Neu: OP-Versicherung für Hunde und Katzen.

Gefährliche Weihnachten

Auf diese 10 Dinge sollten Haustierbesitzer achten

Hätten Sie gewusst, dass die besinnlichsten Tage des Jahres für Tierärztinnen und Tierärzte alles andere als entspannend sind? Tatsächlich haben Tierkliniken spätestens ab dem 4. Advent bis Neujahr Hochkonjunktur.

Für viele Katzen- und Hundehalter endet so mancher Weihnachtsabend nämlich direkt in der Notaufnahme. Speziell für besonders neugierige oder verfressene Fellnasen sind die Eindrücke bunt geschmückter Innenräume mindestens ebenso verlockend wie der Duft nach Plätzchen.

Nutzen Sie die Zeit kurz vor den Feiertagen, um Ihr Haus sicher für die Festtage zu machen. Wenn Sie die folgenden zehn Gefahrenstellen entschärfen, können Sie Weihnachten und den Jahreswechsel gemeinsam mit Ihrer Fellnase deutlich ruhiger angehen.

Auf diese 10 Dinge sollten Haustierbesitzer achten

1. Schnee, Eis und Streusalz

Ja, in den meisten Regionen Deutschlands sieht es auch in diesem Jahr nicht wirklich nach „Weißen Weihnachten“ aus. Trotzdem sind unsere Haustiere in einigen Regionen mit Schnee und noch viel häufiger mit Eis konfrontiert. Das wäre für sich genommen gar nicht einmal problematisch, solange sich die Spaziergänge nicht über Stunden hinziehen.

Wesentlich problematischer für Hunde- und Katzenpfoten ist jedoch Streusalz. Dieses bringt Schnee und Eis zum Schmelzen und macht den Untergrund somit sicher begehbar. Allerdings brennt herkömmliches Streusalz und greift die Pfötchen Ihrer Lieblinge an. Achten Sie daher darauf, dass Sie bei Spaziergängen mit Salz gestreute Strecken nach Möglichkeit meiden.

Besser noch: Verwenden Sie in Ihrem Zuständigkeitsbereich alternative Streumittel, die für Tierpfoten sanfter sind. Ideal ist beispielsweise natürliches Lavagranulat. Weiterer Tipp: Schneiden Sie regelmäßig die Haare zwischen den Zehen von Hunden und Katzen. So verhindern Sie, dass sich dort bei Winterspaziergängen an den Weihnachtstagen Eisklumpen bilden, die zu unangenehmen Verletzungen und Entzündungen führen können.

2. Vorsicht giftige Festtagspflanzen

In vielen Haushalten gehören Festtagspflanzen wie Weihnachtssterne, Christrosen, Stechpalmen und Mistelzweige dazu wie die Weihnachtsgans am 24. Dezember. Gerade frischgebackene Hunde- und Katzenhalter vergessen häufig, dass diese dekorativen Pflanzen für Vierbeiner giftig sein könnten. Speziell bei diesen Weihnachtsklassikern ist genau das der Fall.

Bewahren Sie die Pflanzen also unbedingt außerhalb der Reichweite Ihre Haustiere auf. Was bei Hundehaushalten relativ einfach durch eine erhöhte Position möglich ist, ist in Katzenhaushalten umso schwieriger. Wenn Sie Katzen haben, verzichten Sie besser auf die giftigen Originale. Tauschen Sie diese durch harmlose Alternativen aus oder greifen Sie gleich zu gut gemachten Imitationen aus Kunststoff.

Achtung:

Weisen Sie Angehörige bei Weihnachtsbesuchen darauf hin, dass auch diese giftige Pflanzen im Vorfeld zur Seite räumen!

3. Gefährliche Weihnachtsleckereien

Plätzchen, Schokolade, Lebkuchen und Marzipankartoffeln. All das bereitet nicht nur uns Menschen an den Festtagen viel Freude. Auch so manche Fellnase hat sich, ehe Sie sich versehen, am Plätzchenteller bedient. Das mag bei nur einem Keks nicht schlimm sein. In der Masse kann das Gebäck jedoch selbst bei großen Hunderassen zu gefährlichen Vergiftungen führen.

Der Grund sind ausgerechnet die zahlreichen herrlich duftenden Weihnachtsgewürze wie unter anderem Safran, Lebkuchengewürz, Bittermandel, Rosinen, Kakao, Muskatnuss und Zimt. Ab einer bestimmten Menge kann es hier zu teils lebensbedrohlichen Kreislaufzuständen kommen. Einmal ganz davon abgesehen sind selbst Süßigkeiten ohne diese Gewürze aufgrund des hohen Zucker- und Weizenanteils nichts für Hunde und Katzen.

Lassen Sie das Weihnachtsnaschwerk also niemals unbeaufsichtigt. Insbesondere dann, wenn die Leckereien noch in Folie verpackt sind, denn Vierbeiner fressen Süßes samt Verpackung. Schwere Komplikationen wie ein Darmverschluss inklusive teurer Operation sind die Folge.

