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Fieber bei Katzen erkennen und richtig behandeln

Ursachen, Symptome & Therapie

Fieber ist vielleicht unangenehm, aber ein überlebenswichtiger Mechanismus des Körpers von Säugetieren. Immerhin hilft die zeitweise erhöhte Körpertemperatur dabei, Krankheitserreger in Schach zu halten. Sowohl bei uns Menschen als auch bei Katzen ist eine erhöhte Körpertemperatur oftmals ein Anzeichen für eine Erkrankung.

Auch wenn die Symptome und Ursachen bei Katzen und Menschen häufig die gleichen sind, besteht bei den Samtpfoten eine große Problematik: Katzen sind evolutionsbedingt Meister darin, Krankheiten zu verstecken. Umso wichtiger ist es, dass Sie bei Ihrem Vierbeiner genau hinschauen. Erfahren Sie, ab wann man bei Katzen von Fieber spricht, wo die häufigsten Ursachen liegen, woran Sie Fieber bei Katzen erkennen und wie Sie Ihrem Tier helfen können.

 

Bildquelle: Adobe Stock / KseniyA

23. Juli 2021

Ab wann spricht man bei Katzen von Fieber?

Kein Frage: Was Fieber ist, das wissen wir alle – eine deutlich erhöhte Körpertemperatur. Schon hier wird es aber problematisch. Nicht einmal bei uns Säugetieren ist die Körpertemperatur und damit die Definition für Fieber eindeutig. Bei Katzen etwa liegt die normale Körpertemperatur zwischen 38,0 Grad Celsius und 39,0 Grad Celsius.

Merke: Ab 39,1 Grad Celsius Körpertemperatur spricht man bei Katzen von Fieber!

Zum Vergleich: Bei uns Menschen liegt der Normbereich grob zwischen 36,0 Grad Celsius und 38,0 Grad Celsius. Sie können menschliche Maßstäbe also keinesfalls an Ihre Katze anlegen. Auch bei Katzen müssen wir wiederum zwischen einer zeitweisen erhöhten Körpertemperatur und echtem Fieber unterscheiden. Eine zeitweise erhöhte Körpertemperatur entsteht beispielsweise durch große Sommerhitze oder Stress.

Anders als das echte Fieber geht sie jedoch vergleichsweise schnell wieder zurück. Der Temperaturanstieg ist ebenfalls nur moderat. Das echte Fieber dagegen wird durch eine Erkrankung bzw. durch die Reaktion des Immunsystems darauf ausgelöst. Es bleibt über eine längere Zeit auf einem hohen Niveau und erreicht krankheitsabhängig hohe Werte.

Thermoregulation bei Katzen

Ein grundlegender Mechanismus für das Phänomen Fieber ist die Steuerung der Körpertemperatur der Katze (Thermoregulation). Gesteuert wird die Körperkerntemperatur über das Temperaturregelzentrum im Hypothalamus der Katze – auch Zwischenhirn genannt. Angesteuert wird es durch Temperaturrezeptoren, die auf der Haut des Tiers verteilt sind und Temperatursignale der Umgebung an die Nervenbahnen weiterleiten.

Abhängig von den ankommenden Signalen reagiert der Katzenkörper, indem er zum Beispiel durch die Muskelaktivierung zusätzliche Wärme produziert. Fieber ist eine Schutzfunktion, bei der der Katzenkörper seine normale Kerntemperatur bewusst überschreitet. Diese Regulation findet statt, da viele Immunzellen der Katze wie beispielsweise Granulozyten und Fresszellen erst bei höheren Temperaturen optimal arbeiten können. Dass die meisten Katzenhalter Fieber als prinzipiell schädlich betrachten, ist also falsch.

Ursachen für Fieber bei Katzen

Echtes Fieber ist immer eine Reaktion des Katzenkörpers auf eine Bedrohung, die dem Körper Schaden zufügen kann. Grundsätzlich lässt sich hier zwischen infektiösen und nicht-infektiösen Auslösern unterscheiden. In gut 15 Prozent aller Fälle können selbst Spezialisten aus der Tierklinik keine Ursache für das Fieber finden.

 

Auch wenn sich die Auslöser für Fieber (siehe Grafik) grob in fünf Kategorien einteilen lassen, ist die Bandbreite möglicher Auslöser breit gefächert. Dazu zählen unter anderem:

  • Bakterielle Auslöser (zum Beispiel Chlamydien, Anaplasmen, Streptokokken)
  • Systemische Pilzerkrankungen (zum Beispiel Mykosen)
  • Parasiten (beispielsweise Toxoplasmose, Lungenwürmer)
  • Gut- und bösartige Tumore (Neoplasien)
  • Giftstoffe (zum Beispiel Medikamente, Pflanzen, Reinigungsmittel)
  • Katzenseuche (Feline Panleukopenie)
  • Feline infektiöse Peritonitis (FIP)
  • Feline Immunschwäche Virusinfektion (FIV)
  • Feline Leukämievirusinfektion (FeLV)
  • Abszesse
  • Lungenentzündung
  • Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose)
  • Herzmuskelentzündungen (Myokarditis)
  • Hirnhautentzündung (Meningitis)
  • Leberentzündung (Hepatitis)
  • Bauchspeicheldrüsenentzündung (Pankreatitis)
  • Autoimmunerkrankungen (zum Beispiel Lupus erythematodes, Pemphigus foliaceus)

Fiebersymptome bei Katzen sicher erkennen

Die Temperaturschwelle für Fieber mag sich bei Mensch und Katze unterscheiden. Die Symptome sind sich jedoch weitgehend ähnlich. Schon ohne das Fiebermessen können Sie an den folgenden Symptomen Fieber bei Ihrer Katze erkennen.

