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Katzenleukämie

Alles, was Sie über die Erkrankung wissen müssen

Katzen haben bekanntlich sieben Leben. Wenn wir uns anschauen, wie abenteuerlustig so manche Samtpfote durchs Leben tigert, ist das auch kein Wunder. Vor Unfällen und Erkrankungen schützt dieser Umstand die Fellnasen allerdings nicht. Zu der bekanntesten und von Katzenhalter:innen am meisten gefürchtete Erkrankung zählt die Infektion mit dem felinen Leukämievirus, kurz: Katzenleukämie.

Dabei ergeben sich viele Fragen: Wie gefährlich ist die Erkrankung? Kann ich mich selbst anstecken? Welche Symptome deuten auf Katzenleukämie hin? Wie erfolgt die Behandlung? Und kann ich meine Katze vor der Infektion schützen? Diese und viele weitere Fragen möchten wir in unserem Ratgeber beantworten.

Alles, was Sie über die Erkrankung wissen müssen

Katzenleukämie – Was ist das eigentlich?

Bei der Katzenleukämie, die auch Katzenleukose genannt wird, handelt es sich um eine schwer verlaufende Infektionskrankheit. Diese wird durch das feline Leukämievirus (FeLV) ausgelöst. Es ist auf der gesamten Welt verbreitet, sodass das Risiko für eine Infektion nicht nur im fernen Ausland, sondern theoretisch auch im eigenen Vorgarten gegeben ist.

Die ansteckende Erkrankung betrifft grundsätzlich Katzen aller Altersgruppen und ist derzeit noch nicht heilbar. Die gute Nachricht ist, dass längst nicht alle Katzen, die sich mit dem potenziell gefährlichen Virus infizieren, auch an der von ihm ausgelösten Erkrankung erkranken. Bei rund 30 bis 50 Prozent aller Katzen bilden sich Antikörper, die eine Erkrankung verhindern. Warum dies so ist, wird in der Tiermedizin derzeit noch erforscht. Im schlimmsten Fall kann die Infektion mit dem FeLV-Virus aber zur namensgebenden Krebserkrankung führen.

Diese endet leider in allen Fällen früher oder später tödlich für die erkrankte Katze. Das Risiko für die Erkrankung selbst ist bei jüngeren Katzen vergleichsweise gering, steigt mit zunehmendem Lebensalter jedoch deutlich an. Im Rahmen der Erkrankung kommt es beinahe immer zu einer sehr starken Schwäche des Immunsystems, da das FeLV-Virus die Leukozyten (weiße Blutkörperchen) befällt.

An diesen Symptomen erkennen Sie die Erkrankung

Bei einigen Katzen verläuft die Infektion mit dem FeLV-Virus unbemerkt, da sie entsprechende Antikörper entwickeln. In einem solchen Fall werden Sie auch keine Symptome feststellen. Zu welchen Symptomen es nach der Ansteckung kommt und wie stark die Symptome (auch für die Infektion, nicht nur für die Erkrankung) ausfallen, hängt vom Infektionsverlauf und der Robustheit des Katzenimmunsystems ab. Leider sind die Symptome, wie die folgende Auflistung zeigt, sehr unspezifisch, sodass sie sich oftmals nicht klar zuordnen lassen können:

  • Atembeschwerden
  • Durchfall
  • Erbrechen
  • Verstopfungen
  • Gewichtsverlust
  • Ungewöhnlicher Durst
  • Blut in Urin oder Kot
  • Schluckbeschwerden
  • Appetitverlust
  • Stumpfes Fell
  • Zahnfleischentzündungen
  • Zahnfleischblutungen
  • Abgeschlagenheit
  • Augentrübung
  • Blasse Schleimhäute
  • Lähmungserscheinungen
  • Abgeschlagenheit
  • Fieber (häufig schubweise)

Wie erfolgt die Übertragung der Katzenleukämie?

Es gibt genau genommen nicht den einen Erreger des FeLV-Virus. Der Erreger hat mit den Typen A, B und C gleich drei Subtypen, die sowohl isoliert als auch allein auftreten können. Bei allen Infektionen ist der Typ FeLV-A beteiligt. Dieser Subtyp fungiert sozusagen als Türöffner oder Helfervirus, das eine Infektion mit den Typen B und C überhaupt erst ermöglicht.

