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Staupe: Darum sollten Sie Ihren Hund impfen lassen

Für Menschen gefährliche Infektionskrankheiten wie Tuberkulose, Masern und Co. sind uns geläufig. Wie aber sieht es mit Krankheiten wie Staupe aus, die für Ihre Fellnase gefährlich sind? Wenn Sie noch niemals etwas davon gehört haben, ist es höchste Zeit. Immerhin handelt es sich um eine der gefährlichsten Infektionskrankheiten für Ihre Fellnase.

Zu allem Überfluss haben sich die Fallzahlen in den vergangenen Jahren auch noch erhöht. Umso wichtiger, dass Sie die typischen Symptome erkennen und Ihren Vierbeiner so vor der tückischen Erkrankung schützen.

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Was ist Staupe?

Bei Staupe handelt es sich genau genommen um den Hunde-Staupevirus (canine distemper), der nicht mit der Katzen-Staupe zu verwechseln ist. Die hochansteckende Infektionskrankheit befällt Hunde und hundeartige Tiere, wie etwa den Fuchs. Interessanterweise handelt es sich um einen sogenannten RNS-Virus bzw. Paramyxovirus, der große Ähnlichkeit mit dem Masernvirus hat. Allerdings ist Staupe für Hunde noch wesentlich gefährlicher, als es Masern für ungeimpfte Menschen sind.

Und das will schon etwas heißen! Gerade vor der Einführung des Impfschutzes bei Hunden war die Staupe hierzulande die „verlustreichste“ Virusinfektion für Hunde. Unbehandelt endet die Infektion für Hunde in der Regel tödlich. Staube selbst führt zu schweren Organentzündungen. Betroffen sind vor allem die Lunge, der Darm und das Gehirn.

Staupe-Fälle nehmen in letzter Zeit deutlich zu

Leider zeichnet sich bei der Staupe aktuell ein ähnliches Bild wie bei zahlreichen Kinderkrankheiten ab. Nachdem die Erkrankung sehr selten geworden ist, nehmen die Fallzahlen seit einigen Jahren wieder zu. Als Ursache führen Expertinnen und Experten eine zunehmende Impfmüdigkeit unter vielen Hundebesitzern heran.

Gefördert wurde diese paradoxerweise eben durch die rückläufigen Staupe-Fallzahlen. Eine echte Parallele also zur Impfung gegen Kinderkrankheiten, die leider auch wieder eine traurige Renaissance feiern. Ein weiterer Grund für die Häufung der Fälle ist der zunehmende Import von Hunden aus dem Ausland, die über keinen ausreichenden Impfschutz verfügen.

Wie und wo kann sich mein Hund mit Staupe infizieren?

Die gute Nachricht ist, dass die Infektion mit Staupe vor allem durch direkten Kontakt erfolgt. Gemeint ist der Kontakt mit Sekreten infizierter Hunde oder hundeartiger Tiere per Tröpfcheninfektion. Das betrifft sowohl Füchse und Marderhunde als auch Waschbären, Frettchen, Nerze, Marder, Dachse und natürlich auch Wölfe. Zudem ist die Infektion auch über den Kontakt mit Exkreten, wie beispielsweise dem Kot infizierter Tiere möglich.

Das bedeutet, dass sich Ihre Fellnase auch beim Umherstreifen im Wald, beim Kotfressen oder beim Trinken aus brackigen Pfützen mit Staupe anstecken kann. Aber auch schon vor der Geburt können sich Hunde bei ihrer infizierten Mutter mit dem Virus anstecken. Deutlich geringer ist das Infektionsrisiko über indirekte Ansteckungswege wie Futternäpfe, Kleidung, Schuhe oder Hände.

Widerstandsfähigkeit des Staupe-Virus

Da das Virus nach dem Verlassen des infizierten Körpers nur sehr begrenzt überlebensfähig ist, verringert sich das Infektionsrisiko mit der Zeit. Auch bestimmte Umstände senken das Infektionsrisiko:

  • An der Kleidung, in Räumen und an toten Gegenständen kann das Virus mehrere Tage infektiös sein.
  • Setzt man das Virus für mindestens 30 Minuten einer Temperatur von mehr als 56°C aus, stirbt es ab.
  • Durch gründliches Händewaschen lässt sich der Erreger größtenteils entfernen. Noch besser ist, Sie verwenden Desinfektionsmittel.
  • Unter dem Einfluss direkter Sonneneinstrahlung im Freien überlebt das Virus rund 14 Stunden.

