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Katzenschnupfen

Harmlos oder ein Fall für den Tierarzt

Schnupfen hört sich doch eigentlich ganz harmlos an. Immerhin hatte jeder von uns schon einmal einen Schnupfen samt triefender Nase und Halskratzen. Beim Katzenschnupfen ist das anders. Die Atemwegserkrankung taucht bei Katzen relativ häufig auf und kann vor allem für Kitten sowie für ältere und immungeschwächte Tiere lebensbedrohlich werden. Erfahren Sie, wo sich Ihre Katze mit dem Katzenschnupfen anstecken kann, an welchen Symptomen Sie die Erkrankung erkennen und wie sie behandelt wird.

Bildquelle: Adobe Stock / Toncha

12. May 2021

Katzenschnupfen – Was ist das eigentlich?

Der Katzenschnupfen (auch: Katzenpneumonie) gehört zu den bei Katzen am weitesten verbreiteten Atemwegserkrankungen. Dabei wird die von unterschiedlichen Erregern ausgelöste Krankheit vor allem per Tröpfchen- und Schmierinfektion durch verschiedene Körperflüssigkeiten übertragen. Katzenschnupfen gilt als hochansteckend.
Die Ausbreitung erfolgt vor allem durch das Niesen der Katzen, wodurch feinste Sekrettröpfchen in die Umwelt abgegeben werden. Einmal infiziert, breiten sich die Erreger des Katzenschnupfens insbesondere in den Schleimhäuten der Atemwege aus. Darüber hinaus kann sich die Erkrankung auch auf andere Organe wie die Haut oder die Augen der Katze ausbreiten.
Welche Bereiche die Erkrankung betrifft und wie schwer der Katzenschnupfen verläuft, hängt maßgeblich davon ab, welche Erreger an der Infektion beteiligt sind. Vom weitgehend symptomlosen Verlauf über Augengeschwüre und Arthritis bis hin zur schweren Lungenentzündung mit tödlichem Ausgang ist hier leider alles möglich.
Schwere Fälle treten vor allem dann auf, wenn sich mehrere Erreger übereinandersetzen. Das Risiko ist im Übrigen gar nicht so klein, da sich die Erreger durch die Schwächung des Immunsystems gegenseitig begünstigen. Aus diesem Grund wird der Katzenschnupfen bei Tierärzten auch als Katzenschnupfenkomplex bezeichnet.

Ursachenforschung: So fängt sich Ihre Katze die Erkrankung ein

Als klassische Infektionskrankheit wird der Katzenschnupfen in der Regel direkt von Katze zu Katze übertragen. Hauptüberträger ist der Kontakt mit infiziertem Speichel oder Nasensekret. Schon durch Husten oder Niesen kann sich eine gesunde Katze infizieren. Eine weitere Möglichkeit ist die Schmierinfektion über Gegenstände.

Das passiert beispielsweise dann, wenn mehrere Katzen einen gemeinsamen Futterplatz oder eine gemeinsame Trinkschale verwenden. Auch Spielzeuge oder andere Oberflächen, mit denen die Katzen direkten Kontakt haben, können als Übertragungsweg dienen.

Am geringsten ist das Übertragungsrisiko bei allein gehaltenen Wohnungskatzen, die keinen Kontakt zu anderen Tieren haben. Anders sieht es bei Katzen im Mehrkatzenhaushalt aus. Hier ist das Erkrankungsrisiko bereits deutlich erhöht. Erhöhte Vorsicht ist aber bei Freigängerkatzen geboten, da diese leicht einen Keim mit ins Haus schleppen können.

Die Erreger hinter dem Katzenschnupfen

Der Katzenschnupfen geht in der Regelt nicht auf einen einzelnen Erreger zurück. Meist handelt es sich um eine Mischinfektion mit mehreren Viren- und Bakterien. Die fünf häufigsten Erreger sind:

    • Felines Herpesvirus-1 (Virus)
    • Felines Calicivirus (Virus)
    • Feline Chlamydiose (Virus)
    • Feline Bordetella-Infektion (Bakterium)
    • Feline Mykoplasmen-Infektion (Bakterium)

Symptome: Daran erkennen Sie den Katzenschnupfen

Was die Symptomatik angeht, ist der Katzenschnupfen mit der typischen Erkältung bei uns Menschen zu vergleichen. Hinsichtlich des Schweregrads der Symptome gleicht der Katzenschnupfen bei Katzen jedoch eher einer ausgewachsenen Grippeerkrankung.

