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Demenz bei Katzen

Ein noch weitgehend unbekanntes Thema

Unsere Katzen begleiten uns über viele Jahre unseres Lebens. Durch die Kombination aus modernster Tiermedizin, ausgewogener Fütterung und artgerechter Haltung können Samtpfoten je nach Rasse leicht 15 bis 18 Jahre alt werden. Einige Methusalems der Katzenwelt bringen es gar auf eine biblische Lebensspanne von mehr als 20 Jahren.

Bei all der offensichtlichen Fitness, die viele Katzen zumindest auf den ersten Blick an den Tag legen, lässt sich das Alter auch von flinken Stubentigern nicht austricksen. Auch hier hinterlässt das Alter Spuren. Allem voran stehen dabei körperliche Gebrechen wie Schmerzen in den Gelenken oder Probleme mit dem Herz-Kreislaufsystem. Ein bisher kaum beachtetes Feld ist jedoch der geistige Abbau.

Wie wir Menschen sind auch unsere Hauskatzen nicht vor altersbedingter Demenz geschützt. Auch Sie halten Altersdemenz bei Katzen für ein spannendes Thema? Dann kommen Sie mit uns auf eine spannende Entdeckungsreise und erfahren Sie mehr über Symptome, Diagnosemöglichkeiten und den richtigen Umgang mit dementen Stubentigern.

Ein noch weitgehend unbekanntes Thema

Was ist eigentlich Demenz?

Das Thema Demenz spielt gerade bei uns Menschen im Alter eine Rolle. Oder haben Sie keine Angst, einmal daran zu erkranken? Was genau dahinter steckt, wissen jedoch nur wenige. Genau genommen handelt es sich bei der Demenz um keine eindeutig definierbare Erkrankung. Sie umfasst auch bei Katzen etliche Erkrankungsformen, die sich zum Teil anhand unterschiedlicher Symptome zeigen.

In der Wissenschaft kennt man mittlerweile über 50 Formen der neurologischen Erkrankung, von denen die meisten auch bei unseren Stubentigern auftreten können. Was alle Formen der Demenz gemeinsam haben, ist die fortschreitende Beeinträchtigung des Denk- und Erinnerungsvermögens sowie anderer kognitiver Fähigkeiten.

Aufgrund dieser Einschränkungen kommt es im Alltag zu Verhaltensauffälligkeiten. Leider sind diese oftmals speziell bei unseren Haustieren nicht sofort eindeutig zu erkennen. Schließlich können Katzen nicht sprechen und uns als Halter:innen über ihr kognitives Befinden aufklären.

Primäre oder sekundäre Demenz?

Grundsätzlich lassen sich die primäre Demenz und die sekundäre Demenz unterscheiden. Unter die Kategorie „primäre Demenz“ fallen alle Formen der Erkrankung, die ihren Ursprung direkt im Gehirn haben.

Dabei sterben zum Beispiel aufgrund des altersbedingten Abbaus Nervenzellen ab. Bei der sekundären Demenz gehen die Symptome auf andere Grunderkrankungen wie Schilddrüsenproblematiken oder extreme Vitamin-Mangelzustände zurück. Genaue Zahlen gibt es hier nicht. Die Demenzforschung steckt bei Katzen derzeit noch in den Kinderschuhen.

Haustiererkrankungen – Der Fokus liegt auf anderen Krankheiten

Und genau hier liegt der Knackpunkt – die Tiermedizin ist im Bereich Demenzforschung noch ganz am Anfang. Dabei steigt auch bei Katzensenioren mit zunehmendem Alter das Risiko für eine Demenzerkrankung. Darüber hinaus kann potenziell jede Katze rasseunabhängig eine Demenz entwickeln.

Da diese eine Katze ähnlich plagt wie Diabetes, Nierenerkrankungen, Verstopfungen und Leberbeschwerden ist eine zuverlässige Diagnose wichtig.  Wie die folgende Grafik zeigt, spielen neurologische Erkrankungen in Tierarztpraxen kaum eine Rolle.

Datenquelle zur Grafik

In einer Studie der Tierärztlichen Fakultät der Ludwigs-Maximilians-Universität München hat man in einer großen Stichprobe unter anderem die fachspezifischen Diagnosen in Tierarztpraxen untersucht. Die Stichprobe bestand aus 5.030 Tieren, worunter sich 1.511 Katzen befanden. Die Größenordnung der Diagnosen der verschiedenen Krankheitsbilder lässt sich damit problemlos annähernd von der Gesamtstichprobe auf die Katzenstichprobe übertragen.

Unter dem Strich machen nur 61 Fälle ( ca. 1 Prozent) neurologische Diagnosen wie auch Demenz aus. Wissenschaftler:innen schätzen heute, dass jede zweite Hauskatze über 15 Jahren altersbedingt kognitive Verhaltensstörungen aufweist. Sie können sich vorstellen, wie hoch die Dunkelziffer damit ausfällt.

