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Diabetes bei Hunden

Was Sie zu Symptomen, Behandlung und Prognose wissen müssen

Geben wir es zu: Bei Diabetes denken wir an eine typische Zivilisationserkrankung, die vielen Millionen Menschen zu schaffen macht. Wer kommt hier schon auf den Gedanken, dass auch Hunde Diabetes haben können? Tatsächlich leiden aber auch hierzulande etliche Fellnasen zum Teil jahrelang unerkannt an der Stoffwechselerkrankung.

Dabei kann die Erkrankung die Lebensqualität von Mensch und Vierbeiner gleichermaßen enorm beeinträchtigen. Aber das muss nicht sein. Erfahren Sie, an welchen Symptomen Sie die Erkrankung erkennen, wie die Behandlung funktioniert und wie es um die Prognose Ihrer Fellnase steht. Richtig behandelt, steht einem langen und zufriedenen Hundeleben nämlich nichts im Wege.

Was Sie zu Symptomen, Behandlung und Prognose wissen müssen

Diabetes beim Hund: Was bedeutet das?

Bei Diabetes handelt es sich um eine Stoffwechselerkrankung. Sie kann grundsätzlich alle Säugetiere betreffen. Also neben uns Menschen auch unsere Fellnasen. Im Detail geht die Erkrankung mit einer Störung des Insulinstoffwechsels einher. Dadurch sind die Zellen des Hundekörpers nicht in der Lage, den im Blut gelösten Zucker aufzunehmen und zur energetischen Verstoffwechslung weiter zu transportieren.

Aus diesem Grund ist Diabetes umgangssprachlich auch als „Zuckerkrankheit“ bekannt. Eigentlich ist das Hormon Insulin dafür verantwortlich, wie ein Schlüssel die Zellwände der Zellen für den Zucker zu öffnen. Hat der Hundekörper nun zu wenig Insulin zur Verfügung ist der Energiestoffwechsel durch das Ansteigen des Zuckeranteils im Blut beeinträchtigt.

Zu einem so deutlichen Blutzuckeranstieg kann es auch kommen, wenn die Zellen nicht genug Insulin aufnehmen können. Entsprechend des ursächlichen Mechanismus unterscheidet man zwischen Typ-1-Diabtes und Typ-2-Diabetes. Auch Hunde können sowohl Typ-1-Diabetes als auch Typ-2-Diabetes bekommen. Diese beiden Haupttypen unterscheiden sich wie folgt:

Diabetes-Typ-1: Bei dieser Variante der Erkrankung ist die Bauchspeicheldrüse nicht mehr dazu in der Lage, ausreichend Insulin zu produzieren. Hintergrund ist meist eine Schädigung der für die Insulinbildung wichtigen Zellen. Da sich das zerstörte Gewebe von selbst nicht mehr regenerieren kann, müssen an Typ-1-Diabetes erkrankte Hunde lebenslang therapiert werden.

Diabetes-Typ-2: Im Fall der zweiten Variante kann im Hundekörper ausreichend Insulin gebildet werden. Das Problem für Ihre Fellnase besteht jedoch darin, dass das Hormon nicht an die Zellen andocken und dort hineingelangen kann. Zuckermoleküle gelangen aus dem Blut also nur sehr schlecht zur energetischen Verwertung in die Zellen. Daraus entwickelt sich eine sogenannte Insulinresistenz. Anders als beim Typ-1-Diabetes kann die Insulinresistenz der Zellen beim Typ-2-Diabetes durch eine angepasste Therapie wieder vollständig verschwinden.

Sonderform: Vorsicht bei Kortison-Gabe!

Neben diesen beiden Hauptformen gibt es bei Hunden noch eine dritte Diabetes-Variante. Die sogenannte iatrogene Diabetes wird beim Hund durch Medikamente ausgelöst. Das betrifft vor allem die Therapie mit hohen Dosen an Kortison. Um Stoffwechselstörungen zu vermeiden, sollten diesen Präparate daher niemals plötzlich abgesetzt werden. Schleichen Sie den Wirkstoff streng nach tierärztlicher Anordnung aus.

Welche Ursachen gibt es für Diabetes beim Hund?