In der Regel zeigen sich die ersten Symptome gut fünf Tage nach der Infektion. Dabei steigert sich die Intensität der Symptomatik von leichtem Unwohlsein bis hin zu Husten, Erbrechen und schwereren Symptomen. In schlimmen Fällen kann es zu absterbendem Gewebe (Nekrose) oder Fehlgeburten bei trächtigen Katzen kommen. Selten verläuft der Katzenschnupfen völlig symptomfrei.

Umso wichtiger ist es, dass Sie auf die folgenden Symptome achten und möglichst frühzeitig Ihren Tierarzt aufsuchen. Je früher der Katzenschnupfen behandelt wird, desto besser ist die Prognose auch für alte, kranke oder besonders junge Tiere.

  • Niesen
  • Husten
  • Auffällige Atemgeräusche (zum Beispiel Rasseln, schweres Atmen)
  • Ausfluss aus Nase und Augen (eitrig-gelb bei bakterieller Infektion, klarer Ausfluss bei einer Viruserkrankung)
  • Speicheln
  • Schluckbeschwerden
  • Fressunlust und verminderte Futteraufnahme
  • Gewichtsverlust und sichtbares Abmagern
  • Bindehautentzündung (gerötete bzw. gereizte Augen)
  • Fiber (bei Katzen ab 39 Grad Celsius)
  • Apathisches VerhaltenStändige
  • Müdigkeit

In schweren Fällen kann es zu zusätzlichen Begleitsymptomen wie Knochenschwund, Mundgeschwüren oder Hautveränderungen am Gaumen kommen. Infizierte Kitten haben darüber hinaus ein besonders hohes Risiko, den Katzenschnupfen nicht zu überleben.

Behandlung: Was kann man gegen Katzenschnupfen tun?

Auch wenn sich die Erkrankung harmlos anhört, ist bei der Behandlung höchste Dringlichkeit geboten. Nur so können Sie bei Ihrer Samtpfote einen schweren Verlauf samt Lungenentzündung, bleibende Schäden oder sogar einen chronischen Katzenschnupfen verhindern. Welche Therapie sinnvoll ist, hängt davon ab, um welchen Erreger bzw. um welche Art von Erreger es sich handelt.

Bei einer bakteriell ausgelösten Infektion ist es wichtig, die Erreger mit einem geeigneten Antibiotikum zu bekämpfen. Die Behandlung dauert je nach Schweregrad mindestens eine Woche. Im Zuge der Antibiotikabehandlung müssen Sie gleich auf mehrere Dinge achten.

Erstens müssen Sie das Antibiotikum unbedingt über den gesamten Zeitraum geben, auch wenn die Symptome bereits abgeklungen sind. Zweitens ist Ihre Katze von Beginn der Antibiotikagabe an noch immer rund eine Woche ansteckend, da das Präparat erst vollständig wirken muss.

Parallel zum Antibiotikum kommen Präparate zur Anwendung, die Symptome wie Husten, Augenreizungen und Nasenausfluss bekämpfen. Steckt hinter dem Katzenschnupfen ein Virus, ist das Lindern der Symptome leider die einzige Möglichkeit für die Behandlung. Medikamente zur Bekämpfung der Viren gibt es noch nicht.

Daher kann sich die Behandlung teilweise über mehrere Wochen hinziehen. Eine gute Tierkrankenversicherung trägt übrigens nicht nur die Kosten für den Tierarzt, sondern auch für die medikamentöse Behandlung über mehrere Wochen.

Was Sie selbst tun können

Die wichtigste Maßnahme, die Sie selbst ergreifen können, ist der zeitnahe Besuch beim Tierarzt. Beim Katzenschnupfen müssen nicht zwangsweise alle Symptome auftreten. Aber je mehr Symptome zu sehen sind, desto wichtiger ist die Vorstellung beim Tiermediziner, um einen schweren Krankheitsverlauf zu verhindern.

