Die richtige Zahnpflege bei Katzen

Zahnbehandlungen sind mit 46,4 Prozent der mit Abstand häufigste Grund für eine Operation bei Katzen. Auch wenn es sich dabei häufig um die Behandlung der typischen Erkrankung FORL handelt, zeigt diese Tatsache bereits, wie wichtig die Zahn- und Gebisspflege bei Katzen ist.

Für viele Katzenbesitzer mag es befremdlich sein, ihren geliebten Vierbeinern die Zähne putzen zu müssen, aber es ist absolut ratsam. Während die Natur die Zahnpflege durch die tägliche Nahrungsaufnahme weitgehend selbst regelt, sind reine Hauskatzen besonders anfällig. Wir geben einen Überblick über die richtige Zahnpflege für Stubentiger.

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Die häufigsten Zahnprobleme bei Katzen

Katzen können unter den gleichen Zahnproblemen leiden wie Menschen, da die Zähne bei fast allen Lebewesen ähnlich aufgebaut sind. Meist ist Plaque die Ursache. Dabei handelt es sich um eine klebrige Schicht auf den Zähnen, die aus Speichel, Futterresten und Bakterien besteht. Die Aufnahme von Zucker verstärkt die Plaquebildung, weshalb Katzen nicht so stark betroffen sind wie beispielsweise Menschen.

Dennoch wird jeder Stubentiger durch die Nahrungsaufnahme mit Zahnbelag konfrontiert. Die Natur hat es ursprünglich so eingerichtet, dass Katzen als Raubtiere ihre Zähne durch natürliche Nahrungsaufnahme pflegen. Deshalb sind heute vor allem Hauskatzen, die weiches Futter erhalten, dem Risiko von Zahnproblemen ausgesetzt. Wenn der Zahnbelag nicht auf natürliche Weise abreibt, kann er zu verschiedenen Zahnproblemen führen:

  • Zahnstein: Bleibt Zahnbelag über längere Zeit auf der Zahnoberfläche, mineralisiert er sich zu Zahnstein. Dieser gelbliche, harte Belag ist ohne professionelle Hilfe nicht zu entfernen und kann zu weiteren Problemen im Gebiss führen. Auf der rauen Oberfläche des Zahnsteins können sich Bakterien festsetzen, die dann das Zahnfleisch angreifen und so die Entstehung von Zahnfleischentzündungen begünstigen.
  • Karies: Zahnbelag verursacht auf Dauer Löcher in den Zähnen. Grund dafür ist die entstehende Säure, die den Zahnschmelz dauerhaft angreift. Der Zahnschmelz muss Mineralien abgeben, um die Säure zu binden und kann die entstehenden Lücken nicht schnell genug schließen. So dringen Bakterien in den Zahn ein, was auf Dauer zu einem sogenannten Loch im Zahn führt.
  • Zahnfleischentzündung: Die Gingivitis ist eine durch Plaque entstandene Entzündung im Zahnfleisch der Katze. Sichtbare Symptome sind Rötung und Schwellung des Zahnfleisches. Die Entzündung verursacht Schmerzen, die sich jedoch als erträglich bezeichnen lassen. Schlimmere Probleme können aus einer Zahnfleischentzündung entstehen, wenn diese unbehandelt bleibt und sich zu einer Parodontitis entwickelt.
  • Parodontitis: Die Parodontitis ist die gefährlichste Form der Zahnfleischentzündung. Sie zeigt sich nicht nur oberflächlich, sondern dringt tief in das Zahnfleisch ein, das dadurch stark geschädigt wird und sich sogar zurückziehen kann. Fehlt das Zahnfleisch, ist der gesamte Zahnhalteapparat nicht mehr stabil, sodass die Katze auf Dauer Zähne verliert.

Die Zahnerkrankung FORL

Die Zahnerkrankung FORL, früher als Katzenkaries bekannt, ist bei Katzen weit verbreitet und betrifft fast jedes zweite Tier ab dem fünften Lebensjahr. FORL hat nichts mit Karies zu tun, da körpereigene Zellen für den Abbau gesunder Zähne verantwortlich sind.

Odontoklasten, die für den Ersatz der Milchzähne zuständig sind, treten hierbei plötzlich bei erwachsenen Katzen auf und schädigen die gesunden Zähne. Eine Heilung oder Prophylaxe ist bei FORL nicht möglich. Lediglich das Ziehen der Zähne kann die Schmerzen lindern.

Die Ernährung als Schlüsselkomponente

Um Zahnproblemen vorzubeugen, ist es wichtig, dass Katzen den Zahnbelag regelmäßig entfernen. Da unsere Stubentiger Raubtiere sind, hat die Natur eine mechanische Zahnreinigung vorgesehen. Beim Fressen von Mäusen beispielsweise sind die Zähne der Katze ständig in Bewegung und kommen in Kontakt mit Knochen oder Knorpel, wodurch sie eine automatische Politur erhalten.

Dieser Vorgang ist dem Menschen zum Beispiel über das reine Gefühl am Zahn nach dem Biss in einen Apfel bekannt. Ist die Katze jedoch keine Freigängerin, fällt diese Form der natürlichen Zahnpflege weg. Bei reinen Wohnungskatzen rückt daher die tägliche Nahrungsaufnahme umso mehr in den Vordergrund.

Trockenfutter ist eine erste gute Alternative für gesündere Zähne. Die harten Bestandteile des Futters polieren die Zähne und befreien sie von Zahnbelag. Frisst die Katze dagegen nur Nassfutter, ist das Risiko für Zahnerkrankungen deutlich erhöht (siehe Grafik). In diesem Fall ist eine zusätzliche Zahnpflege unbedingt erforderlich.

