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Welche Impfungen sind für Hunde notwendig und welche werden empfohlen?

Dank flächendeckender Impfkampagnen konnten in Europa in den vergangenen Jahrzehnten etliche ehemals weit verbreitete Krankheiten ausgerottet werden. Das gilt sowohl im Bereich der Humanmedizin als auch für Vierbeiner. Tollwut etwa ist dank Impfpflicht in unseren Breiten kaum noch ein Problem. Mittlerweile können Sie Ihren Hund mit einem einfachen Piekser sogar vor typischen Reisekrankheiten schützen. Aber welche Hundeimpfungen sind wirklich nötig und welche Impfungen sind optional?

Bildquelle: Adobe Stock / Africa Studio

17. May 2021

Darum sollten Sie Ihren Hund impfen lassen

Auch Hunde sind vor ansteckenden Krankheiten nicht gefeit. Impfungen schützen Ihren Vierbeiner vor potenziell schwerwiegenden Erkrankungen, die früher das sichere Todesurteil bedeuteten. Durch die Gabe von Antikörpern oder abgeschwächten Erregern unterstützen Impfungen das Immunsystem der Hunde dabei, einen effektiven Schutz aufzubauen. Das Impfen erspart Ihrem Hund aber nicht nur gesundheitliche Beschwerden. Insbesondere bei hochansteckenden und gefährlichen Erkrankungen sorgt die Immunisierung für einen Schutz der gesamten Hundepopulation.
Mit jedem geimpften Hund lassen sich Krankheiten ein Stück weiter zurückdrängen. Besonders wichtig ist das bei Erkrankungen wie Tollwut oder Leptospirose, mit denen auch Sie sich ohne Weiteres anstecken können. Das Impfen ist aber nicht nur förderlich für Ihre Gesundheit und die Gesundheit Ihres Hundes, sondern auch für Ihren Geldbeutel. Immerhin ersparen Sie sich teure Behandlungen beim Tierarzt.

„Pflichtimpfungen“ und optionale Impfungen

Impfungen schützen Ihren Hund zwar, stellen aber auch eine Belastung für den gesamten Organismus da. Folglich gilt hier der Grundsatz: „So viel wie nötig, so wenig wie möglich.“ Diesen Ansatz verfolgt auch die „Ständige Impfkommission Veterinärmedizin“, die in ihrer regelmäßig aktualisierten Impfrichtlinie für Hunde klare Empfehlungen ausgibt. Diese Richtlinie schreibt vor, gegen welche Erkrankungen Sie Ihren Hund dringend impfen lassen sollten. Im Gegensatz zu anderen Ländern gibt es aber in Deutschland keine gesetzliche Impfpflicht.
Sie müssen also Ihren Hund prinzipiell ebenso wenig impfen lassen wie sich selbst. Im Hinblick auf die Wichtigkeit der Immunisierung wäre das Unterlassen jedoch sehr nachlässig. Veterinäre bezeichnen bestimmte Impfungen daher als inoffizielle „Pflichtimpfungen“. Demgegenüber stehen empfohlene Impfungen. Während „Pflichtimpfungen“ für alle Hunde sinnvoll sind, hängt der Sinn von Wahlimpfungen von Faktoren wie dem Lebensumfeld, den Aktivitäten und dem Reiseverhalten ab.

Diese Impfungen benötigt Ihr Hund

  • Tollwut: An erster Stelle steht die Impfung gegen Tollwut. Die aggressive Virusinfektion greift das Nervensystem an und sorgt dort für massive Schäden. Da Tollwut derzeit noch nicht behandelbar ist, endet die Krankheit für ungeimpfte Hunde tödlich. Das Gleiche gilt, wenn sich ein Mensch mit Tollwut infiziert.
  • Leptospirose: Leptospirose ist eine Erkrankung, die von Bakterien (Leptospiren) verursacht wird. Im Rahmen der Infektion kommt es zu schweren Schäden an inneren Organen wie den Nieren, der Leber, dem Magen und dem Darm. Da auch Menschen sich beim täglichen Kontakt mit einem erkrankten Hund infizieren können, gehört die Immunisierung zu den Pflichtimpfungen.
  • Hepatitis contagiosa canis (HCC): Diese Form der Hepatitis ist eine hochansteckende Leberentzündung. Sie äußert sich zunächst anhand von Fieber und Verdauungsstörungen. Später kann sich daraus eine chronische Hepatitis mit hohen Folgekosten für die Gesundheitsversorgung entwickeln. Vor allem bei Welpen verläuft HCC leider häufig tödlich.
  • Parvovirose: Auslöser für die Parvovirose ist ein äußerst widerstandsfähiger Virus, der den Magen-Darm-Trakt von Hunden befällt. Charakteristisch sind schweres Erbrechen und blutige Durchfälle. Ähnlich wie bei HCC kostet die Infektion insbesondere Welpen und ältere Hunde oft das Leben.
  • Staupe: Bei Staupe handelt es sich um eine potenziell tödliche Virusinfektion, die selbst bei gesunden Vierbeinern häufig einen schweren Verlauf nimmt. Auch Menschen können sich über den direkten Kontakt mit infizierten Tieren leicht anstecken.