Die Ursachen unterscheiden sich abhängig von der Diabetes-Form, an der ein Hund leidet. Im Fall von Diabetes-Typ-1 liegt immer eine Schädigung der insulinbildenden Zellen in der Bauchspeicheldrüse vor. Diese Schädigung fußt meist auf einem genetisch bedingten autoimmunen Defekt. Hier kommt es dazu, dass fehlgeleitete Immunzellen das Gewebe der Bauchspeicheldrüse angreifen und irreparabel schädigen.

Einige Hunderassen haben zudem genetisch bedingt überdurchschnittlich oft mit Fehlbildungen der Bauchspeicheldrüse zu kämpfen. Auch hier kann ein Typ-1-Diabetes die Folge sein. Darüber hinaus können auch entzündliche Reaktionen im Hundekörper die Entstehung einer Diabetes-Erkrankung fördern. Dazu zählen unter anderem Magenschleimhautentzündungen (Pankreatitis), Zahnerkrankungen sowie andere Erkrankungen wie Morbus Cushing.

Nicht kastrierte Hündinnen haben im Vergleich zu kastrierten Artgenossinnen ebenfalls ein erhöhtes Diabetes-Risiko. Hintergrund für das erhöhte Risiko ist die Produktion des Geschlechtshormons Progesteron. Im Fall einer hohen Produktionsrate steigt das Risiko an. Typische Symptome zeigen sich vor allem während der Phase der Läufigkeit sowie im Rahmen einer Scheinträchtigkeit.

Achtung: Übergewicht kann Diabetes fördern!

Ein Faktor, den Sie in Sachen Ursachenforschung nicht aus dem Blick verlieren sollten, ist Übergewicht. Ebenso wie bei uns Menschen gilt auch bei Hunden Übergewicht als großer Risikofaktor für die Entwicklung eines Diabetes. Hier kann es zu einer Insulinresistenz kommen. Besonders verfressene Hunde mit zu viel Speck auf den Rippen sind also eine besondere Risikogruppe.

Manche Rassen sind häufiger betroffen als andere

Die Tatsache, dass einige Hunderassen eine genetische Vorbelastung haben, legt nahe, dass einige Rassen ein höheres Diabetesrisiko haben als andere Rassen. Mit genau diesem Thema haben sich zumindest am Rande bereits mehrere Studien befasst. Dazu zählt auch eine zugegebenermaßen nicht repräsentative Untersuchung aus Großbritannien.

Nicht repräsentativ ist die Untersuchung vor allem durch die kleine Stichprobe von nur 253 Tieren. Für die Übertragbarkeit auf Deutschland ebenfalls zu beachten sind die unterschiedlichen Rassevorlieben in Großbritannien und Deutschland. Nichtsdestotrotz lässt sie einen übergeordneten Trend erkennen.

Datenquelle zur Grafik

An Platz eins aller Hunderassen stehen demnach mit 17,4 Prozent Labrador Retriever (*inkl. Mischlingen mit einem hohen Labradoranteil). Auf Platz zwei landen mit 13,8 Prozent Mischlinge. Besonders interessant ist jedoch die Tatsache, dass auf den folgenden Plätzen in erster Linie kleine Hunderassen wie diverse Terrier rangieren. Diese Tatsache deckt sich damit, dass vor allem kleinere Hunderassen mit genetisch bedingten Bauchspeicheldrüsenproblemen geboren werden.

Entweder ist die Bauchspeicheldrüse bei der Geburt bereits verkümmert oder neigt in den ersten Lebenswochen zur Rückbildung. Kleine Rassen wie der Mops, Zwergschnauzer, Yorkshire Terrier, Spitz, Zwergpudel und Malteser starten also bereits mit einem angeborenen Diabetes ins Leben.

Diabetes ist auch bei Hunden altersabhängig

Wie bei uns Menschen hängt die Ausbildung von Diabetes bei Hunden ebenfalls vom Alter ab. Auch das belegt die Studie aus Großbritannien sehr eindeutig. Zwischen der Geburt und dem fünften Lebensjahr ist die Zahl der diagnostizierten Diabetesfälle sehr gering. Mit dem fünften bis sechsten Lebensjahr steigt die Zahl der Diagnosen dann sprunghaft an.

