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Zwingerhusten beim Hund

Was steckt wirklich dahinter?

Zwingerhusten – das hört sich nach einer fiesen Krankheit an, die an die dunkelsten Kapitel menschlichen Zusammenlebens in den überfüllten Mietskasernen des 19. Jahrhunderts erinnert. Dabei handelt es sich jedoch um eine ansteckende Erkrankung, bei der das charakteristische Husten das Leitsymptom ist. Erfahren Sie, wie gefährlich der Zwingerhusten wirklich ist, woran Sie ihn erkennen und wie sich der Zwingerhusten am besten behandeln lässt.

Bildquelle: Adobe Stock / Michael Schindler

28. Oktober 2021

Zwingerhusten – Was ist das eigentlich?

Mit dem umgangssprachlichen Begriff Zwingerhusten (auch: infektiöse Tracheo-Bronchitis) wird eine ansteckende Erkrankung der oberen Atemwege bei Hunden bezeichnet. Die hochansteckende Infektionskrankheit wird durch diverse Bakterien und Viren ausgelöst und führt zu typischen Symptomen wie Husten, Würgen und Erbrechen.

Der Zwingerhusten greift das Immunsystem der Hunde teils stark an. Zudem werden die Schleimhäute der Atemwege in Mitleidenschaft gezogen, was bakteriellen Folgeinfektionen Tür und Tor öffnet. Am ehesten lässt sich die Erkrankung mit dem bei Menschen üblichen Keuchhusten vergleichen. Allerdings ist der Zwingerhusten für Hunde in der Regel harmlos und heilt von allein ab. Ein reiner Zwingerhusten dauert im Schnitt eine bis zwei Wochen.

Setzen sich Sekundärinfektionen auf die Hauptinfektion, kann es in schweren Fällen allerdings zu gefährlicheren Erkrankungen wie Lungenentzündungen kommen. Hunde mit geschwächtem Immunsystem sowie ältere Hunde erkranken mit einer höheren Wahrscheinlichkeit. Es ist sogar möglich, dass ein Hund mehrmals jährlich an Zwingerhusten erkrankt.

Ursachen: Eine typische Infektionskrankheit bei Hunden

Der Name Zwingerhusten gibt bereits einen wichtigen Hinweis darauf, wo die Krankheit ihre Ursache hat. Tatsächlich breitet sich die Infektionskrankheit überall dort schnell und leicht aus, wo viele Tiere auf engem Raum leben. Dazu zählen neben Haushalten mit zahlreichen Hunden und Katzen, Tierheimen und Tierpensionen auch klassische Zwinger. Immerhin können sich die Tiere dort auch kaum aus dem Weg gehen.

Auslöser der Infektionskrankheiten sind verschiedene Viren und Bakterien. Deren Einfluss wird unter anderem durch Faktoren wie Abwehrschwäche, Parasitenbefall, schlechte hygienische Bedingungen, extrem niedrige oder hohe Temperaturen oder Mangelernährung begünstigt. Typische virale und bakterielle Erreger sind:

  • Canines Parainfluenzavirus (CPiV 2)
  • Canines Adenovirus 2 (CAV-2)
  • Canines Herpesvirus 1 (CHV-1)
  • Influenza A Virus
  • Hundestaupevirus (CDV)
  • Reoviren
  • Canines respirartorisches Coronavirus (CRCoV)
  • Klebsiellen
  • Pseudomonaden
  • Mykoplasmen
  • Bordetella bronchiseptica

Trotz der großen Auswahl möglicher Auslöser ist das Canine Parainfluenzavirus (CPiV 2) neben dem Bakterium Bordetella bronchiseptica die Hauptursache für den Zwingerhusten. Typischerweise besteht der erste Infektionsschritt in einer Infektion mit den auslösenden Viren. Diese siedeln sich in den Bronchien sowie in den Epithelzellen an, welche die Atemwege von innen auskleiden. Durch diese Schädigungen kann es zu Sekundärinfektionen mit Pilzen und Bakterien kommen.

Wie wird der Zwingerhusten übertragen?

Die Übertragung erfolgt wie bei diversen Erkrankungen der oberen Atemwege via Tröpfcheninfektion meist durch Niesen und Husten. Aber auch dann, wenn sich zwei Hunde beschnuppern können die Erreger von einem Hund auf den anderen überspringen.

Deutlich seltener aber durchaus möglich ist auch die Infektion über gemeinsam genutztes Hundespielzeug oder Wasser- und Futternäpfe. Ein erkrankter Hund ist im Übrigen auch dann noch infektiös, wenn die letzten Symptome bereits abgeklungen sind. Tiermediziner gehen davon aus, dass Tiere die Erreger erst sieben Tage nach der überstandenen Infektion nicht mehr verteilen können.