Aktiv unterstützen können Sie die Genesung Ihrer Samtpfote durch die Stärkung des Immunsystems. Hochwertiges Futter mit einem hohen Anteil an Proteinen, Mineralstoffen und Vitaminen ist hier besonders hilfreich. Achten Sie außerdem darauf, dass Ihre Katze genügend trinkt – speziell, wenn sie unter Fieber leidet. Auch Zuneigung in Form von Streicheleinheiten tragen ihren Teil zur Heilung bei.

Um die Infektion anderer Haustiere oder die Wiederansteckung zu verhindern, ist eine gründliche Haushaltshygiene zudem Pflicht. Spülen Sie alle Näpfe mehrmals täglich heiß aus und desinfizieren Sie Spielzeuge sowie von Ihren Katzen häufig genutzte Orte mit geeigneten Desinfektionsmitteln.

Impfung gegen Katzenschnupfen – Effektiv vorbeugen

Eine gründliche Hygiene im Alltag kann dabei helfen, das Infektionsrisiko für Katzenschnupfen zu senken. Für reine Hauskatzen, die allein leben, reichen die Vorsichtmaßnahmen in der Regel aus. Einen verlässlichen Schutz bietet jedoch nur eine Impfung.

Die Grundimmunisierung gegen den Katzenschnupfen sollte in der achten, zwölften und sechzehnten Lebenswoche erfolgen. Abhängig vom verwendeten Impfstoff ist alle zwei bis drei Jahre das Nachimpfen notwendig. Achtung: Einen 100-prozentigen Schutz bietet auch das Impfen nicht!

Besonders sinnvoll ist die Katzenschnupfen-Impfung für Mehrkatzenhaushalte aber auch für Halter von Freigängern. Aber auch, wenn Ihre Katze einige Tage auf einem Raum mit vielen anderen Katzen verbringen wird, ist eine Impfung zu empfehlen. Ein klassisches Beispiel ist der Aufenthalt in einer Katzenpension, während Sie im Urlaub sind. Gerade in solchen Einrichtungen verbreitet sich der Katzenschnupfen besonders leicht.

FAQ – Häufig gestellte Fragen zum Katzenschnupfen

Was ist der beste Schutz gegen Katzenschnupfen?
Den besten Schutz gegen eine Infektion mit Katzenschnupfen bietet eine Impfung. Lassen Sie sich am besten von Ihrem Tierarzt beraten, inwiefern eine Impfung für Ihre Katze infrage kommt. Viele Katzenkrankenversicherungen übernehmen die Kosten für die Katzenschnupfen-Impfung vollständig. Ist keine Impfung möglich, bietet die Alltagshygiene zumindest einen gewissen Schutz.

Welche Erreger lösen den Katzenschnupfen aus?
Als Erreger für den Katzenschnupfen kommen gleich mehrere Viren- und Bakterienstämme infrage. Hauptsächlich handelt es sich um die beiden Bakterien Feline Bordetella und Feline Mykoplasmen sowie um die drei Viren: Felines Herpesvirus-1, Felines Calicivirus und Feline Chlamydiose.
In vielen Fällen tritt nicht ein Erreger isoliert auf. Meist handelt es sich um eine Mischinfektion mit mehreren Erregern. Hintergrund ist, dass es sich die Erreger durch die Schwächung des Immunsystems gegenseitig leicht machen.

Kann ich mich bei meiner Katze mit Katzenschnupfen anstecken?
Ob Sie sich selbst bei Ihrer Katze anstecken können, hängt vom jeweiligen Erreger ab. Während derzeit keine stichhaltigen Informationen bezüglich einer Übertragbarkeit bei viralen Erregern vorliegen, sieht das bei bakteriellen Erregern anders aus. In seltenen Fällen kann es beim Erreger Bordetella bronchiseptica zu einer Übertragung auf den Menschen kommen.
Für gesunde Erwachsene besteht jedoch kaum eine Gefahr. Betroffen sind in der Regel Kinder, die sehr engen Kontakt zu infizierten Katzen haben sowie stark immungeschwächte Menschen. Insgesamt ist eine Übertragung von Katze zu Mensch jedoch sehr selten.

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