Ihren Höhepunkt erreicht die Zahl der Erstdiagnosen zwischen dem neunten und zehnten Lebensjahr. Danach nimmt die Anzahl der Erstdiagnosen wieder ab. Dieser Zusammenhang verwundert wenig, da sich die Symptome mit steigender Lebensdauer verstärken und somit auch für Halter:innen offensichtlichen Anlass zur Sorge geben. Umso wichtiger ist es, dass Sie bereits bei leichten Symptomen hellhörig werden und die Tierarztpraxis aufsuchen.

Diese Form der Prävention hilft dabei, die Erkrankung im Frühstadium zu entdecken und zu behandeln. Zudem erspart ein früh entdeckter Diabetes häufig hohe Behandlungskosten. Und das Beste: Mit der Tierkrankenversicherung von PETPROTECT profitieren Sie von bis zu 100 Prozent Kostenerstattung für die Behandlung. Jetzt informieren und noch heute optimal absichern!

Symptome: Diese Anzeichen deuten auf Diabetes hin

Das Tückische an Diabetes ist, dass sie sich zu Beginn kaum anhand offensichtlicher Symptome zeigt. Umso wichtiger sind zwei Dinge: Erstens jährliche Kontrolluntersuchungen, bei denen auch die Blutwerte abgenommen werden. Und zweitens eine erhöhte Aufmerksamkeit, sobald die folgenden Symptome ohne anderweitigen Grund auftreten:

• Häufiges Fressen (Hungergefühl) bei gleichzeitiger Gewichtsabnahme
• Deutlich erhöhter Schlafbedarf
• Schlappheit und Lethargie
• Starker Durst ohne Hitze oder Anstrengung
• Deutlich stärkerer Harndrang als gewöhnlich
• Eintrübung der Augen bzw. der Linsen (Katarakt)
• Wundheilungsstörungen (selbst kleine Wunden heilen nur langsam)
• Übelkeit und Erbrechen
• Trockenes, stumpfes und sich ausdünnendes Fell
• Schwankender Gang
• Bewusstlosigkeit

Achtung: Kommt es zu den beiden letztgenannten Symptomen, ist dies ein drängendes Anzeichen für eine Unterzuckerung. Ein Unterzucker ist ein potenziell lebensbedrohlicher Zustand, an dem Ihr Tier im schlimmsten Fall auch versterben kann. Als erste Hilfe Maßnahme können Sie Ihrer Fellnase ein wenig Zucker, zum Beispiel in Form von Zuckerwasser, Traubenzucker oder Honig verabreichen. Wichtig: Unterzucker ist ein Notfall, mit dem Sie die nächstgelegene Tierarztpraxis bzw. Tierklinik aufsuchen sollten!

Wie wird Diabetes bei Hunden diagnostiziert?

Sichtbare Symptome sind immer nur ein Anhaltspunkt und noch keine fixe Diagnose. Letzte Gewissheit gibt nur eine umfängliche Diagnose durch die Untersuchung von Blut und Urin. Hierbei wird in erster Linie der Zuckerwert in Blut und Urin ermittelt. Darüber hinaus wird auch der Insulinwert im Blut bestimmt, um zwischen insulinabhängigem und insulinunabhängigem Diabetes zu unterscheiden.

Eine weitere Methode ist der sogenannte Orale Glukose-Toleranztest (OGT). Hierbei wird geprüft, wie gut der Organismus dazu in der Lage ist, den Blutzuckerspiegel zu regulieren. Dazu bekommt Ihr Hund eine zuvor definierte Menge einer Zuckerlösung verabreicht. In der Folge wird im Abstand mehrerer Stunden der Blutzuckerwert gemessen. Im Fall der Urinuntersuchungen spielen auch andere Werte wie das spezifische Gewicht des Urins sowie das „Urin-Protein-Kreatinin-Verhältnis“ eine Rolle.

Ist etwa der Proteingehalt im Urin erhöht, kann eine Nierenerkrankung für die Diabetessymptome verantwortlich sein. Parallel dazu finden auch weitere Untersuchungsmethoden wie ein Ultraschall statt, um per Differenzialdiagnose andere Erkrankungen auszuschließen. Am Ende des Diagnoseprozesses stehen schließlich der Diabetes-Typ und der Schweregrad fest. Anhand dessen erfolgt die Wahl der Behandlungsmethode für Ihren Hund.