Neben ungewöhnlicher Müdigkeit und allgemeiner Mattheit können sich die Ohren Ihrer Samtpfote deutlich wärmer anfühlen. Hinzu kommen Symptome wie Bewegungsunlust, Zittern, Appetitlosigkeit sowie eine beschleunigte Atmung von ca. 20 bis 40 Atemzügen pro Minute.

Durch den Wasserverlust kann es zudem dazu kommen, dass Maulschleimhäute trocken sind, der Kot fest ausfällt und sich Hautfalten nur langsam wieder glätten. Darüber hinaus kann es zu Begleitsymptomen wie Erbrechen und Durchfall kommen. Letztendliche Sicherheit verschafft aber nur das Nachmessen der Temperatur.

So gelingt die Diagnose ganz einfach

Zeigt Ihre Katze einige der beschriebenen Symptome, ist die Wahrscheinlichkeit für Fieber hoch. Ihren Verdacht können sie auf zwei Wegen erhärten:

  1. Sie verwenden ein digitales Fieberthermometer, mit dem Sie die Körperkerntemperatur durch eine rektale Messung ermitteln können. Reinigen und desinfizieren Sie das Fieberthermometer vor der Nutzung, damit keine Erreger übertragen werden können. Spezielles medizinisches Gleitgel macht die Messung für Ihre Katze deutlich angenehmer. Alternativ können Sie auch Vaseline verwenden.
  2. Eine weitere Möglichkeit zur Temperaturermittlung ist die Verwendung eines Infrarot-Messgeräts. Der große Vorteil dieser Methode ist die einfache Messung im Ohr der Katze. Diese Prozedur lassen die Samtpfoten deutlich leichter über sich ergehen. Problematisch ist lediglich die geringere Genauigkeit der Messergebnisse.

Achtung: Beim Fiebermessen mittels digitalem Thermometer sollte eine zweite Person behilflich sein, um die Katze festzuhalten. Andernfalls kann sich die Katze wehren und Sie verletzen.

Behandlung: Immer zuerst die Ursache bekämpfen

Fieber ist keine Erkrankung und noch nicht einmal per se schädlich. Vielmehr ist Fieber ein Symptom dafür, dass im Körper Ihrer Katze etwas nicht im Lot ist. Bei der Behandlung von Fieber bzw. einer fiebrigen Erkrankung sollte daher nicht das Fieber selbst im Fokus stehen. Wesentlich wichtiger ist es, die Ursache der Immunreaktion zu beseitigen.

Die Behandlung hängt von der jeweiligen Ursache ab. Bei einer bakteriellen Infektion etwa verschreibt der Tierarzt Antibiotika. Bei einer Vergiftung dagegen müssen entsprechende Gegenmittel (Antidot) verabreicht werden. Sobald die Grunderkrankung erfolgreich bekämpft wurde, normalisiert sich auch die Körpertemperatur wieder.

Lediglich bei einer unklaren Ursache für das Fieber oder bei sehr hartnäckigem Fieber ist eine andere Vorgehensweise sinnvoll. Dabei steht neben der Behandlung der Symptome vor allem die Gabe fiebersenkender Medikamente (Antipyretika) im Vordergrund.

Grundsätzlich gilt: Bei Fieber deutlich über 39,0 Grad Celsius ist der Besuch beim Tierarzt immer ratsam. Mit der Katzenkrankenversicherung von PETPROTECT sind Sie hier auch kostentechnisch auf der sicheren Seite. Informieren Sie sich noch heute über unsere maßgeschneiderten Tarife und profitieren Sie von bis zu 100 Prozent Kostenübernahme.

Wie Sie selbst Ihrer Katze helfen können

Um die Symptome des Fiebers begleitend zu bekämpfen bzw. die Behandlung einer unklaren Fieberattacke zu unterstützen, können Sie auch zu Hause bereits eine Menge unternehmen.

  • Bleiben Sie bei allen Maßnahmen, die Sie zur Behandlung Ihres kleinen Patienten unternehmen gelassen. Sind Sie aufgeregt oder hektisch, kann das durch den erhöhten Stresslevel kontraproduktiv sein.
  • Sorgen Sie dafür, dass Ihre Katze ausreichend trinkt. Die Flüssigkeitszufuhr sorgt dafür, dass der Körper nicht austrocknet und weiterhin optimal gekühlt wird. Stellen Sie Ihrer Katze dazu immer genügend frisches Trinkwasser zur Verfügung.
  • Leichte Massagen können die Durchblutung der Haut anregen. Das fördert die Wärmeabgabe und verschafft dem Tier so Erleichterung. Aber Achtung: Manche Katzen empfinden Massagen gerade dann als unangenehm, wenn es ihnen ohnehin bereits schlecht geht.
  • Kühlende Wickel sind ebenfalls eine ideale Möglichkeit, um die Körpertemperatur in den Griff zu bekommen. Bedecken Sie Ihre Katze dazu mit feuchten Tüchern. Idealerweise verwenden Sie Wasser mit Raumtemperatur. Noch effektiver gelingt die Kühlung mittels eines Ventilators, der für eine seichte Brise sorgt.
  • Eine weitere Option sind Pfotenwickel. Dazu brauchen Sie nichts weiter als hochkonzentrierten Alkohol und einige Tücher, die Sie damit tränken. Wickeln Sie die Tücher um die Pfötchen Ihrer Katze. Während der Alkohol verdampft, entzieht er dem Körper die überschüssige Wärme. Aber Vorsicht: Achten Sie unbedingt darauf, dass Ihre Katze den Alkohol nicht abschleckt.
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