Abhängig von der Beteiligung an der Infektion kann die Krankheit unterschiedliche Teilverläufe nehmen. Katzen, die sich mit dem Typ-B infiziert haben, neigen etwa zu Tumoren. Katzen, mit einem Subtyp C dagegen neigen zu einer Blutarmut. Typisch für alle Varianten des Virus ist, dass der Organismus außerhalb des Wirts lediglich für wenige Sekunden bis Minuten überlebensfähig ist. Dementsprechend erfolgt die Übertragung beinahe ausschließlich über den direkten Kontakt von Tier zu Tier.

Dies geschieht vorwiegend über Körperflüssigkeiten wie Urin und Speichel aber auch über den Kot. Gegenseitiges Putzen oder das gemeinsame Nutzen von Kot- und Fressplätzen sind typische Infektionsszenarien. Ein besonderes Risiko für eine Infektion haben damit besonders kontaktfreudige Tiere, Freigänger sowie Katzen in Mehrkatzenhaushalten. Darüber hinaus ist eine Übertragung auch von der Katzenmutter auf die Kitten möglich.

Infektionsverlauf: Ablauf der Leukose

  • Der erste Schritt der Erkrankung ist die Infektion mit dem Virus an sich. Die Infektion erfolgt in der Regel über den Nasen- und Rachenraum, wo sich das Virus vermehrt.
  • Bei bis zu 50 Prozent aller infizierten Katzen bilden sich Antikörper, die das Virus effektiv bekämpfen, bevor es sich weiter zum Beispiel im lymphatischen System ausbreiten kann. Solche Tiere werden in der Tiermedizin auch als Regressorkatzen bezeichnet.
  • Bei Katzen, die keine ausreichende Menge an Antikörpern generieren können, kommt es zur Ausbreitung des Virus. Im Rahmen der Virämie verbreiten sich die Viren mit den Immunzellen im Blut. Ab dieser Phase ist das Virus per Schnelltest beispielsweise im Speichel nachweisbar.
  • Nach drei bis vier Wochen gelangen die Viren in das Knochenmark. Hier steht die Erkrankung am Scheideweg. Bei einigen Katzen können die Erreger noch weitgehend eingedämmt werden. Dies ist als latente Infektion bekannt.
  • Sind nach gut drei bis vier Monaten immer noch Viren nachweisbar, konnten die Erreger nicht in ausreichendem Maße eliminiert werden. Hier spricht man von einer persistenten Infektion. Diese kann nicht mehr bekämpft werden und bleibt ein Katzenleben lang erhalten.
  • Ob die Erkrankung mit mehr oder weniger starken Symptomen ausbricht, hängt schließlich vom Alter und Immunzustand des Tiers ab.

Diagnose: Ein Test auf Katzenleukose schafft Klarheit

Die Symptome der Leukose sind leider sehr unspezifisch, sodass die augenscheinliche Anamnese in der Tierarztpraxis nicht ausreicht. Zuverlässig kann die Erkrankung nur durch einen direkten Nachweis im Blut diagnostiziert werden. Die Diagnose erfolgt meist durch einen Blutschnelltest. Die Tests, die heute zum Einsatz kommen, sind mit einer Genauigkeit von gut 98 Prozent sehr zuverlässig.

Alternativ ist ein Nachweis der Infektion auch über Speichel oder Tränenflüssigkeit möglich. Allerdings sind diese Tests im Vergleich zu Bluttests deutlich unzuverlässiger. Problematisch ist der Nachweis über den Schnelltest bei kürzlich infizierten Katzen, da die Viruslast noch nicht ausreicht.

Fällt der Schnelltest positiv aus, folgen weitere Laboruntersuchungen auf Antikörper und Immunfluoreszenz. Wichtig ist bei einer positiven Diagnose eine Kontrolle mit erneuten Tests nach sechs und 16 Wochen. So kann festgestellt werden, ob es sich um eine kurzzeitige oder lebenslange Infektion handelt.

