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COVID-19 bei Katzen

Wie gefährlich ist das Virus?

Und täglich grüßt das Coronavirus. Kein Thema hält uns so auf Trab wie das erstmals im chinesischen Wuhan entdeckte SARS-CoV-2-Virus. Umso beunruhigender ist es, dass es Berichte darüber gibt, dass sich auch Katzen mit dem neuartigen Coronavirus anstecken können.

Mancher Katzenhalter hat damit berechtigte Sorge um seine Gesundheit und die Gesundheit seiner Fellnase. Grund genug, dass wir uns einmal die aktuellen Forschungsergebnisse zum Thema COVID-19 bei Katzen anschauen und den wichtigsten Fragen auf den Grund gehen.

Bildquelle: Adobe Stock / vvvita

31. Oktober 2021

Können sich Haustiere mit COVID-19 anstecken?

Schon zu Beginn der Corona-Krise im Frühjahr 2020 haben Meldungen die Runde gemacht, dass sich auch Haustiere mit dem neuartigen Coronavirus infizieren können. Tatsächlich waren schon im März 2020 zwei Fälle aus Hongkong bekannt. Damals wurden bei zwei Hunden Antikörper gegen das Coronavirus nachgewiesen.

Für besonders viel Aufsehen sorgte der Tod eines Zwergspitzes. Allerdings handelte es sich um ein bereits 17 Jahre altes Tier, wobei Zwergspitze in der Regel nur ein Alter von 16 Jahren erreichen. Das Tier war während der 14-tägigen Quarantäne von seinem Besitzer getrennt worden und dort gestorben. Mit dem Coronavirus hatte der Tod des Hundes nichts zu tun.

Infiziert hatten sich beide Hunde durch das enge Zusammenleben mit dem am Coronavirus erkrankten Halter. Die Übertragung überrascht Wissenschaftler wenig. Interessant ist jedoch, dass man damals lediglich Antikörper und keine aktive Infektion nachweisen konnte.

Studie aus Italien bestätigt das Ergebnis

Diese Beobachtung wird durch aktuellere Untersuchungen italienischer Forscher unterstützt. Teil der Untersuchung waren 540 Hunde und 277 Katzen aus der norditalienischen Lombardei. Ein Großteil der Tiere stammte aus Haushalten mit einer nachgewiesenen Corona-Infektion. Hier konnten die Wissenschaftler bei 3,4 Prozent der Hunde und 3,9 Prozent der Katzen Antikörper feststellen.

Bei einem genaueren Abstrich im Nasen- und Rachenraum konnten keine Viren nachgewiesen werden. Das deutet auf eine überstandene Infektion hin. Prinzipiell ist eine Ansteckung vom Menschen auf Haustiere also möglich. „Sie bestätigen, was wir schon wissen. […] „Wir gehen davon aus, dass im Regelfall die Übertragung des Virus vom Menschen auf das Tier erfolgt“, so Professor Thomas Mettenleiter, Präsident des Friedrich-Loeffler-Instituts (FLI) in Greifswald.

Ist das neuartige Coronavirus gefährlich für meine Katze?

Überraschenderweise zeigen Hunde nach der aktuellen Datenlage bei einer Infektion mit dem neuartigen Coronavirus keine Krankheitssymptome. Über die Gefährlichkeit für Hunde ist daher wenig bekannt. Allerdings ist derzeit nicht von einer Gefahr auszugehen. Bei Katzen verhält es sich ein wenig anders.

Hier konnten bei einem positiven Corona-Test häufig typische Corona-Symptome festgestellt werden. Diese Daten stammen nicht nur aus mehreren Ländern, sondern auch sowohl von Haus- als auch von Wildkatzen aus dem New Yorker Zoo. Katzen zeigen bei einer Infektion demnach leichte Symptome wie eine laufende Nase oder trockenen Husten.

Wirklich gefährlich scheint das neuartige Coronavirus für Hauskatzen aber nicht zu sein. Dies wird durch eine chinesische Untersuchung bestätigt. Demnach sind bisher keine Fälle bekannt, in denen sich infizierte Katzen nicht vollständig von der Infektion erholt hätten. Speziell immungeschwächte oder alte Tiere können grippeähnliche Symptome zeigen.

Katzen können andere Katzen mit SARS-CoV-2 anstecken

Bei Infektionskrankheiten ist die Frage der Übertragung immer von Interesse. Die Übertragung vom Menschen auf Katzen ist hinlänglich belegt. Der Frage, ob sich Katzen auch untereinander anstecken können, gingen Forscher der Colorado State University aus den USA nach. Dieser Punkt ist entscheidend, um festzustellen, ob unsere Haustiere bei der Ausbreitung der Pandemie in der Humanbevölkerung eine signifikante Rolle spielen.