Stand der Demenzforschung bei Katzen

Die Forschung rund um altersbedingte Demenz bei Katzen stochert im Trüben. Dementsprechend dünn sind die Forschungsergebnisse. Das verwundert wenig, denn anders als in der Humanforschung samt dahinterstehenden Pharmafirmen ist mit dementen Stubentigern wohl eher wenig Geld zu verdienen. Durch das Verschließen der Augen verschwindet das Problem jedoch nicht. Es lohnt sich also, zumindest auf das zu schauen, was wir bereits sicher wissen:

Forscher:innen der University of Endinburgh konnten bei Katzen mit „höchstwahrscheinlich“ altersbedingten neurologischen Störungen Beta-Amyloide nachweisen. Dabei handelt es sich um Eiweißstoffe. Genau genommen ausgerechnet um die Eiweißstoffe, die auch bei Alzheimerpatient:innen die neurologische Signalübertragung im Gehirn stören.

Allerdings gibt es bisher noch keinen standardisierten Test, mit dem sich eine Demenz bei Katzen sicher nachweisen ließe. Die Diagnose gleicht also immer noch einer Schnitzeljagd, während Tierärzt:innen der Reihe nach alle anderen organischen Ursachen ausschließen müssen.

Symptome: Achten Sie bei Ihrer Katze auf diese Anzeichen

Wenn aus den vorangegangenen Zeilen eines klar wird, dann dass es nicht das eine Leitsymptom zum Erkennen von Demenz bei Katzen gibt. Als Haustierhalter:in sind Sie selbst gefragt, Veränderungen des Verhaltens Ihrer Katze zu bemerken und richtig einzuordnen. Das liegt sowohl an der Vielgestaltigkeit der Symptome als auch daran, dass nur Sie das übliche Verhalten Ihrer Katze kennen.

Besonders wichtig ist die Unterscheidung zwischen normalen Alterserscheinungen und einer Altersdemenz. Treten die folgenden Symptome auffällig oft aus, handelt es sich wahrscheinlich um die Anzeichen für eine Altersdemenz. Umso mehr Symptome Sie gleichzeitig beobachten können, desto wahrscheinlicher ist die Diagnose.

  1. Nachlassendes Gedächtnis: Wir könnten es auch kurz als „Ihre Katze wird zunehmend vergesslich“ zusammenfassen. Häufig wirken „vergessliche“ Katzen überrascht, wenn sie sich in den eigenen vier Wänden bewegen. Oftmals wirkt es so, als würden sie ihr Körbchen oder das Katzenklo zum ersten Mal sehen.
  2. Personen werden nicht mehr erkannt: Ähnlich wie bei uns Menschen werden Katzen ihre Bezugspersonen scheinbar plötzlich fremd. Das kann damit anfangen, dass Ihre Katze regelmäßige Besucher scheinbar nicht mehr erkennt. Im weiteren Verlauf erkennen schwer demente Katzen nicht einmal mehr ihre Halter:innen.
  3. Gestörte Raumwahrnehmung: Normalerweise sind Katzen extrem geschickt. Das können Sie jeden Tag beobachten, wenn Ihr Stubentiger einmal wieder zum Sprung auf den Kratzbaum ansetzt. Kommt es nun häufiger dazu, dass der Katze die Kante knapp verfehlt und insgesamt etwas ziellos wirkt, kann auch das auf eine beginnende Demenz hindeuten.
  4. Auffälliges Miauen: Durch häufiges und oftmals herzzerreißendes Miauen versuchen hilflose Katzen auf ihre Situation aufmerksam zu machen und so Hilfe von Ihnen zu bekommen. Gerade wenn sich kein offensichtlicher Grund für das Miauen erkennen lässt, sollten Sie ein genaueres Auge auf Ihren Stubentiger werfen.
  5. Ruhelosigkeit: Die kognitiven Beeinträchtigungen führen zu ruhelosem Verhalten. Typisch ist, dass erkrankte Katzen sich nicht lange hinlegen können, sondern stattdessen auffällig oft die Position wechseln und ziellos umherirren. Gleichzeitig vergessen viele Katzen scheinbar während der Bewegung durch den Raum, was sie eigentlich wollten und drehen zum Beispiel vor dem gefüllten Napf wieder um.
  6. Inkontinenz: Die zunehmende Verwirrung und mangelnde räumliche Orientierung kann dazu führen, dass Ihre Katze selbst ihr Katzenklo nicht mehr findet. Typisch ist langes Umherlaufen auf dem Weg zum Katzenklo, wobei der Urin nach erfolgloser Suche oftmals auf dem Teppich landet. Nicht selten liegen und schlafen inkontinente Katzen mit Demenz auch in ihren eigenen Urinlachen.
  7. Angst und andere Verhaltensstörungen: Beide Verhaltensweisen zeigen sich bei an Demenz erkrankten Katzen insbesondere in völlig alltäglichen Situationen, die bisher normal für Ihren Stubentiger waren. So manche Katze sitzt auf einmal hilflos vor der Katzenklappe oder versteckt sich in einer Ecke, wenn es an der Tür klingelt.
  8. Depressionen: Auch bei Katzen sind Depressionen ein typisches Symptom, das viele alternde Stubentiger betrifft. Ursächlich kann neben Schmerzen und dem körperlichen Abbau auch eine Demenzerkrankung sein. Solche Katzen haben keine Motivation zum Spielen, verschlafen beinahe den ganzen Tag und haben häufig nicht einmal mehr die Energie, aus dem Fenster zu schauen.