Behandlung und Prognose bei Leukose

Allem voran ist es für Katzenhalter:innen wichtig, den aktuellen Status der eigenen Fellnase zu kennen. Nur so ist eine gezielte Behandlung möglich. Gleichzeitig gewährleistet dieses Wissen einen Schutz vor der weiteren Verbreitung der hochansteckenden Erkrankung sowie vor der Gabe von Medikamenten, die den Erkrankungsverlauf negativ beeinflussen könnten.

Ebenfalls wichtig: Eine dauerhafte Infektion mit FeLV bleibt ein Leben lang und ist nicht heilbar. Umso wichtiger ist es, dass die Infektion so früh wie möglich erkannt wird. Mittels einer frühzeitigen und intensiven Bekämpfung lässt sich die Dauerhaftigkeit der Erkrankung oftmals noch verhindern bzw. deren Folgen durch die gezielte Unterstützung des Immunsystems drastisch reduzieren.

Typischerweise kommen hier Medikamente zur Unterstützung des Immunsystems zum Einsatz. Gleichzeitig wird bei der Behandlung anderer Erkrankungen nach Möglichkeit auf immunsuppressive Arzneimittel wie Kortikosteroide verzichtet. In fortgeschrittenen Fällen kann der Einsatz von Bluttransfusionen oder der Chemotherapie bei vorhandenen Tumoren das Katzenleben verlängern.

Nichtsdestotrotz müssen sich Katzenhalter:innen, deren Fellnasen an der persistenten Form der Infektion erkrankt sind, mit der Tatsache der Unheilbarkeit abfinden. Vier von fünf Katzen aus dieser Gruppe sterben binnen drei bis fünf Jahren nach der Erstinfektion.

Wie kann ich meine Katze vor Katzenleukämie schützen?

Ein möglichst effektiver Schutz vor der Erkrankung ist auf zwei Wegen möglich. An erster Stelle steht, wie bei anderen Katzenerkrankungen auch, eine Impfung. Frei nach dem Motto „so viel wie nötig, so wenig wie möglich“ bietet sich die Impfung in erster Linie für Katzen aus Risikogruppen an. In diese Risikogruppe fallen Freigänger, alte, besonders junge sowie aus anderen Gründen immungeschwächte Tiere.

Auch in Haushalten, in denen zumindest eine Freigängerkatze lebt, bietet sich die Impfung für alle Katzen an. Wie eine Befragung aus Italien zeigt, sind Katzenhalter eher Impfmuffel. Immerhin gaben in der Befragung 91 Prozent der Halter:innen an, ihre Katze zumindest einmal im Leben impfen haben zu lassen.

Allerdings zeigt die Studie ebenfalls, dass die Impfdisziplin mit der Zeit rapide abnimmt. Dabei lassen sich viele Erkrankungen durch Impfungen und regelmäßige Impfauffrischungen effektiv verhindern. Wirklich interessant wird das Ganze bei einem Blick auf die Faktoren, welche die Entscheidung pro oder contra Impfung beeinflussen. Auch hier ziehen wir die bereits angesprochene Befragung aus Italien hinzu. Es zeigt sich dass, zahlreiche Faktoren eine Rolle spielen.

Datenquelle zur Grafik

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Wie kann ich andere Katzen schützen?

Wenn Ihre Katze positiv auf das FeLV-Virus getestet ist, sollten Sie auch Maßnahmen zum Schutz anderer Katzen ergreifen. Wenn möglich, sollten Sie den unkontrollierten Freigang für Ihr Tier streichen. Richten Sie stattdessen einen kontrollierten Freigang, zum Beispiel in Form eines gesicherten Balkons oder einer gesicherten Terrasse, ein. In Mehrkatzenhaushalten ist der Schutz der anderen Katzen ebenfalls wichtig.

Neben der Impfung gilt die Aufmerksamkeit hier der Vernichtung des Erregers. Dieser ist zwar nur für wenige Minuten außerhalb des lebenden Tiers lebensfähig, jedoch hochansteckend. Reinigen und desinfizieren Sie daher regelmäßig Näpfe und potenziell kontaminierte Dinge wie die Katzentoilette oder Spielzeuge. Lassen Sie ihre gesunden Tiere zur Sicherheit ebenfalls regelmäßig auf eine Infektion mit dem Virus testen.