Dazu brachten die Forscher gesunde Tiere in Kontakt mit Tieren, die zu diesem Zeitpunkt aktiv mit SARS-CoV-2 infiziert waren. Unter dem Strich stellten die Wissenschaftler fest, dass die Katzen sich infizierten und bis zu fünf Tage nach der Infektion selbst Viren verbreiten konnten. Damit sind Hauskatzen weniger lang infektiös als Menschen. Das reduziert das Risiko für eine Ansteckung nochmals. Zudem schließen die Forscher eine Zweitinfektion aus.

Achtung Verwechslungsgefahr – Coronaviren bei Katzen

Auch wenn wir durch das neuartige Coronavirus extrem für Coronaviren sensibilisiert sind, sind diese bereits ein alter Hut. Sowohl wir Menschen als auch unsere Haustiere werden schon eine Ewigkeit von verschiedensten Coronaviren heimgesucht. Erhält Ihr Stubentiger beim Tierarzt also die Diagnose „Corona“, geht es in der Regel um das Feline Coronavirus. Zu den Felinen Coronaviren (FCoV) gehören unter anderem das Feline Enternale Coronavirus (FECV) und das sehr weit verbreitete FIPV.

Letzteres kann bei Katzen die sogenannte Feline Infektiöse Peritonitis (FIP) auslösen. Diese häufig schwer verlaufende Erkrankung kann zu Bauchwassersucht oder Bauchfellentzündungen führen. Speziell immungeschwächte oder besonders alte Tiere können an dieser Infektion sogar versterben. Aus diesem Grund sind die Felinen Coronaviren für Ihre Samtpfote sogar deutlich gefährlicher als SARS-CoV-2. Eine Impfung gegen die FIP-Erkrankung ist mittlerweile möglich.

Tipp: Die Katzenkrankenversicherung von PETPROTECT übernimmt die Kosten für notwendige Impfungen Ihrer Katze. Klicken Sie sich durch unser Tarif-Angebot und schützen Sie Ihren Liebling perfekt vor gesundheitlichen Risiken.

Infiziert – Was Sie im Umgang mit Ihrer Katze beachten müssen

Als Halterin bzw. Halter können auch Sie unter dem Strich das neuartige Coronavirus an Ihre Samtpfoten weitergeben. Ob es sich dabei wirklich um aktive Infektionen handelt, ist jedoch noch nicht abschließend geklärt. Auch wenn die Infektion selten und harmlos ist, sollten Sie einige Vorsichtsmaßnahmen ergreifen, sofern Sie selbst positiv auf SARS-CoV-2 getestet worden sind.

  • Verzichten Sie für die Zeit der Quarantäne auf allzu engen Kontakt mit Ihrem Haustier.
  • Streicheleinheiten sind absolut in Ordnung. Achten Sie jedoch darauf, dass Sie Ihre Katze nicht anhusten oder anniesen. Lassen Sie sich von Ihrem Tier außerdem nicht im Gesicht abschlecken.
  • Achten Sie vermehrt auf regelmäßiges Lüften, um die Aerosolkonzentration in den Räumen so niedrig wie möglich zu halten.
  • Den Kontakt zwischen gesunden Personen und Ihren Katzen müssen Sie laut aktuellen Angaben des Friedrich-Loeffler-Instituts nicht einschränken.
  • Die tägliche Hygiene ist im Umgang mit den Tieren in der Corona-Quarantäne besonders wichtig. Spülen Sie alle Näpfe heiß aus und desinfizieren bzw. reinigen Sie Oberflächen, die häufig von Ihnen und Ihren Katzen genutzt werden.
  • Auch regelmäßiges Händewaschen ist beim Umgang mit Ihrer Katze Pflicht.
  • Wenn möglich, sollten Sie Ihrer Freigängerkatze den Aufenthalt im Freien während der Zeit der angeordneten Quarantäne verwehren. So gehen Sie kein Risiko ein, dass Ihre Katze das Virus weitergibt.

Beachten Sie bitte: Eine Weitergabe über Haustiere an andere Menschen ist derzeit wissenschaftlich nicht belegt.


Vorsicht: Meldepflicht bei Corona-Fällen

Mittlerweile wissen wir, dass auch Katzen positiv auf das Coronavirus getestet werden können. Eine Testpflicht für Haustiere aus Haushalten mit nachweislich positiv auf Corona getesteten Personen gibt es jedoch nicht. Dennoch haben Sie die Möglichkeit, Ihren Vierbeiner auf Wunsch auf Corona testen zu lassen.