Achtung: Das Virus ist kälteresistent und bleibt selbst im tiefgefrorenen Zustand noch lange infektiös!

Wann das Infektionsrisiko besonders hoch ist

Prinzipiell können sich alle Hunde mit Staupe anstecken. Besonders gefährdet sind jedoch kranke und alte Hunde, deren Immunsystem einem Virus nicht mehr viel entgegenzusetzen hat. Ebenfalls hoch ist das Risiko für Welpen und junge Hunde mit einem Alter von bis zu sechs Wochen, die ähnlich wie kranke Hunde kein ausreichendes Immunsystem haben. Noch höher ist das Risiko nur noch für nicht geimpfte Hunde oder solche Tiere, die nicht auf die Impfung ansprechen.

Glücklicherweise ist die Zahl der sogenannten immunsupprimierten Hunde klein. Umso wichtiger ist es, dass Sie Ihre Fellnase impfen lassen. Das gilt insbesondere für freilaufende Hunde sowie für Jagdhunde. Immerhin kommen diese mit einer hohen Wahrscheinlichkeit mit möglicherweise infizierten Wildtieren oder deren Exkrementen in Kontakt.

Die unterschiedlichen Verlaufsformen von Staupe

Sobald sich Ihre Fellnase mit dem Virus infiziert, breitet sich dieser schnell im gesamten Hundekörper aus. Nachweisbar ist das Virus unter anderem in den Lymphknoten und der Milz. Die Inkubationszeit beträgt dabei mehrere Tage. Bis erste Symptome auftreten, kann durchaus eine Woche vergehen.

Welche Symptome auftauchen, hängt in erster Linie von der Form und dem Verlauf ab. Grundsätzlich kann Staupe in einer akuten, subakuten oder chronischen Weise verlaufen. Bei der akuten Form sind die Symptome meist sehr deutlich.

Typisch für die subakute Form dagegen sind weniger ausgeprägte Symptome, sodass die Erkrankung häufig nicht oder zu spät erkannt wird. Daraus kann sich eine chronische Form entwickeln. Besonders gefährlich: Ihr Hund ist die ganze Zeit über infektiös und verteilt den Erreger, der eine Gefahr für die ganze Hundepopulation darstellt.

Auf diese Symptome sollten Sie achten

Erste Symptome für eine akute Staupe-Infektion sind Anzeichen wie Durchfall, Erbrechen und Appetitlosigkeit. Hinzu kommt der Anstieg der Körpertemperatur auf 40 Grad Celsius sowie ein klarer Ausfluss aus Nase und Augen. Ob im Anschluss weitere Symptome auftreten, hängt vom Immunsystem Ihrer Fellnase ab und ist von Hund zu Hund unterschiedlich. Hier unterscheiden Tiermediziner:innen zwischen der respiratorischen Form, der kutanen Form und der neurologischen Form.

FormRespiratorische FormKutane FormNeurologische Form
BeschreibungDie Symptome betreffen vor allem die Atemwege sowie angrenzende Organe und Prozesse.Tauchen spezifische Symptome auf der Haut auf, handelt es sich um die sogenannte kutane Form.Befällt das Virus bereits das Gehirn, kommt es zu neurologischen Symptomen.
Symptome• Husten
• Bronchitis
• Lungenentzündung
• Blutiger, eitriger Ausfluss aus Nase und Augen
• Körperliche Schwäche
• Dehydration
• Bindehautentzündung
• Lichtscheue
• Furchen, Risse und starke Verhornung der Haut am Pfotenballen
• Auf der Ohrinnenseite und den Schenkelinnenflächen bilden sich Pusteln und Bläschen
• Hautveränderungen am Nasenspiegel
• Muskelkrämpfe (oftmals rhythmisch)
• Staupe-Ticks (Zwangsbewegungen)
• Lähmungserscheinungen
• Krämpfe, starkes Schütteln
• Bewusstseins- und Orientierungsstörungen
• Wesensveränderungen

Behandlung von Staupe bei Hunden

Das Heimtückische an Staupe ist die komplexe Diagnose, denn gerade die frühen Symptome deuten auch auf zahlreiche harmlose Krankheiten hin. Letztendliche Sicherheit gibt lediglich ein Schleimhautabstrich bei der Tierärztin bzw. beim Tierarzt, der im Labor ausgewertet wird.

