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Hilfe, mein Hund hat Mundgeruch

Ursachen, Lösungen, Sofortmaßnahmen

Sie kommen nach einem langen Tag nach Hause und wollen einfach nur noch mit Ihrer Fellnase knuddeln. Also wälzen Sie sich kurzentschlossen mit Ihrem pelzigen Mitbewohner auf dem Boden herum, doch plötzlich schlägt Ihnen ein ziemlich übler Geruch entgegen. Klare Diagnose: Ihr Hund hat massiven Mundgeruch.

Das ist nicht nur für Sie ein Grund, sich wegen akuter Geruchsbelästigung aus dem freundschaftlichen Clinch mit der Fellnase zu lösen. Mundgeruch ist ähnlich wie für Menschen auch für Hunde keine angenehme Sache. Was aber ist der Auslöser? Wie lässt sich das Müffeln aus dem Maul loswerden? Und wann es ist Zeit, zum Tierarzt zu gehen?

Bildquelle: Adobe Stock / boryanam

7. May 2021

Mundgeruch hat zahlreiche Ursachen

Es gibt ebenso wie bei uns Menschen auch bei Hunden etliche Ursachen für Mundgeruch. Meistens handelt es sich ohnehin um vorübergehenden Mundgeruch mit einer völlig harmlosen Ursache. Bei langanhaltendem Mundgeruch kann dagegen auch eine ernsthafte Erkrankung dahinter stecken. Letzteren bezeichnen Tierärzte auch als „Halitosis“ oder „Foetor ex ore“. Zur Sicherheit sollten Sie Ihren Hund in einem solchen Fall beim Tierarzt durchchecken lassen.

Immerhin lassen sich schwere Erkrankungen der Organe auf diese Weise erkennen, bevor es zu größeren Schäden kommt. Die möglichen Ursachen wollen wir an dieser Stelle der Ordnung halber dem Entstehungsbereich zuordnen: Der Ernährung, dem Zahnbereich, dem Maul- und Rachenbereich, Erkrankungen von inneren Organen und weitere Ursachen.

Übler Mundgeruch durch die Ernährung

Als Hundehalter haben Sie sich sicherlich schon einmal die Frage gestellt, wie das Gourmetmenü Ihrer Fellnase schmeckt. Spätestens beim Öffnen der Dose oder Tüte haben Sie den Gedanken dank des unappetitlichen Geruchs aber sicherlich wieder verworfen. Damit liegt der Schluss nahe, dass übler Mundgeruch oft auf das verwendete Futter zurückzuführen ist.

Und das muss nicht einmal einen gesundheitlichen oder sonst einen Hintergrund haben, an dem Sie groß etwas ändern könnten. Manche Futtersorten riechen einfach unappetitlich. Haben Sie Ihrem Vierbeiner schon einmal Trockenfutter mit Fischgeschmack serviert? Probieren Sie es spaßeshalber einmal aus. Ernährungsbedingter Mundgeruch kann jedoch auch weitere Ursachen haben. Dazu gehören unter anderem:

  • Ihr Hund hat eine Unverträglichkeit gegen ein bestimmtes Futter bzw. spezifische Inhaltsstoffe.
  • Sie verfüttern Ihrem Hund besonders „aromatische“ Leckereichen wie frischen Fisch oder Pansen.
  • Nach einer Futtermittelumstellung kann es sein, dass eine Weile dauert, bis sich das Verdauungssystem Ihres Hundes an die neue Nahrung gewöhnt. Bei uns Menschen ist das auch nicht anders, wenn wir von einer stark zuckerhaltigen Ernährung auf eine proteinreiche Ernährung umsteigen.
  • Dosen- und Nassfutter hinterlassen oft organische Rückstände auf den Zähnen oder in den Zahnzwischenräumen. Dort zersetzt es sich langsam und setzt einen fauligen Geruch frei.

Geruchsbildung im Bereich der Zähne

Nahrungsreste können sich nicht nur auf der Oberfläche oder in den Zwischenräumen gesunder Hundebeißer festsetzen und verfaulen. Gerade lockere Zähne bieten eine hervorragende Angriffsfläche. In den Zahnlücken und Hohlräumen können sich Nahrungsreste hervorragend in größeren Mengen sammeln, wo Fäulnisbakterien sie schlussendlich langsam zersetzen. Auch vereiterte oder faulige Zähne verursachen einen sehr typischen Mundgeruch.

In einem solchen Fall ist es Zeit für einen Besuch beim Tierarzt. Für Ihren Vierbeiner sind die damit verbundenen Zahnschmerzen nämlich garantiert schlimmer als das Müffeln aus dem Maul. Der wohl harmloseste Grund ist jedoch die Bildung von Zahnbelag und Zahnstein infolge einer mangelnden Mundhygiene.

Ursachen für Mundgeruch beim Hund um Maul- und Rachenbereich

Neben dem Kauapparat bietet auch der gesamte Rachen- und Maulbereich genügend Versteckmöglichkeiten für verwesendes Futter. Prädestiniert sind etwa die Lefzenfalten. Eine weitere Ursache für Mundgeruch, der im Bereich der Lefzen seinen Ursprung hat, sind Lefzenekzeme. Hier entzünden sich die Hautfalten, wobei sich Pilze und Bakterien ansiedeln und einen üblen Geruch verursachen können.