Wie genau dieser Test durchgeführt wird, können Sie direkt bei Ihrem Tierarzt erfragen. In der Regel sind die Tests kostenlos. Seit einem Beschluss der Bundesregierung im Juli 2020 muss ein positiv getestetes Haustier jedoch den Veterinärbehörden gemeldet werden. Diese Meldung müssen Sie aber nicht selbst unternehmen. Das ist die Aufgabe des Tierarztes, der den Test durchführt.


FAQ – Die häufigsten Fragen zum Coronavirus bei Katzen

Kann sich meine Katze mit dem Coronavirus infizieren?

Grundsätzlich kann sich Ihre Katze mit dem neuartigen Coronavirus infizieren. Wissenschaftliche Untersuchungen belegen, dass Katzen sogar deutlich empfänglicher für das Virus sind als Hunde. Dennoch ist für eine Infektion ein sehr enger und langer Kontakt zwischen einer infizierten Person und dem Tier nötig. Gleichzeitig muss betont werden, dass die Ansteckung trotzdem unwahrscheinlich ist. Zudem sind Katzen laut aktuellen Erkenntnissen selbst nur für einen Zeitraum von fünf Tagen infektiös.

Darf ich meine Katze weiterhin frei laufen lassen?

Es besteht zumindest kein offizielles Verbot, dass Sie Ihre Katze im gewohnten Freigang laufen lassen. Grundsätzlich sollten Sie Ihren Freigänger für die Zeit Ihrer Quarantäne in der Wohnung belassen, um jedes Risiko auszuschließen. In den Garten können Sie Ihre Katze trotzdem lassen. Jedenfalls dann, wenn sichergestellt ist, dass Ihr Stubentiger nicht ausbüxt. Eine Katzenleine ist in dieser Situation sehr hilfreich.

Ist SARS-CoV-2 für meine Katze gefährlich?

Aktuell gibt es keine Hinweise darauf, dass die Infektion mit dem neuartigen Coronavirus für Katzen gefährlich ist. Meist verläuft die Infektion bei Katzen nach derzeitigen Erkenntnissen völlig symptomfrei. Es kann jedoch auch zu typischen Grippesymptomen wie Fieber, Husten oder Appetitlosigkeit kommen. Bei besonders alten oder immungeschwächten Tieren sind auch schwere Symptome wie Atemnot möglich. Bisher konnte dies jedoch nur in einigen Einzelfällen beobachtet werden.

Muss ich mein Haustier auf Corona testen lassen?

Nein, aktuell sieht der Gesetzgeber keine Testpflicht für Haustiere vor. Auch nicht für Haustiere, die aus Haushalten mit positiv auf SARS-CoV-2 getesteten Personen stammen. Fällt der freiwillige Corona-Test bei Ihrem Stubentiger positiv aus, ist das Ergebnis allerdings meldepflichtig.

Darf ich mit meiner Katze zum Tierarzt, wenn ich Corona-positiv bin?

Wenn Sie selbst an Corona erkrankt sind, müssen Sie die verordnete Quarantäne einhalten. Diese sieht keine Ausnahmen vor. Weder für das Einkaufen noch für Besuche beim Tierarzt. Steht eine Untersuchung an, müssen Sie eine Person finden, die den Tierarztbesuch für Sie übernimmt. Achten Sie insbesondere bei der Übergabe verstärkt auf die Hygiene, um die helfende Person nicht unnötigerweise anzustecken.

Wie läuft ein Hausbesuch vom Tierarzt unter COVID-19 Bedingungen ab?

Um den Infektionsschutz sicherzustellen, sind bei vielen Tierärzten auch Hausbesuche möglich. Vereinbaren Sie dazu einfach telefonisch einen Termin. Tragen Sie während des Termins bitte einen Mundschutz (idealerweise nach dem FFP2-Standard). Zur Sicherheit wird der Kontakt zwischen Ihnen und dem Personal möglichst gering ausfallen.

Abstand und der Verzicht auf die Begrüßung per Handschlag sind daher obligatorisch. Wichtig: Sollten Sie innerhalb von 14 Tagen nach dem Hausbesuch positiv auf SARS-CoV-2 getestet werden, informieren Sie bitte die Tierarztpraxis. So lassen sich mögliche Infektionsketten erkennen und unterbrechen.

Zahlt meine Tierkrankenversicherung die Kosten für eine Corona-Behandlung?

Zunächst einmal ist es unwahrscheinlich, dass sich Ihre Katze überhaupt mit dem Coronavirus infiziert geschweige denn wirklich erkrankt. Sollte es zu einer Erkrankung kommen, ist in seltenen Fällen auch eine medikamentöse Behandlung notwendig. In diesen Fällen übernimmt eine gute Katzenkrankenversicherung selbstverständlich auch die Behandlungskosten. Insofern unterscheidet sich eine Infektion mit dem Coronavirus aus Sicht der Tierkrankenversicherung nicht von der Ansteckung mit anderen Erkrankungen.

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