Steht die Diagnose, besteht das Behandlungsziel darin, das Immunsystem Ihres Vierbeiners zu stärken, die Symptome zu bekämpfen und den geschwächten Organismus vor weiteren Infektionen zu schützen. Hierzu ist eine stationäre Behandlung inklusive strenger Hygienemaßnahmen notwendig. Den eigentlichen Kampf gegen das Virus muss das Immunsystem Ihrer Fellnase allerdings allein kämpfen.

Achtung, Spätfolgen!

Hat sich Ihr Hund mit Staupe infiziert, ist die Wahrscheinlichkeit für einen tödlichen Verlauf leider groß. Aber selbst wenn Ihr Vierbeiner wieder gesund wird, bleiben in vielen Fällen lebenslange Folgen zurück. Darunter unter anderem:

• Nervöse Tics (Staupe-Tics)

• Schwere Augenschäden bis zur Erblindung

• Schäden im Magen-Darm-Trakt

• Epileptische Anfälle

• Motorische Störungen und Orientierungsprobleme

• Hard pad disease

• Leber- und Herzschäden (zieht lebenslange Medikamenteneinnahme nach sich)

Impfungen schützen Ihre und andere Fellnasen

Der beste Schutz gegen Staupe ist eine frühzeitige Impfung. Dementsprechend gehört die Staupe-Impfung nach den Impfempfehlungen für die Kleintierpraxis zu den sogenannten Core-Impfungen. Darunter fallen Impfungen, die für Ihren Hund unerlässliche Pflichtimpfungen sind, wie zum Beispiel auch die Tollwut-Impfung.

Erstmals sollten Sie Ihren Welpen nach spätestens acht Lebenswochen impfen lassen. Im Rahmen der Grundimmunisierung muss die Impfung im Abstand von vier Wochen nochmals wiederholt werden. Zudem empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) für einen zuverlässigen Schutz weitere Impfungen in der 12. und 16. Lebenswoche sowie im Alter von etwa einem Jahr. Abhängig vom verwendeten Impfstoff ist die Auffrischung nur alle drei Jahre notwendig.

Interessant ist in diesem Zusammenhang auch ein Blick darauf, wie es um das Wissen von Hundehalterinnen und Hundehaltern hierzulande rund um das Thema Impfungen steht. Eine Studie von Wissenschaftler:innen des Centre for Clinical Veterinary Medicine der Ludwig-Maximilians-Universität in München hat sich genau mit diesem Thema beschäftigt und dazu 3.864 Hundehalter:innen befragt.

Datenquelle zur Grafik

Wie die Grafik zeigt, wissen 40,7 Prozent der Halter:innen hervorragend über aktuelle Impfempfehlungen, wichtige Impfungen sowie die notwendigen Auffrischungen Bescheid. Mit 43,5 Prozent hat der Großteil immerhin noch ein durchschnittliches Wissen. Ein unterdurchschnittlicher Wissensstand kann gut 13,5 Prozent der Stichprobe zugeschrieben werden. Schlecht steht es um das Impfwissen glücklicherweise lediglich bei 2,3 Prozent der Hundehalter:innen.

In Sachen Prophylaxe haben Sie es aber auch ein Stück weit selbst in der Hand. Lassen Sie Ihren Hund daher nicht unbeaufsichtigt im Dickicht umherstreunen, aus brackigen Pfützen trinken oder Kot fressen. Das reduziert nicht nur das Staupe-Risiko, sondern auch die Gefahr, dass sich Ihr Hund mit anderen Erregern infiziert.