Haben Sie mehrere Tiere im Haus?

Zwingerhusten ist eine hochansteckende Erkrankung, die schnell auf andere Hunde und sogar Katzen überspringt. Wenn Sie andere Haustiere haben, müssen Sie Ihren erkrankten Liebling nach Möglichkeit von den anderen Tieren trennen, um eine Ansteckung zu vermeiden. Die gute Nachricht ist jedoch, dass Zwingerhusten nicht vom Hund auf den Menschen übertragbar ist. Sie können sich also mit Ihrer gesamten Aufmerksamkeit Ihrem Hund widmen.


Symptome: So erkennen Sie den Zwingerhusten

Als Infektionskrankheit der oberen Atemwege bringt der Zwingerhusten recht typische Symptome mit. Diese zeigen sich allerdings erst nach einer Inkubationszeit von zwei bis zehn Tagen. Da der Hund in diesem Zeitraum bereits infektiös ist, besteht für andere Haustiere sowie für andere Hunde ein hohes Infektionsrisiko. Umso wichtiger ist es, dass Sie unbedingt auf die Symptome achten, denn von einer handelsüblichen Erkältung ist der Zwingerhusten ansonsten kaum zu unterscheiden. Allem voran steht aber ein charakteristischer Husten.

Dieser ist in der Regel hart und bellend. Der manchmal auch krampfartig auftretende Husten muss nicht unbedingt dauerhaft vorhanden sein. Häufig zeigt er sich auch nur bei Belastung oder wenn der Hund Druck auf die Luftröhre bekommt – zum Beispiel durch ein Halsband. An diesem Leitsymptom ist der Zwingerhusten am „eindeutigsten“ zu erkennen. Hinzu kommen jedoch weitere Begleitsymptome wie unter anderem:

  • Schleimauswurf
  • Würgereiz (Zeichen für Halsschmerzen)
  • Niesen
  • Laufende oder verstopfte Nase
  • Atembeschwerden
  • Auffällige Atemgeräusche
  • Bindehautentzündung (eitrig)
  • Tränende Augen
  • Appetitlosigkeit
  • Trägheit
  • Geringe körperliche Belastbarkeit
  • Leichtes Fieber
  • Entzündungen der Mandeln, Bronchien, Luftröhre sowie des Rachens
  • Lungenentzündung (in schweren Fällen)

Untersuchung und Diagnose von Zwingerhusten beim Tierarzt

Den Zwingerhusten können Sie im Gegensatz zu anderen Erkrankungen selbst nicht sicher diagnostizieren. Der Gang zum Tierarzt ist bei Verdacht auf Zwingerhusten daher wichtig. Abhängig von den Symptomen, die Ihr Hund zeigt, führt der Tierarzt unterschiedliche Tests durch. Besteht etwa ein starker Würgereiz, prüft der Tierarzt, ob es sich wirklich um einen klassischen Husten handelt oder, ob ein Fremdkörper im Hals steckt.

Erhärtet sich bei der eingehenden körperlichen Untersuchung der Verdacht auf Zwingerhusten, folgt ein Abstrich im Rachenraum. Um das Ergebnis abzusichern, wird in der Regel auch ein Speicheltest durchgeführt. Dieser ist notwendig, um den Erreger eindeutig zu identifizieren. Nur so kann zum Beispiel bei einem bakteriellen Erreger das passende Medikament verschrieben werden.


Wann muss ich unbedingt zum Tierarzt?

In der Regel heilt ein Zwingerhusten beim Hund ebenso schnell von allein ab wie eine Erkältung beim Menschen. Daher ist nicht immer der Weg zum Tierarzt notwendig. Treten Komplikationen ein, führt jedoch kein Weg darum herum. Ist der Husten beispielsweise nicht mehr trocken, sondern kommt mit starken Schleimauswurf daher, könnte das ein Hinweis auf eine gefährliche Lungenentzündung sein.


Behandlung von Zwingerhusten

Der Zwingerhusten wird ursachenspezifisch behandelt. Ist der Auslöser etwa eine bakterielle Infektion, kommen gezielt Antibiotika zum Einsatz. Auch das Immunsystem Ihres Hundes wird vom Tierarzt unter die Lupe genommen. Hat der Tierarzt etwa einen Parasitenbefall festgestellt, der das Immunsystem zusätzlich schwächt, wird parallel eine Therapie mittels Spot-on oder Anti-Parasiten-Medikamenten eingeleitet.

Parallel kann je nach Status des Immunsystems die Gabe von Mitteln erfolgen, die den Aufbau des Immunsystems unterstützen. Im Löwenanteil aller Fälle dreht sich die Behandlung jedoch ausschließlich um die Linderung der Symptome. Wie bei uns Menschen kommen schleimlösende, fiebersenkende und hustenlindernde Präparate zum Einsatz.

