrohliche Lage geraten können. Dazu gehören vor allem sogenannte brachyzephale Rassen wie die englische und französische Bulldogge sowie der Mops.

Das brauchen Sie für das Dogtrekking

Kein Sport kommt ohne Ausrüstung aus. Auch beim Dogtrekking ist das nicht anders. Wir fassen für Sie kurz zusammen, welche Ausrüstung Sie benötigen, wenn Sie mit Ihrem Hund auf Wanderschaft gehen möchten. Und für eine Tour von über 80 km Länge kommt einiges zusammen.

  • Leine: Eine einfache Leine reicht für einen solchen Sport nicht aus. Durch den Zug macht das weder Spaß, noch ist es für Mensch und Tier gesund. Ideal ist eine Zug- oder Jöring-Leine mit Ruckdämpfer.
  • Geschirr: Mit Halsband zum Dogtrekking gehen ist ein No-Go. Damit gehört auch ein gutes Zuggeschirr zur Basisausstattung. Wichtig ist, dass das Geschirr optimal sitzt und Ihren Hund nicht in seinem Bewegungsablauf behindert. Für besonders stark ziehende Hunde empfehlen sich Geschirre mit breiter Auflagefläche und einem Zugpunkt, der sich im Bereich der unteren Brust befindet.
  • Bauchgurt: Ja, auch Sie benötigen für das Dogtrekking ein Geschirr. Während kurze Wanderungen ohne Bauchgurt vielleicht noch kein Problem sind, ist ein gut sitzender Gurt bei langen Trips Gold wert. Wer mag schon seinen Hund über 80 Kilometer immer an der Leine halten? Achten Sie auch hier darauf, dass der Gurt optimal sitzt, sonst machen Ihnen Scheuer- und Druckstellen schnell den Spaß kaputt.
  • Hunde-Booties: Um die Pfoten Ihres Hundes in unwegsamem Gelände zu schonen, gehören auch Booties ins Gepäck. Auch für den Fall, dass sich Ihr Begleiter auf der Tour an den Pfötchen verletzt, sind die Hunde-Booties eine perfekte Rückfallebene.
  • Festes Schuhwerk: Was für Ihre Fellnase gilt, gilt auch für Sie! Nur mit dem Unterschied, dass Sie ohne festes Schuhwerk keinen Meter im Gelände gehen sollten. Ob Sie zu Trailrunning-Schuhen oder zu Wanderstiefeln mit Umknickschutz greifen, bleibt grundsätzlich Ihnen überlassen. Wir empfehlen Ihnen allerdings, auf Schuhe mit wasserdichter Membran zurückzugreifen.
  • Wetterfeste Kleidung: Es gibt beim Dogtrekking kein schlechtes Wetter, nur schlechte Kleidung. Achten Sie also vor jeder Tour auf die Wettervorhersage. Passen Sie sich den Gegebenheiten an. Für nasse Verhältnisse ideal sind auch hier wieder Kleidungsstücke mit Membran. Gerade im Gebirge gilt die Grundregel: „Seien Sie auf alles vorbereitet!“
  • Kartenmaterial: In Zeiten des Smartphones ist die Navigation mit Google Maps und Co. denkbar einfach. Ein GPS-Gerät und eine Karte als Backup gehören dennoch ins Gepäck. Umgehen können sollten Sie mit diesem Equipment natürlich auch.
  • Beleuchtung: Auf langen und zumeist mehrtätigen Touren werden Sie kaum darum herumkommen, sich auch in der Dunkelheit zu bewegen. Eine gute LED-Taschenlampe ist daher ebenso Pflicht wie dazugehörige Wechsel-Akkus oder eine Powerbank zum Aufladen. Ideal ist beispielsweise eine Stirnlampe, sodass Sie stets die Hände frei haben.
  • Verpflegung: Hund und Führer verbrauchen auf einer solchen Tour eine Menge Kalorien. Ausreichend Futter darf hier also nicht fehlen. Dabei gehören sowohl Snacks für zwischendurch als auch vollwertige Mahlzeiten ins Gepäck. Auch Ihr Hund benötigt neben Leckerlis sein Trocken- oder Nassfutter samt Napf. Ausreichend Wasser ist ebenfalls essenziell.
  • Erste-Hilfe-Set: Denken Sie daran, Sie bewegen sich mit Ihrem Hund beim Dogtrekking in der Natur. Es kann also immer passieren, dass Sie oder Ihr Hund sich verletzen. Ein umfangreiches Erste-Hilfe-Set für Vier- und Zweibeiner gehört daher unbedingt in den Rucksack.
  • Übernachtungs-Equipment: Zu guter Letzt müssen Sie und Ihre Fellnase auch irgendwo schlafen. Haben Sie keinen Platz in einer Hütte oder Herberge angemietet, heißt es, den Schlafplatz selbst mitzunehmen. Ob Outdoor-Hängematte mit Tarp oder ein voll ausgestattetes Zelt samt Isomatte und Schlafsack – das müssen Sie selbst entscheiden.