Optionale Impfungen für Vierbeiner

Neben den „Pflichtimpfungen“ gibt es eine ganze Reihe an optionalen Impfungen. Hierzu zählen insbesondere Erkrankungen, die nur in bestimmten Regionen auftreten, bei gesunden Hunden meist harmlos verlaufen oder nicht infektiös sind. Ob die Impfung sinnvoll ist, hängt davon ab, wo Sie wohnen, ob Sie mit Ihrem Hund Sport treiben oder ins Ausland verreisen. Zu den bedeutendsten optionalen Impfungen gehören unter anderem:

  • Tetanus: Wenn Sie mit Ihrem Vierbeiner häufig sportlich in Wald und Wiesen unterwegs sind, kann eine Tetanus-Impfung sinnvoll sein. Ebenso wie beim Menschen können in offene Wunden eindringende Bakterien Tetanus (Wundstarrkrampf) auslösen. Bei Hunden ist die Erkrankung zwar deutlich seltener als beim Menschen. Nichtsdestotrotz nimmt sie ohne Behandlung häufig einen tödlichen Verlauf.
  • Zwingerhusten: Beim Zwingerhusten handelt es sich um das Äquivalent zum als Kinderkrankheit zählenden Keuchhusten. Der hochansteckende Infekt der oberen Atemwege tritt anfallartig auf und führt sowohl bei Welpen als auch alten und schwachen Tieren häufig zum Tod. Typische Symptome sind Fieber, Husten, Würgen und Erbrechen.
  • Borreliose: Ebenso wie Menschen können sich auch Hunde über einen Zeckenbiss eine Borreliose einfangen. Gerade wenn Sie in einem Zecken-Risikogebiet wohnen, ist die Impfung empfehlenswert.
  • Canines Herpesvirus: Das canine Herpesvirus ist für trächtige Hündinnen besonders gefährlich. Hier kann eine Infektion zum Absterben der Föten führen. Auch neu geborene Welpen sterben in ihren ersten Lebenstagen häufig an einer durch das Virus ausgelösten Atemwegsinfektion. Der beste Zeitpunkt für die Immunisierung liegt vor der Trächtigkeit der Hündin.
  • Coronavirus: Das Coronavirus ist ein aggressives Virus, das den Magen-Darm-Trakt befällt. Typisch sind übelriechende und blutige Durchfälle, die bei geschwächten Tieren und Welpen häufig tödlich sind. Auch Menschen können sich über ihren Hund leicht mit dem Virus anstecken.
  • Babesiose: Babesiose ist auch als Hunde-Malaria bekannt. Das liegt vor allem daran, dass auch hier Symptome wie Fieber, Atemnot und schwere Kreislaufbeschwerden auftreten. Für Hunde, die sich ausschließlich in Deutschland bzw. Europa aufhalten, ist die Impfung gegen Babesiose optional. Wer seinen Vierbeiner mit in einen Sub-Sahara-Urlaub nimmt, sollte jedoch mit seinem Tierarzt über den Sinn der Impfung sprechen.
  • Leishmaniose: Die von Parasiten übertragende Infektionskrankheit wird von Tierärzten zu den Reisekrankheiten gezählt. Bei Reisen in die Mittelmeerregion ist die Impfung gegen dieses unerfreuliche Urlaubsmitbringsel zu empfehlen.

Achten Sie auf den richtigen Mittelweg

Viele Impfungen haben lediglich eine gewisse Vorhaltezeit. Dementsprechend müssen sie in regelmäßigen Abständen wiederholt werden. Das gilt etwa für die Tollwutimpfung. Hier kommt in der Regel der Impfstoff Nobivac T zur Anwendung, der den optimalen Schutz etwa drei Jahre aufrechterhält. Um das Überimpfen zu vermeiden, empfiehlt die Global Veterinary Community (WASAVA) die Durchführung von sogenannten Titer-Tests. Im Rahmen des Tests überprüft der Tierarzt, wie hoch die Konzentration an Antikörpern im Körper Ihres Hundes ist. Nur bei einem zu geringen Antikörperstand wird gezielt nachgeimpft. Experten empfehlen einen solchen Test alle zwei bis drei Jahre.

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