Was kostet die Behandlung von Zwingerhusten?

Die Kosten für die tierärztliche Behandlung eines Zwingerhustens richten sich nach der Gebührenordnung der Tierärzte (GOT). Dort ist ein Gebührenrahmen festgelegt, was die Behandlung kosten darf. Ausschlaggebend ist neben dem Zeitpunkt der Behandlung (normale Öffnungszeiten oder Notdienst) auch der Umfang und die Komplexität der Behandlung.

Handelt es sich nur um leichte Schnupfensymptome, ist die Behandlung von Zwingerhusten deutlich günstiger als bei schweren Komplikationen wie einer Lungenentzündung. Zu den Kosten laut GOT kommen noch die Kosten für Materialien, Laborleistungen und Medikamente hinzu. Eine einfache Untersuchung kann so abhängig vom Aufwand zwischen 13,47 Euro und 40,41 Euro zzgl. MwSt. kosten.

Inklusive Steuern, Medikamenten und der Labordiagnose kommen aber leicht mehr als 100 Euro zusammen. Sie möchten nach einem Besuch beim Tierarzt keine bösen Überraschungen erleben, sondern Ihrem Hund ganz gelassen die bestmögliche Behandlung ermöglichen? Die Hundekrankenversicherung von PETPROTECT übernimmt bis zu 100 Prozent der anfallenden Tierarztkosten. Und das sogar bei einem Auslandsaufenthalt!

Tipps bei Zwingerhusten: Das sollten Sie jetzt beachten

  • Schließen Sie nach Möglichkeit jeden Kontakt zu anderen Hunden oder anderen Haustieren aus, da die Infektion überspringen könnte.
  • Achten Sie während der Infektion besonders auf die häusliche Hygiene. Spülen Sie Näpfe heiß aus und waschen Sie Spielzeuge regelmäßig ab.
  • Vermeiden Sie unnötige Anstrengungen für Ihren Hund. Dazu zählen neben langen Spaziergängen auch Hundetraining sowie Aufregung jeder Art.
  • Schützen Sie Ihren Vierbeiner vor Zugluft, kalten Temperaturen und trockener Heizungsluft.
  • Schonen Sie die gereizten Atemwege Ihres Hundes, indem Sie in dessen Gegenwart nicht rauchen.
  • Lindern Sie den Hustenreiz durch Hausmittel wie eine Mischung aus warmem Wasser, Zitronensaft und Honig.
  • Schützen Sie den Halsbereich Ihres Hundes vor weiteren Reizungen, indem Sie beim Spazierengehen das Halsband gegen ein Brustgeschirr tauschen.

Prophylaxe: Dem Zwingerhusten effektiv vorbeugen

Grundsätzlich ist ein starkes Immunsystem die Grundlage für einen zuverlässigen Schutz gegen den Zwingerhusten. Es schützt zwar nicht vor einer Infektion, dafür aber vor schweren Komplikationen. Hunde mit starkem Immunsystem zeigen in der Regel nur leichte Symptome. Eine ausgewogene Ernährung und viel Auslauf an der frischen Luft sind die Basis.

Mindestens ebenso wichtig ist die Optimierung der Haltungsbedingungen, wobei dieser Punkt insbesondere für die Gruppenhaltung in Tierheimen, Tierpensionen und Co. gilt. Regelmäßiges Desinfizieren von Näpfen, Schutz vor Kälte und Feuchtigkeit sowie genügend Raum für jedes Tier ist daher Pflicht.

Impfung gegen Zwingerhusten

Der Zwingerhusten ist eine Erkrankung, die auf zahlreiche Ursachen zurückgehen kann. Gegen einige Ursachen ist mittlerweile eine Impfung möglich. Namentlich sind dies das Bakterium Bordetella bronchiseptica, das Canine Adenovirus Typ 2 (CAV-2) und das Canine Para-Influenza-Virus (CPIV). Leider ist die Impfung kein hundertprozentiger Schutz vor einer Infektion mit Zwingerhusten.

In jedem Fall aber führt die Impfung aber zu einem deutlich milderen Verlauf der Krankheit. Sinnvoll ist eine Impfung immer dann, wenn Ihr Hund längere Zeit auf vergleichsweise engem Raum mit anderen Hunden zusammenlebt. Beispielsweise dann, wenn Sie in den Urlaub fahren und Ihr Hund diese Zeit in einer Tierpension verbringt.

Übrigens: Die Hundekrankenversicherung von PETPROTECT übernimmt auch bei einer Impfung gegen Zwingerhusten bis zu 100 Prozent der Kosten.

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