Auch Tumore in Mund und Rachen, Mundschleimhautentzündungen, Nebenhöhlenentzündungen und Mandelentzündungen können für den Mief aus dem Maul verantwortlich sein. Hat Ihr Hund parallel zu seinem auffälligen Mundgeruch Schluckbeschwerden, ist eine Mandelentzündung als Ursache wahrscheinlich.

Organische Erkrankungen

Wesentlich seltener stecken hinter dem Mundgeruch organische Ursachen. Die Bandbreite möglicher Auslöser ist aber auch hier groß. Bitterer oder säuerlicher Mundgeruch etwa kann durch Magenerkrankungen wie eine Magenschleimhautentzündung (Gastritis) oder ein Magengeschwür verursacht werden. Möglich sind auch Magen-Darm-Infektionen, Nierenerkrankungen, Diabetes sowie Erkrankungen der Leber. Bei Lebererkrankungen gesellt sich zu einem charakteristischen Mundgeruch auch eine Gelbfärbung der Augen.

Sonstige Ursachen für Mundgeruch bei Hunden

Eine sehr offensichtliche Ursache für ekelerregende Gerüche aus der Hundeschnauze ist die schlechte Angewohnheit des Kotfressens. Häufig befinden sich im Maul Ihren Vierbeiners Fäkalien, die noch eine ganze Weile übel ausdünsten. Das ist ein weiterer Grund, warum Sie dieses Verhalten massiv sanktionieren sollten. Immerhin kann sich Ihre Fellnase durch die Aufnahme von Kot schnell Würmer und andere Parasiten einfangen.

Die dann wiederum notwendige Entwurmung belastet nicht nur den Körper Ihres Hundes, sondern auch Ihren Geldbeutel. Darüber hinaus können aber auch Stress und sogar die Analdrüsen für Mundgeruch beim Hund verantwortlich sein. Manche Hunde neigen nämlich dazu, ihren vollen Analbeutel abzulecken. Da verwundert es dann wenig, dass die Fellnase einen fiesen Mundgeruch entwickelt.

Mundgeruch kann auch bei Welpen auftreten

Auch wenn Welpen mit ihrem flauschigen Fell noch so süß sind, können sie aus dem Maul riechen wie ein triefend nasser, zotteliger Border Collie. Eine sehr spezifische Ursache bei Welpen ist der Zahnwechsel. Milchzähne, die sich zwar gelockert haben, aber noch nicht ausgefallen sind, sind ein perfektes Versteck für Nahrungsreste. Bis der Zahn schließlich ausfällt, tragen Bakterien ihr Übriges zum Mundgeruch bei.

Wenn Sie einen markant metallischen Geruch feststellen, geht dieser auf leichte Blutungen beim Zahnwechsel zurück. Das ist völlig normal und kein Grund zur Sorge. Allerdings verschwindet der Mundgeruch bei Welpen spätestens nach dem Zahnen wieder. Andernfalls ist der Tierarzt die beste Anlaufstation.

Charakteristischer Mundgeruch verrät seine Ursachen

Beim Thema Mundgeruch ist es wichtig, dass Sie diesen einordnen können. Wegen einem gammeligen Stück Nassfutter in der Lefze zum Tierarzt zu fahren ist schließlich nicht notwendig. Da trifft es sich gut, dass der Mundgeruch abhängig von seiner Ursache anders riecht. Das wiederum ist ein Hinweis für Sie und den Tierarzt.

Art des Mundgeruchs Potenzielle Ursachen
faulig Futterreste in Zahnzwischenräumen, Lefzen etc.
fischig Fütterung mit frischem Fisch oder Futter mit Fischmehlgehalt
eitrig Entzündungen von Zahnfleisch und Zähnen, Abszesse
süßlich Pilzbefall, Diabetes mellitus
säuerlich Überschuss an Magensäure, Magenschleimhautentzündung, Stress, Sodbrennen, Verwendung eines bestimmten Futters
metallisch Blutungen im Rahmen des Zahnwechsels oder nach einer zahnärztlichen Behandlung
Fäkalgeruch Kotfressen, Ablecken des gefüllten Analbeutels
chemisch (Aceton) Diabetes mellitus
urinartig (Ammoniak) Anzeichen für eine potenzielle Nierenerkrankung

Die 7 besten Tipps gegen Mundgeruch bei Ihrem Hund

Ist der Mundgeruch Ihrer Fellnase keiner klar ersichtlichen Ursache wie etwa Plaque zuzuordnen, ist ein Tierarztbesuch empfehlenswert. Das gilt vor allem, wenn die üblen Gerüche mehr als 72 Stunden anhalten. Andernfalls können Sie selbst eine Menge für den frischen Atem Ihrer Fellnase tun. Das ist für Sie nicht nur ein Segen beim Raufen auf dem Wohnzimmerteppich, sondern auch eine Wohltat für Ihren Hund.