Katzenkrankenversicherung: Die Rückfallebene für den Notfall

Der Abbau der kognitiven Fähigkeiten hat nicht nur einen drastischen Einfluss auf das tägliche Zusammenleben mit Ihrem Vierbeiner. Er erhöht auch das Unfallrisiko. Gerade Freigängerkatzen mit beginnender Demenz haben eine bedeutend höhere Wahrscheinlichkeit, aus der Höhe herunterzufallen, bei einer Auseinandersetzung den Kürzeren zu ziehen oder von einem Fahrzeug erfasst zu werden. Aber auch reine Wohnungskatzen neigen vermehrt zu Verletzungen durch Stürze. Die Folge sind häufig Besuche in der Tierklinik und daraus folgende hohe Kosten.

Eine frühzeitig abgeschlossene Katzenkrankenversicherung bietet hier einen langfristigen Schutz vor hohen Kosten und gewährt Ihrem Stubentiger gleichzeitig eine angemessene medizinische Behandlung. Und das völlig unabhängig von Ihrem Geldbeutel. Versichern Sie Ihr Tier jetzt bei PETPROTECT und profitieren Sie von bis zu 100 Prozent Kostenerstattung, Vorsorgeleistungen und Zugang zu einer Online-Tierärzt:innen-Sprechstunde.

Tierärzt:innen-Besuch sorgt für Klarheit

Die geschilderten Symptome können auf eine Demenz hindeuten – sie müssen es aber nicht. Verwenden Sie die Beobachtung Ihrer Katze auf typische Symptome daher bitte nicht als Diagnosemethode. Die Beobachtung sollte lediglich die Basis für einen Check bei Ihrer Tierärztin bzw. bei Ihrem Tierarzt sein. Dort muss anhand verschiedener Ausschlussdiagnosen und spezieller kognitiver Tests eine genauere Diagnose erfolgen.

So etwa können Tierärzt:innen ausschließen, dass eine behandelbare organische Erkrankung von Leber, Nieren oder Schilddrüse hinter der Symptomatik steckt. Steht die Diagnose Demenz einmal, müssen Sie sich aber auch nicht tatenlos damit abfinden. Auch wenn die Erkrankung nach jetzigem Stand der Wissenschaft ebenso wie bei uns Menschen nicht heilbar ist, können Sie Ihrer Katze mit einigen einfachen Tipps das Leben erleichtern.

So können Sie Ihre demente Katze im Alltag unterstützen

  • Schenken Sie Ihrer Katze mehr Nähe: Eine Katze, die unter Demenz leidet, findet sich schlechter in ihrem Alltag zurecht, ist hilflos und unsicher. Im Alltag können Sie Ihrem Stubentiger mit zusätzlicher Nähe die Sicherheit geben, die er benötigt. Bieten Sie Ihrer Katze dabei möglichst feste Tagesabläufe und regelmäßige Rituale, die den Tag der Katze strukturieren. Morgens eine Schmuserunde, mittags ein gemeinsames Spiel, am Nachmittag ein gemeinschaftliches Schläfchen auf der Couch und so weiter.
  • Seniorengerechte Anpassungen vornehmen: Wenn schon Körper und Geist Ihrer Katze nicht mehr so recht wollen, dann machen Sie Ihrer Katze den Alltag wenigstens so leicht wie möglich. Das entlastet auch das ohnehin auf Hochtouren arbeitende Katzengehirn. Dazu gehört neben einem seniorengerechten Kratzbaum mit weichen Liegeflächen und zusätzlicher Fellpflege auch das Anbieten einer gut erreichbaren Katzentoilette sowie weiches und leicht verdauliches Futter.
  • Fitness fürs Katzengehirn: Gedächtnisspiele, Rätsel und sogar Neuro-Fitness-Apps sind nicht umsonst bei uns Menschen beliebt. Sie halten das Gehirn nachweislich fit. Das gilt im Fall von uns Menschen auch für die Wahrscheinlichkeit für das Auftreten von Demenz. Dieses Prinzip können Sie sich auch bei Ihrer Katze zunutze machen. Versuchen Sie Ihre Katze mit interessanten Aktivitäten aus der Reserve zu locken. Rätselspielzeuge, Fummelbretter, Clicker-Training und Ähnliches können dem geistigen Verfall wirksam entgegenwirken.