Diabetesbehandlung bei Hunden

Die Behandlungskonzept basiert auf drei Säulen. Die erste Säule besteht meist aus der Insulinbehandlung samt regelmäßiger Kontrolle der Blutzuckerwerte. Dabei bekommt Ihr Hund in einem 12-stündigen Rhythmus Insulin gespritzt. Diesen Schritt nehmen Sie selbst durch Subkutanspritzen ins Unterhautfettgewebe bzw. mit Hilfe eines Insulin-Pens vor.

Wichtig: Es ist unbedingt notwendig die Zeitzyklen und die Dosierung einzuhalten! Bei der richtigen Einstellung des Insulins werden Sie in jedem Fall von Ihrer Tierarztpraxis unterstützt. Keine Angst: Auch wenn Sie sich die Injektion noch nicht zutrauen, werden Sie schnell merken, wie sie zum routinierten Handgriff wird. Ergänzend können in einigen Fällen auch orale Medikamente (zum Beispiel Acarbose) verabreicht werden.

Die zweite Säule stellt die Ernährung dar. Zu diesem Zweck steht eine kohlenhydratarme Ernährung mit vielen Vitaminen und Ballaststoffen im Fokus. Hierzu bietet sich spezielles Diätfutter an, das Sie ebenfalls von Ihrem Tierarzt bzw. Ihrer Tierärztin erhalten. Auch bietet es sich an, die Zahl der täglichen Mahlzeiten auf zwei zu reduzieren. Das vereinfacht das Einstellen des Insulins deutlich. Auch auf zusätzliche Leckerlis sollten Sie nach Möglichkeit verzichten. Komplettiert wird das Drei-Säulen-Konzept durch ein ausreichendes Maß an Bewegung.

Prognose: Was passiert mit und ohne Behandlung?

Auch wenn Diabetes häufig bagatellisiert wird, handelt es sich um eine ernsthafte Erkrankung. Wird diese bei Hunden nicht behandelt, hat das mehrere Auswirkungen. In erster Linie steht ihrem Tier zu wenig Energie zur Verfügung.

Das wiederum schränkt die Lebensqualität Ihres Vierbeiners (und auch Ihre eigene Lebensqualität) massiv ein. Selbst kurze Spaziergänge können so zur Qual für Hund und Halter:in werden. In letzter Instanz kann der erhöhte Zuckergehalt im Blut das Gehirn schädigen.

Dadurch kann der Hund in ein diabetisches Koma fallen und versterben. Eine Behandlung ist unabhängig vom vorliegenden Diabetes-Typ daher zwingend erforderlich. Im Fall eines Typ-2-Diabetes kann sich die Insulinresistenz der Zellen sogar so weit verbessern, dass Ihre Fellnase die Medikamente absetzen kann.

Ein gut auf Insulin und Medikamente eingestellter Hund, der gut ernährt wird und sich ausreichend bewegt, kann genauso alt werden, wie ein völlig gesunder Hund. Bei uns Menschen ist es schließlich auch nicht anders.

Kann man Diabetes beim Hund vorbeugen?

Die schlechte Nachricht zuerst: Es gibt keine tatsächliche und zu 100 Prozent verlässliche Vorbeugung vor Diabetes. Das betrifft vor allem Hunde und Hunderassen, die genetisch bedingt bereits von Geburt an vorbelastet sind. Als Hundehalter:in können Sie allerdings einiges dafür tun, um das Erkrankungsrisiko zu reduzieren und die Erkrankung so weit wie möglich hinauszuzögern.

An erster Stelle steht hier die Kombination aus einer ausgewogenen tiergerechten Ernährung mit hochwertigem Futter, viel Bewegung an der frischen Luft und der daraus resultierenden Vermeidung von Übergewicht.

Sie sind selbst eine Sportskanone? Prima, dann drehen Sie doch zusammen mit Ihrer Fellnase eine Jogging-Runde, Fahren Sie mit Ihrem Hund Fahrrad oder entdecken Sie eine der zahlreichen spannenden Hundesportarten von Dog-Scooting bis Canicross. Ganz nebenbei schweißt das Hund und Halter:in noch enger zusammen.