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Möglichkeiten der Zahnpflege bei Katzen

Wenn Frauchen und Herrchen ihre Katze bei der Zahnpflege unterstützen wollen, gibt es auf dem Markt verschiedene Methoden von der Zahnbürste über Zahnputzflocken bis hin zu Pulver. Wir geben einen Überblick über die Möglichkeiten:

  • Zahnbürste mit Zahnpasta: Die klassischste Methode der Zahnpflege ist die Verwendung einer Zahnbürste mit Zahnpasta. Es gibt spezielle Zahnbürsten, die für das kleine Maul der Katze entwickelt wurden. Da sich kaum eine Katze auf herkömmliche Pfefferminz-Zahnpasta freut, existieren Katzenzahnpasten, die zum Beispiel nach Käse schmecken.
  • Katzenminze: Katzenminze ist ein kleines Holzstäbchen, welches wie ein Kauknochen funktioniert. Die Katze nagt an dem Holz und poliert so ihre Zähne. Damit das Interesse an diesem Spiel nicht verloren geht und es täglich wiederholt werden kann, sollten etwa zwanzig Minuten pro Tag ausreichen.
  • Zahnputzflocken: Die Zahnputzflocken bestehen aus Hüttenkäse, Reis, Raps- und Kokosöl und reduzieren durch ihre natürliche, antibakterielle Wirkung die Plaquebakterien im Mund. So entsteht von Anfang an weniger Zahnbelag. In Kombination mit beispielsweise Dentalchips sind Zahnputzflocken eine gute Ergänzung.
  • Dentalchips: Dentalchips setzen wie Katzenminze auf die Wirkung der Politur bei der Nahrungsaufnahme. Es handelt sich bei den Chips um harte Leckerbissen, die die Katze erst zermahlen muss und dabei Zahnhygiene betreibt. Je nach Geschmack des Stubentigers gibt es verschiedene Arten von Chips.
  • Zahnpflegepulver: Ein Pulver, das wie Zahnpasta wirkt. Es reinigt die Zähne und hält das Zahnfleisch gesund. Da die Politur der Zähne jedoch entfällt, ist Zahnpflegepulver als Ergänzung zur Mundhygiene zu sehen. Je nach Produkt sind zum Beispiel Eierschalen, Petersilie, Pfefferminze, Chlorella, Spirulina oder Calciumascorbat enthalten.
  • Fingerpads: Ähnlich wie bei einer Zahnbürste übernehmen Frauchen und Herrchen mit den Fingerpads die Reinigung. Die Pads werden über den Zeigefinger gezogen und sind auf der Außenseite mit Noppen und Zahnpasta versehen. Man führt die Pads direkt über die Zähne und reinigt sie dabei.
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Zahnbehandlung bei Katzen

Wenn die Katze trotz aller Zahnpflegeprodukte an einer Zahn- oder Zahnfleischerkrankung leidet, ist der Gang zum Tierarzt unumgänglich. In den meisten Fällen wird der Veterinär die Behandlung unter Narkose durchführen, damit die Katze den Eingriff in der empfindlichen Mundhöhle zulässt.

Insbesondere die Zahnsteinentfernung ist eine Behandlung, die etwa einmal im Jahr notwendig ist. Mit Küretten oder Ultraschall reinigt der Tierarzt die Zähne und beugt so Zahnfleischentzündungen vor. Ab einem Alter von fünf Jahren sollten sich Katzen regelmäßig auf FORL untersuchen lassen. Ist ein Zahn zu stark von Karies befallen, entfernt der Tierarzt ihn vollständig. Für die verschiedenen tierärztlichen Leistungen gibt es feste Sätze nach der Gebührenordnung für Tierärzte (GOT). Eine komplizierte Zahnextraktion kostet beispielsweise 41,04 Euro im einfachen Satz.

Leidet eine Katze an einer Zahnfleischentzündung, verschreibt der Tierarzt ein Antibiotikum oder ein immunwirksames Medikament wie Interferon. Im Notfall kann auch Kortison eingesetzt werden. Ist die Entzündung bereits auf die Zahnwurzel übergegangen, muss der Tierarzt eine Wurzelbehandlung durchführen. Bei Katzen ist es in diesem Fall üblich, das gesamte Zahnmark zu entfernen und durch eine Füllung zu ersetzen. Je schwerwiegender die Zahnerkrankung, desto wichtiger ist der Rat des Tierarztes. Natürlich darf bei einer Zahnbehandlung die Kostenfrage nie außer Acht gelassen werden, weshalb sich viele Katzenbesitzer mit einer Katzenkrankenversicherung schützen.

Versicherung gegen hohe Zahnbehandlungskosten

Ein Besuch beim Tierarzt kann teuer werden, wenn es um die Behandlung von Zahnproblemen geht. Viele Katzenbesitzer sichern sich daher mit speziellen Krankenversicherungen ab. Dabei ist unbedingt darauf zu achten, ob Zahnbehandlungen im Tarif enthalten sind oder ob dafür ein Zusatzbaustein notwendig ist.

PETPROTECT übernimmt in der Katzenkrankenversicherung die ausschließlich schmerzstillende Zahnbehandlung inklusive Extraktion. So sind Sie beispielsweise auch im Fall von komplizierten Zahnextraktionen bei Ihrer Katze bestens vor hohen Kosten geschützt – und das bis zum 4-fachen GOT-Satz!