4. Das Festmahl hat nichts im Napf zu suchen

Wenn wir schon einmal beim Thema Essen sind: Natürlich gehört auch das Weihnachtsmenü untrennbar zum Fest wie der Tannenbaum oder die fünfzigste Wiederholung von „Drei Nüsse für Aschenbrödel“. Mancher Haustierhalter kann nicht anders, als seiner Fellnase passend zum festlichen Anlass ebenfalls etwas vom Festschmaus abzugeben.

Zugegeben: Wer auf den Klassiker Würstchen mit Kartoffelsalat setzt, darf seinem Hund oder seiner Katze durchaus ein halbes Würstchen in den Napf schneiden. Gerade Weihnachtsklassiker wie Gans, Ente und Huhn gehören in dieser Form jedoch nicht in den Tiermagen. Einmal von der häufig ungeeigneten Würze abgesehen, stellen scharfe bzw. splitternde Geflügelknochen eine enorme Verletzungsgefahr dar.

Allzu häufig müssen Tierärzte ausgerechnet an Weihnachten aufgrund schwerster innerer Verletzungen dramatische Notoperationen vornehmen. Auch Fisch ist ein heikles Thema, zumal sich die Gräten gerne in der Luftröhre festsetzen oder die Speiseröhre verletzen. Setzen Sie daher auch an Weihnachten auf tiergerechtes Futter. Ob nun ein besonderes Festmahl aus der Tierhandlung oder etwas frisch Gekochtes – das bleibt Ihnen überlassen.

5. „Advent, Advent, ein Lichtlein brennt“

Sowohl offenes Feuer als auch elektrische Lichterketten sind für Hunde und Katzen eine ernstzunehmende Gefahr. Nicht umsonst häufen sich zur Weihnachtszeit die Fälle von Verbrennungen an Nasen und Pfoten in den Tierarztpraxen. Schnell ist es passiert, dass eine allzu neugierige Katze mit der Pfote in die Flamme oder das flüssige Wachs einer Kerze gerät.

Aber auch der Kaminofen ist eine potenzielle Gefahr, wenn Haustiere zu nah an die Ofenscheibe geraten. Selbst an konventionellen Lichterketten können sich Hunde und Katzen Verbrennungen zuziehen. Einmal ganz von der Gefahr eines elektrischen Schlages abgesehen, wenn neugierige Hunde oder Stubentiger am Kabel knabbern.

Daher lautet die Devise: Sichern Sie alle Hitzequellen so ab, dass Ihre Haustiere diese nicht erreichen können, und lassen Sie Ihre Tiere niemals unbeaufsichtigt. Verwenden Sie außerdem LED-Leuchtmittel. Diese werden nicht heiß und sparen im Vergleich zu konventionellen Leuchtmitteln eine Menge Strom.

Tipp:

Offenliegende Kabel können Sie mit stabilen Kabelschläuchen sichern. Im Fachhandel werden diese unter anderem als Marderschläuche geführt.

6. Vorsicht Schokolade

Zartbitterschokolade ist für uns Menschen ein echtes Superfood. Je höher der Kakaoanteil desto besser, denn dunkle Schokolade enthält wertvolle Mikronährstoffe. Aber hätten Sie gewusst, dass für Hunde und Katzen das Gegenteil gilt? Tatsächlich ist Kakao bzw. das darin enthaltene Theobromin für Vierbeiner äußerst ungesund, da sie den Stoff nicht adäquat verstoffwechseln können.

Halten Sie Hunde und Katzen daher unbedingt von Weihnachtssüßigkeiten fern. Schon geringe Mengen Zartbitterschokolade können bei kleinen Rassen zu deutlichen Vergiftungssymptomen wie Herzrasen, innerer Unruhe und Krämpfen führen.

Nicht, dass Sie uns falsch verstehen: Auch in Sachen Schokolade gilt frei nach Paracelsus: „Die Dosis macht das Gift“. Hat Ihr Tier eine Kleinigkeit gefressen, müssen Sie nicht unverzüglich in die Notaufnahme. Sie sollten es lediglich im Auge behalten und weitere Naschwaren in Sicherheit bringen.

7. „Früher war mehr Lametta“

Schon Opa Hoppenstedt wusste: „Früher war mehr Lametta!“. Auch wenn der eine oder andere dem bunten Schmuck am Weihnachtsbaum hinterhertrauert, ist der Verzicht darauf zumindest für unsere Haustiere ein Segen. Geht es nach Tierärzten, dann ist Lametta für Hunde und Katzen in der Weihnachtszeit eine der größten Gefahren.