  1. Das richtige Futter wählen

Grundsätzlich ist Trockenfutter besser für einen frischen Atem geeignet als Nassfutter. Immerhin reinigen sich die Zähne bei jedem Kauen durch die harte Konsistenz selbst. Allerdings ist die ausschließliche Fütterung mit Trockenfutter im Hinblick auf die Hundegesundheit nicht empfehlenswert. Einmal ganz davon abgesehen, dass so manche Fellnase überhaupt keine Lust auf staubtrockene Pellets hat. Die Empfehlung lautet daher: Die Mischung machts. Füttern Sie ruhig hauptsächlich Nassfutter und ergänzen Sie es mit ein paar Portionen Trockenfutter pro Woche. Damit beugen Sie Plaque und vor allem übel riechendem Zahnstein bereits effektiv vor.

  1. Hausmittel nutzen

Auch mit den Dingen, die Sie bereits in der Küche haben, können Sie dem Mundgeruch den Kampf ansagen. Hat Ihr Vierbeiner etwa gerade Fisch, Pansen oder Kot gefressen verschaffen bereits ein paar Apfelspalten Abhilfe. Auch eine Karotte, auf der Ihr Hund herumkauen kann, wirkt Wunder. Eine eher allgemeine Lösung ist die Zugabe von Kräutern und anderen Hausmittelchen ins Futter. Hier bieten sich beispielsweise folgende Dinge an:

  • Basilikum
  • Bierhefetabletten
  • Ingwer
  • Kokosöl
  • Petersilie
  • Pfefferminze
  • Thymian
  • Zimt
  1. Zahnpflegeleckerlies für zwischendurch

Leckerlies machen Ihrem Hund eine Freude. Wenn Sie die richtigen Leckerlies wählen, helfen diese aber auch noch bei der Zahnpflege und der Beseitigung von Mundgeruch. Besorgen Sie sich daher spezielle Zahnpflegesnacks, die mit jedem Kauen dabei helfen, Plaque und Futterreste von den Zähnen zu schaben. Wichtig: Kaufen Sie nur Produkte, die zuckerfrei sind. Aber das sollte für eine gesunde Hundeernährung eigentlich selbstverständlich sein.

  1. Gute Kauartikel verwenden

Hunde, die auch abseits vom Fressen viel Kauen, haben deutlich weniger Plaque. Damit neigen sie auch weniger zur Bildung von Zahnstein und Mundgeruch. Ideal sind beispielsweise hochwertige Kauwurzeln oder Geweihstangen, an denen sich Ihr Fellknäuel nach Herzenslust zu schaffen machen kann. Minderwertige oder ungeeignete Kauprodukte können dagegen Magen-Darm-Probleme fördern, womit sich das Geruchsproblem von vorne nach hinten verlagert.

  1. Nützliches Spielzeug hält die Beißer sauber

Auch beim Spielen können Sie direkt etwas gegen den Mief aus dem Maul Ihres Hundes tun. Verwenden Sie statt „normalem“ Spielzeug spezielle Zahnpflege-Spielzeuge. Diese Bälle und sonstige Wurfspielzeuge verfügen über besondere Strukturen, Materialien und Beläge, die beim Zuschnappen die Zähne reinigen wie ein Kaugummi.

  1. Spezielle Präparate verwenden

Bei besonders hartnäckigem Mundgeruch können auch spezielle Pflegeprodukte für Hunde Abhilfe schaffen. Etliche Hersteller haben hier etwa Trinkwasserzusätze, Mundsprays und andere Dinge im Programm, die Zahnbelag und Zahnstein vorbeugen sollten. Wichtig ist allerdings, dass Sie nur Mittel einsetzen, mit denen sich Ihr Hund wohlfühlt. Zwang – und sei er auch noch so gut gemeint – ist keine Lösung.

  1. Putzen Sie Ihrem Hund die Zähne

Die nachweislich beste Gegenmaßnahme gegen Zahnbelag und Zahnstein ist das regelmäßige Zähneputzen. Hierzu bekommen Sie im Fachhandel für wenig Geld Zahnpflegesets mit mehreren Bürsten und geeigneter Hundezahncreme. Allerdings sträubt sich so mancher Hund gegen das Zähneputzen. Da ist so manche Fellnase also nicht anders als Menschenkinder. Umso wichtiger ist es, dass Sie Ihren Hund langsam an das Zähneputzen gewöhnen, indem Sie ihn zum Beispiel mit einem Leckerli belohnen.

Besonders groß sind die Erfolgschancen bei Hunden, die bereits im Welpenalter mit dem Zähneputzen aufwachsen. Lehnt Ihr Hund das Schrubben der Beißer dauerhaft ab, sollte Sie es gut sein lassen und auf andere Optionen ausweichen. Bereits bestehenden Zahnstein werden Sie so im Übrigen nicht los. Das ist ein Fall für den Tierarzt. Mit dem Zahnstein verschwindet dann aber auch der Mundgeruch bei Ihrem Hund.

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