Vor allem Katzen und Hundewelpen lieben es, mit den bunten Bändern zu spielen. Werden die Fäden im Ganzen verschluckt, kann das zu schweren Verdauungsbeschwerden wie Verstopfungen führen. Im schlimmsten Fall resultiert daraus sogar ein lebensbedrohlicher Darmverschluss, der operativ versorgt werden muss. Und als wäre das nicht schon genug, beinhalten viele Lametta-Produkte noch immer giftiges Blei.

Ganz gleich, wie Sie es drehen: Kaum ein Pfennigartikel kann Sie schlimmstenfalls so teuer zu stehen kommen wie Lametta – immerhin drohen bei einer Operation zum Notdiensttarif ohne Tierkrankenversicherung Kosten in Höhe von mehreren Tausend Euro. Für sichere Weihnachten bleiben Ihnen daher drei Möglichkeiten:

  • Verzichten Sie vollständig auf Lametta.
  • Verwenden Sie Alternativen aus ungiftigem Papier.
  • Schließen Sie zusätzlich eine Tierkrankenversicherung ab.

8. Gefahr aus der Sprühdose

Wenn es draußen schon nicht schneit, dann soll die weiße Pracht doch zumindest drinnen zu sehen sein. Das denken sich viele Weihnachtsfreunde und dekorieren sowohl Gestecke als auch den Tannenbaum mit einer dicken Schicht Sprühschnee aus der Dose. Häufig wird dabei leider vergessen, dass der festliche Sprühschnee für Hunde und Katzen schon in geringen Mengen giftig ist.

Für ein sicheres Weihnachtsfest reicht es leider nicht aus, den Sprühschnee nur aus dem direkten Wirkungsbereich Ihrer Haustiere zu verbannen. Der feine Staub kann sich auch auf anderem Weg schnell in Ihrer Wohnung verteilen. Verzichten Sie daher besser auf den Schnee aus der Dose.

9. Achtung: Scherben und Splitter

Weihnachten ist die Zeit, in der es im ganzen Haus nur so vor bunten Figuren, Sternen, Holzdekoration und glitzernden Glaskugeln wimmelt. Das ist nicht nur für uns Menschen ein Augenschmaus, sondern weckt auch das Interesse von Hunden und Katzen.

Überprüfen Sie Ihre Weihnachtsdekoration dementsprechend unbedingt auf Gefahren aus der Perspektive Ihres Haustieres. Gerade das dünne Glas von zersplitternden Kugeln ist beim versehentlichen Verschlucken extrem gefährlich, da es beinahe immer zu potenziell lebensbedrohlichen Blutungen sowohl im Maul als auch im Magen-Darm-Trakt kommt.

Ähnliches kann durch die Splitter Ihrer Holzdekoration oder verschluckbare Kleinteile passieren. Setzen Sie besser auf robuste Alternativen aus bruchfestem Kunststoff oder ungiftigen Schmuck aus Stroh oder Papier – zumindest in Reichweite Ihrer Haustiere.

10. Schleifen und Geschenkpapier

Wussten Sie, dass jeder zehnte Bundesbürger Hund, Katze und Goldhamster zu Weihnachten beschenkt? Damit liegen unsere Haustiere noch vor den Arbeitskollegen. Diese erhalten lediglich von rund sieben Prozent aller Bundesbürger ein Geschenk. Von den Haustierbesitzern beschenken rund 36 Prozent ihr Haustier. Die folgende Grafik zeigt, was dabei unter dem Tannenbaum landet:

Datenquelle zur Grafik

Zugegeben: Es sieht ziemlich niedlich aus, wenn sich Hunde und Katzen über die Verpackung von Geschenken hermachen oder sogar eigene Päckchen auspacken. Allerdings ist das aus tiermedizinischer Sicht ein Spiel mit dem Feuer. Viele Geschenkpapiere haben mittlerweile einen gewissen Kunststoffanteil. Daher lösen sich die Produkte bei Verschlucken im Verdauungstrakt kaum auf, sondern führen im schlimmsten Fall zu einem Darmverschluss.

Auch die enthaltenen Farben sowie vorhandener Glitzerstaub sind alles andere als gesund. Gleiches gilt für herkömmliches Geschenkband, mit dem sich schon so mancher Vierbeiner beinahe stranguliert hat. Mit unseren Tipps läuft die Bescherung sicher und problemlos ab:

  • Verwenden Sie dicke Naturkordeln statt dünnem Kunststoffgeschenkband.
  • Verzichten Sie auf unnötige Schleifen und Anhänger aus Kunststoff.
  • Nutzen Sie zum Auspacken klassisches Packpapier, ohne Kunst- und Farbstoffe.
  • Räumen Sie Verpackungsreste unmittelbar während des Auspackens in Sicherheit.
  • Entfernen Sie auch Verpackungsmaterial von Geschenken umgehend.
  • Verpacken Sie Geschenke für Ihre Haustiere in einer stabilen Pappkiste ohne Geschenkpapier.